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Pressenotiz zu : Die Tageszeitung, 04.04.2000
Mit Sympathie betrachtet Angelika Ohland den zweiten Roman der aus der DDR stammenden Katrin Dorn, die sie innerhalb der jungen deutschen Literaturszene eher zu den traditionellen Erzählern rechnet - was Ohland aber keineswegs auf die Inhalte angewandt wissen möchte. Eine Familien- und Beziehungsgeschichte, das Ost-West-Verhältnis und "die Kommunikationslosigkeit der in der Kommunikationsgesellschaft herangewachsenen Generation" sind Thema dieses Buches. Dorn sieht "Lügen und Schweigen als Dialektik der Therapiegesellschaft", schreibt Ohland, wobei sich das Lügen eindeutig der westliche Talkgesellschaft und das Schweigen dem DDR-Regime zuordnen läßt. Das Buch geizt nicht mit parodistischen Seitenhieben auf die Psychoszene, berichtet Ohland amüsiert.
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Kurzbeschreibung
Wenn es um Gefühle geht lügen sie fast alle: Vera und Vincent, ihre Eltern, ihre Freunde. Manchmal erfinden sie Geschichten, damit man ihnen nicht zu nahe kommt oder sie in Ruhe lässt, meist aber schweigen sie nur - was nicht bedeutet, dass sie nicht reden würden. Katrin Dorns Roman über Liebesentzug und -sehnsucht, über Lügen und Missverständisse, über Sprachlosigkeit und Redeverweigerung ist präzise, traurig und grotesk.
Katrin Dorn, geboren 1963, wuchs in Thüringen auf und lebte von 1984 bis 1995 in Leipzig. Sie studierte Psychologie und arbeitete seit 1991 für verschiedene Theaterprojekte und literarische Veranstaltungsreihen. Durch ihre Initiative wurde 1993 die Literaturzeitschrift -eDIT -Papier für neue Texte- gegründet, deren Chefredakteurin sie bis Ende 1995 war. Seit 1996 lebt sie in Berlin.