"...Yes, we are an ape with a symbiotic relationship to a mushroom, and that has given us self reflection, language, religion and all the spectrum of effects that flow from these things and one can only wonder how these hallucinogens might effect our future evolution as well..."
Wow, dieses Album ist in seiner Gesamtheit wirklich einzigartig, und das meine ich auch so, denn es lässt sich nicht mit Slipknot oder Soulfly vergleichen, wenngleich ich auch diese gern höre. Mudvayne schaffen es jedenfalls, eine ganz eigene Stimmung zu erzeugen, die ich so noch nirgends gehört habe. Als einziges Beispiel fiele mir da Mushroomhead's 'XX' ein, wo nämlich auch durch die ersten fünf Lieder (plus "Chancre Sore" & "Born Of Desire") eine exklusive horrorhaft-düstere, zugleich skurrile und psychologisch-abgrundtiefe Atmosphäre erzeugt wird. Das Motiv von 'L.D. 50' ist ähnlich, doch das Ergebnis ist natürlich ein gewollt anderes. Durch die zahlreichen Zwischenstücke (vier) erzeugen Mudvayne ein Ambiente beängstigender Zukunftsvision mit allem Grauen menschlichen Fortschritts und dessen Einflussnahme auf unser Innerstes. Im Gegensatz zu Fear Factory's sprachlichem Bild der Maschine beschwören die Mannen um Greg Tribbett die dekadenten Auswirkungen biologischer/ pharmazeutischer sowie gentechnischer Errungenschaften.
Der Opener "Dig" ist hierbei gleich wegweisend: Ein Song geladener Wut und explosiven Bombasts, der alle Ideen der Einflussnahme von irgendwem niederschmettert und die Kontrolle über das eigene Leben wieder einfordert. Mit "Internal Primates Forever" und "Under My Skin" warten Songs mit ähnlichem Kaliber, während sich der Kern des Albums mehr durch solche wechselwirkende Songs wie "-1", "Cradle", "Severed" oder "Prod" auszeichnet, die zwar nicht minder hart sind, auch nicht stupide mit Laut/Leise-Wechsel daherkommen, sondern gekonnt verschiedene Stimmungsbilder in einem einheitlichen individuellen Musikstil zu vereinen wissen. Das zeichnet das Album auch grundlegend aus und dürfte der Garant für die (zurecht) starken Einschlag Mudvaynes in der Szene sein. Andere Songs überzeugen zudem durch gemäßigte Phasen nachdenklicher Melodien mit bedrückender Grundstimmung, so zum Beispiel in der zweiten Hälfte von "Everything And Nothing" und "Pharmaecopia". Hinzu kommen mit "Death Blooms" und "Nothing To Gein" noch zwei sehr balladesk anmutende Stücke, die trotz aller Wirkung die Härte nur ein Stück weit herausgenommen haben.
Anspieltipps möchte ich so eigentlich keine nennen, man sollte das Album zumindest mal aufmerksam am Stück gehört haben, um den Sinn zu verstehen und die musikalischen Rafinessen zu registrieren. Denn als Gesamtwerk get 'L.D. 50' vollends unter die Haut: nehmt es auf, oder bleibt innerliche Primaten für immer!
"Dark for fear of failure an inner gloom as wide as an eye and fermenting roiling hate death grip in my veins unveiling rancid
petals flowering forth foul nectar the space between a blink and a tear... death blooms."