Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das beste Drehbuch der 90er Jahre., 3. Oktober 2006
Gäbe es so etwas wie einen "Jahrzehnts-Oscar", so wäre "L.A. Confidential" ein heißer Kandidat für das beste adaptierte Skript der 90er Jahre. Selten ist ein Roman so geschickt für die Leinwand aufbereitet worden wie in diesem Fall. Wir kennen ja das Dilemma: Entweder der Regisseur hält sich so sklavisch an die Vorlage, dass der Film nicht mehr als eine seelenlose Kopie des Buches ist, oder er stellt alles so komplett auf den Kopf, dass man das urprüngliche Werk kaum wiedererkennt. Curtis Hanson hat sich für einen Mittelweg entschieden: Der Handlungsfaden an sich wird aufgelöst, jedoch bleiben die Charaktere und gewisse zentrale Orte werkgetreu erhalten. Gewissermaßen kein sequentieller, sondern ein objektorientierter Adaptionsansatz. Zu Beginn stellt uns der Film die drei Hauptpersonen Bud White, Jack Vincennes und Ed Exley in kurzen Sequenzen vor. Bereits hier wird klar: Dies ist kein handelsüblicher Action-Film, bei dem immer schön ein Ereignis auf das andere folgt, sondern es geht um diese drei Charaktere, ihr Verhältnis zueinander und die Wandlung, die sie im Laufe des Films durchmachen. Es ist so, als würde man eine Billardkugel in einen Stapel anderer Billardkugeln hineinstoßen und beobachten, in welche Richtungen sie auseinanderprallen. Bei einem solchen dramaturgischen Ansatz kommt der Charakterentwicklung besondere Bedeutung zu. Dabei ist es dem Film von großem Nutzen, dass er erstens über ein erstklassiges Schauspielerensemble aus ehemaligen (Basinger, deVito), aktuellen (Spacey) und zukünftigen (Crowe, Pearce) Stars verfügt und zweitens Regisseur Curtis Hanson und Romanautor James Ellroy gemeinsam am Drehbuch arbeiteten, wodurch sich trotz der großen Abwandlung ein nahtloser Übergang von der Romanvorlage zur Regie ergibt. Was ich mit diesem letzten Punkt meine, sei mit einer kurzen Einstellung erläutert, die den meisten wahrscheinlich auf die Schnelle gar nicht auffällt: Als Captain Dudley Smith seine Abteilung in einem Raum versammelt, um sie über den "Night Owl"-Mordfall zu informieren, sieht man, dass Ed Exley vorne in der ersten Reihe sitzt. Der Stuhl neben ihm ist leer, obwohl der Raum so überfüllt ist, dass mehrere seiner Kollegen stehen müssen. Diese simple Einstellung unterstützt visuell, was aus der Handlung hervorgeht: Neben Ed Exley, dem Streber, will keiner der anderen Polizisten sitzen. Es sind solche Kleinigkeiten, die dem Film seine hohe atmosphärische Dichte vermitteln. Wie hervorragend und lebensecht die Charaktere angelegt sind, kann man vor allem an Ed Exley beobachten, dessen Bild sich im Film mehrmals wandelt, ohne dass jemals ein Bruch in seiner Figur auftreten würde: Er, der in den ersten Szenen korrekt und charakterstark erscheint, entpuppt sich vor unseren Augen als karrieregeiler Egoist und ordinärer Spießer - nur um sich am Ende als charakterlich gereifter Mensch wieder auf seine idealistischen Tugenden zu besinnen. Man könnte über den Film noch so viel sagen - über die lässig-melancholische Musik, den erstklassigen Dolby-Digital-Sound und seine Surround-Effekte, auch darüber, dass die DVD seinerzeit als jahrelang unerreichtes Musterbeispiel für die Möglichkeiten des neuen Mediums galt (für diesen Film habe ich mir damals meinen ersten DVD-Player gekauft). Eins dürfte jedenfalls feststehen: Hätte "L.A. Confidential" nicht das Pech gehabt, gegen "Titanic" antreten zu müssen, hätte es mit Sicherheit bei der Oscar-Verleihung 1998 mehr als nur zwei Academy Awards gegeben.
