Mehr als 40 Jahre ist Jim Morrison tot und irgendwie tun die immer wiederkehrenden, scheinbar revolutionären Neuveröffentlichungen der letzten Jahre immer mehr weh. Da wird von den Herren Manzarek und Krieger jedes noch so alte Stück aufbereitet und verkauft. Sie wollen den Mythos Jim Morrison immer weiter am Leben halten, wie sie es damals schon taten, als sie selbst überrascht wurden von Jim's Ableben und sich spontan nicht mehr anders zu helfen wussten, als wilde Theorien um Jim's Tod in die Welt zu setzen.
Hier wird nun also die letzte Studio Scheibe neu aufbereitet, in scheinbarem rough mix. Die Songs wurden damals mit Unterstützung zweier Gastmusiker fast gänzlich live eingespielt und spiegeln tatsächlich eine kaum glaubbare, spontane Spielfreude wieder. Die Stücke kommen sauber rüber, luftig leicht und präzise auf den Punkt gespielt. Was stört, sind die mit viel Liebe zum Detail, aber dennoch unüberhörbar hinzugekleisterten Einspielungen zu Beginn fast aller Songs. Sie sollen den Live Charakter unterstreichen. Das täten die Songs aber auch so, es ist schlicht unnütz, da zum Anfang und auch teilweise zum Schluß noch Kurzdialoge hinzu zu fügen.
Es gibt nichts Neues auf dieser Scheibe, woher auch. Selbst wenn Ray Manzarek in Interviews über das Stück Rock me spricht, als wäre es eine unentdeckte Perle, auch dieser Song ist bereits veröffentlicht, lediglich nicht in dieser Form. Im BOX-Set 3 ist Rock me bereits enthalten, wenn auch 'nur' als live Version. Meiner Meinung nach besser und intensiver.
Insgesamt ist es aber dennoch eine sehr spielfreudige Blues Platte der DOORS, anders als das Original, aber leider auch definitiv nicht besser als die Veröffentlichung von 1971.
Sammler werden teilweise nie satt und denen, die schlicht alles haben wollen von den DOORS, kann man diese Platte nach den vielen sinnfreien Veröffentlichungen der letzten Jahre absolut ans Herz legen.
Aber es ist wie es ist, die Veröffentlichungen zu Lebzeiten Jim Morrisons waren allesamt Meilensteine. Meisterwerke, die auch 40 Jahre später noch unverzichtbar in jeder Rocksammlung sind. Alles andere ist Beiwerk. Das hier rezensierte gehört zu den sehr guten Nachveröffentlichungen, verzichtbar ist es für den Nichtfanatiker dennoch. Es hat einfach den Beigeschmack aller Veröffentlichungen der letzten Jahrzehnte. Die übrig gebliebenen DOORS haben keine andere Einahmequelle. Schade eigentlich, andererseits aber auch schön, denn so bleibt uns Jim Morrison nach wie vor erhalten. Er und natürlich auch seine ebenfalls wichtigen Mitmusiker.
Auch John Densmore ist übrigens seit kurzem wieder mit an Bord und so darf man sich freuen über sicherlich bald anstehende Konzerte unter dem Namen echten Namen der Band: THE DOORS. Darauf kann man sich wirklich freuen. Vor allem, wenn erneut Mr. Astbury als Jims Vertreter mitmachen sollte.