Meine Meinung:
Es ist wirklich unglaublich, wie man eine Lügengeschichte ein ganzes Buch lang aufrecht erhalten kann, ohne das es dabei auch nur eine Minute unrealistisch oder langweilig werden würde. Pannen und peinliche Situationen der Protagonisten sind vorprogrammiert und nicht selten schüttelt man als Leser schmunzelnd den Kopf, so von wegen "das könnte mir aber überhaupt nicht passieren" .. um sich im nächsten Moment zu fragen: "oder vielleicht doch"? Denn die beiden Protagonisten lügen auf so charmante Weise, umkreisen sich, verstricken sich immer weiter und scheinen dabei so furchtbar unglücklich zu sein. Doch die Beiden sind diejenigen, die das als Letzte wahrhaben wollen. Also irgendwie eine Geschichte wie aus dem wirklichen Leben.
Das Buch ist abwechselnd aus den Ich-Perspektiven von Franca und Oliver geschrieben. Ich lese überhaupt gerne Bücher, die in dieser Perspektive geschrieben sind. Denn irgendwie kann man sich hier immer in Stück leichter fallen lassen, fühlt sich den Charaktären näher. Und die Autorin schafft es hier auch wunderbar, zwischen den Beiden hin und her zu wechseln, ohne daß man das Gefühl hat, der Handlungsverlauf würde irgendwie stoppen. Ich fand beide Handlungsstränge übrigens sehr interessant zu verfolgen. So wußte man immer, wie der eine auf den anderen reagierte, ohne daß die Beiden es voneinander wußten und man hatte das Gefühl, ihnen ein Stück weit überlegen zu sein.
Das ich so langsam zu Gabriellas größtem Fan mutiere, brauche ich hier wohl kaum noch einem länger zu erklären. Aber sie schafft es einfach immer und immer wieder, mich mit ihren Geschichten in den Bann zu ziehen. Man möchte sich am liebsten für Stunden auf der Couch einrollen und das Buch nicht wieder aus den Händen legen. Dabei ist es noch nicht einmal eine atemlose Spannung, die einen am Buch festhält, sondern mehr dieses Gefühl, man trifft alte Bekannte. Man taucht in eine freundliche Welt, mit kleinen Verwicklungen. Folgt der Geschichte einer Autorin, die es einfach schafft, mit ihrem Schreibstil ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern und den Mantel einer Umarmung um einen zu hüllen.
Auch diese Geschichte hier ist wieder typisch Gabriella. Die Geschichte spielt in Hamburg. Man erlebt beste Freundinnen, verletzte Gefühle, fühlt die ersten zarten Schmetterlinge der Protagonisten im Bauch und eigentlich wünscht man sich nur, Teil dieser Geschichte zu sein. Denn selbst wenn es drunter und drüber geht, die Hauptpersonen traurig sind oder verzweifelt. Über allem liegt immer irgendwie etwas absolut positives, was einem ein wundervolles Gefühl vermittelt.
Fazit:
Wer leichte Unterhaltung sucht und sich für ein paar Stunden fallen lassen möchte, der ist hier genau richtig. Eine wundervolle Geschichte mit Liebe, Glück, Humor und einer Prise Traurigkeit zaubert uns für einige Stunden ein Lächeln aufs Gesicht.