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
hervorragende Darsteller - Spannung - intelligent gemacht, 9. September 2002
Als Terroranschlag sieht niemand in Los Angeles Anfang der 50er Jahre den Massenmord in einem Cafe. Dass jedoch einer der sechs Ermordeten ein Polizist ist trifft einen empfindlichen Nerv, und es werden die drei besten Maenner auf den Fall angesetzt: Jack Vincennes (Kevin Spacey, "Shipping News"), Ed Exley (Guy Pearce, "Memento") und Bud White (Russel Crowe, "A Beautiful Mind") Details ... Es ist ein Wunder, wie gut dem Regisseur Curtis Hanson ("Die Hand an der Wiege/The hand that rocks the cradle") die Umsetzung der Roman-Reihe von James Ellroy trotz der komplizierten Handlungsstraenge auf intelligente Art und Weise gelingt. Curtis Hanson verlaesst sich jedoch nicht nur auf den Plot, sondern er vervollkommnet sein Werk mit einem brillanten Soundtrack, unzaehligen beeindruckenden Hintergrund-Umgebungen/Sets ohne wirklichkeitsfremde Verfaelschungen. Einige der von ihm gewaehlten Schauspieler waren seinerzeit weniger bekannt. Hinsichtlich dieser Details wurde zumindest das Drehbuch von den professionellen Filmbewertern bedacht, obwohl die ueberzeugenden schauspielerischen Leistungen leicht von den perfekt aufeinander abgestimmten Details ablenken. Schauspieler ... Wie Kim Basinger, die einen Preis erhielt, haucht JEDER Schauspieler seinen Charakter auf dem gleichen, hohen Niveau eine ausserordentliche Lebendigkeit ein. Kim Basinger ist in einer Nebenrolle die widerspruechliche Edel-Hure Lynn Bracken. Dem vielseitigen Russel Crowe gelingt die Darstellung von Bud White ganz locker, fuer den die Gewalt, das bevorzugte Ausdrucksmittel ist. Immer wieder ein Genuss sind die Darbietungen von Kevin Spacey, der hier als Celebrity Cop Jack Vincennes Insider-Informationen an die Presse verkauft und dem verlorenen Sinn in seinem Leben nur noch mit Sarkasmus und Zynismus entgegentritt. Besondere Aufmerksamkeit verdient Guy Pearce als Ed Exley, der seine Kollegen unabhaengig von Recht oder Unrecht verraten wuerde, wenn es nur seiner Karriere dient. Danny DeVito lockert den Film als Reporter Sid Hudgeons mit komoediantischen Zuegen auf. Und natuerlich muss auch das wohlbekannte Gesicht von James Cromwell - hier als Capt. Dudley Smith - erwaehnt werden, der vorzugsweise ernste, hagere Autoritaetspersonen spielt ("The Sum Of All Fears", "Space Cowboys", "The Green Mile", "Babe"). Trotz der Gewaltszenen ist der Film eher ruhig, der andererseits unter der Oberflaeche eine stetig wachsende, wahnsinnige Spannung aufbaut, die sich am Ende in einem Showdown entlaedt. Das Bonusmaterial (3 "Making of"s, Infos ueber die 50er Jahre, Deleted Scenes, ...) ist zufriedenstellend und vom Umfang her befriedigend. 5 Sterne ... Kritiker vergleichen den Film haeufig mit Roman Polanskis "China Town". Dieser Vergleich laesst "L.A. Confidential" zuwenig Ehre zukommen. Fuer zukuenftige Filme wird "L.A. Confidential" gleichermassen wie das ebenbuertige "China Town" als Messlatte dienen. Bei "L.A. Confidential" stimmen nicht nur das Drehbuch und Kim Basinger, sondern auch alle anderen Details, alle anderen Schauspieler und deren gesamte harmonische Komposition. Bei jedem Sehen koennen neue der unzaehligen Details entdeckt werden.
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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Phantastisch!!!!!!, 24. Januar 2007
Ich habe mir L.A. Confidential auf eine Empfehlung hin gekauft und seitdem lag die DVD bei mir zu Hause im Regal. Fast ein halbes Jahr später komme ich erst dazu, mir den Film anzuschauen. Dass er gut ist haben mir schon einige Leute gesagt, wenn ich aber gewusst hätte wie gut er ist, dann hätte ich ihn mir bestimmt schon vorher angeschaut. Zum Inhalt: L.A. in den 30er oder 40er Jahren. Ein Blutbad erschüttert die Stadt. 6 Menschen müssen vermeintlich sinnlos bei einem Raubüberfall auf einen Coffee Shop ihr Leben lassen. Darunter auch ein Cop. Dessen Kollegen beginnen daraufhin die Ermittlungen und stoßen dabei ein Geflecht aus Drogenhandel, Prostitution, Korruption und Morden. Um den Fall bzw. die Fälle zu lösen, wenden die Polizeibeamten selber nicht immer saubere Methoden an. Bald müssen sie erkennen, dass viele ihrer eigenen Leute auch nicht sauber sind. Regisseur Curtis Hanson verfilmte mit L.A. Confidential den Weltbestseller von James Ellroy "Stadt der Teufel" (mittlerweile wegen dem Fim umbenannt in "L.A. Confidential - Stadt der Teufel"). Dabei schafft Hanson ein Kunststück, was nur wenige schaffen: Der Film ist mindestens genauso gut, wie das Buch! Mit Ausnahme des Schlusses kommt L.A. Confidential ohne große Actionszenen aus. Dennoch ist es Hanson gelungen einen knallharten, komplexen und vor allem bis zur letzten Minute spannenden Thriller zu drehen. Der Film ist mit Guy Pearce, Russell Crowe, Kim Basinger, James Cromwell, Kevin Spacey, Danny DeVito, David Strathairn und Ron Rifkin hochkarätig besetzt und überzeugt nicht nur mit Namen, sondern auch mit schauspielerischen Höchstleistungen. Zur DVD: Bild und Ton kommen in sehr guter Qualität daher. Einziger Wehrmutstropfen sind die fehlende Übersetzungsuntertitel: Für die deutsche DVD wurde das US Masterband genommen, die deutsche Tonspur drübergelegt und ein deutsches Menü vorangestellt. Aus diesem Grund haben gut gemachte DVDs immer Untertiteleinblendungen an Stellen, wo Übersetzungen von Schildern, Briefen etc. notwendig sind. Diese Übersetzungs-Untertitel fehlen (bzw. kommen nur vor, wenn man generell deutsche Untertitel auswähle). Das ist schade, denn in L.A. Confidential werden oft Zeitungsüberschriften eingeblendet, die zum Verständnis des Filmes notwendig sind. Normalerweise gebe ich DVDs mit diesem Manko einen Stern Abzug. Das ich es hier nicht mache, zeigt nochmals wie begeißert ich von diesem Film bin. Fazit: L.A. Confidential ist der beste Thriller, den ich je gesehen habe. Unbedingt kaufen!!!!!!!!!
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