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Lügen in Zeiten des Krieges
 
 
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Lügen in Zeiten des Krieges [Gebundene Ausgabe]

Louis Begley
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 5. Aufl. (1994)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518406523
  • ISBN-13: 978-3518406526
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Louis Begley
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Lügen in Zeiten des Krieges
OT Wartime LiesOA 1991 DE 1994 Form Roman Epoche Moderne
Lügen in Zeiten des Krieges von Louis Begley gehört zu den wichtigsten Holocaust-Romanen des 20. Jahrhunderts. Insbesondere die Schilderung des Warschauer Aufstands aus der Sicht eines Kindes macht das Buch zu einem Dokument, dessen Lektüre unter die Haut geht.
Entstehung: Begley war 57, als er 1991 seinen ersten Roman veröffentlichte. Um Lügen in Zeiten des Krieges zu schreiben, ließ er sich vier Monate von seiner New Yorker Rechtsanwaltskanzlei beurlauben. Der Roman trägt stark autobiografische Züge.
Inhalt: Lügen in Zeiten des Krieges schildert die Kindheit des polnischen Jungen Maciek wäh-rend des Zweiten Weltkriegs. Maciek stammt aus einer gut situierten jüdischen Arztfamilie. Seine Mutter starb im Kindbett; einen Mutterersatz fand der Junge in seiner Tante Tanja. Aus der Perspektive von Maciek wird beschrieben, wie es dem Jungen und seiner einfallsreichen, mit allen Wassern der Verstellungskunst gewaschenen Tante gelingt, ihr Leben zu retten. Als Mutter und Sohn katholischen Glaubens getarnt, schlagen sie sich von Versteck zu Versteck durch. Die Lüge wird für die beiden zur wesentlichen Existenzgrundlage. Tanja denkt sich stets aufs Neue eine möglichst überzeugende Geschichte aus und studiert mit dem kleinen Maciek die Version ein, die er im Fall einer Befragung wiedergeben soll.
Parallel zu dem Lügengebäude, mit dem Tante und Neffe den Holocaust überleben, bemüht sich Tanja um die Erziehung und Bildung des ihr anvertrauten Kindes. Dazu gehört Unterricht im Luftschutzkeller ebenso wie die – parallel zu den offiziellen Vorbereitungsstunden auf die Erstkommunion erfolgende – heimliche Einführung in den jüdischen Glauben.
Aufbau: Dem Romangeschehen hat Begley eine kurze Rahmenhandlung vorangestellt, die auf vier Seiten einen 50-jährigen Mann beschreibt, der sich aus dem Kind Maciek entwickelt haben könnte. In Interviews danach befragt, beteuerte Begley immer wieder, dass sich hinter dieser Person nicht er selbst verberge.
Die Binnenhandlung ist in sieben Kapitel gegliedert. Im achten Kapitel wechselt Begley – für den Leser überraschend – die Perspektive: Ein allwissender Erzähler berichtet, wie es dem heranwachsenden Maciek in den Nachkriegsjahren ergangen ist. Seinen jüdischen Namen konnte er auch nach Kriegsende nicht wieder annehmen, denn im befreiten Polen wurde bereits kurz nach dem Krieg das nächste Pogrom ausgerufen. Und auch in dieser Zeit trugen Lügen dazu bei, das Überleben zu sichern.
Wirkung: Begleys Erstling Lügen in Zeiten des Krieges wurde unmittelbar nach Erscheinen zu einem Bestseller. Die Kritik lobte neben der eindrucksvollen Schilderung einer verlorenen Kindheit vor allem die Sprache, die trotz der grausamen Umgebung, in der die Handlung spielt, mal schlicht und dann wieder fantasievoll, fast lyrisch ist. Das Buch wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. M. E. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

"Ein Mann von fünfzig Jahren könnte er sein, schon leicht gebeugt, ein Mann mit freundlichem Gesicht und traurigen Augen. Er lebt verhältnismäßig angenehm in einem friedlichen Land. Er umgibt sich gern mit Büchern... Er bewundert die 'Äneis'. In ihr fand er zum erstenmal literarisch ausgedrückt, was ihn quälte: die Scham, am Leben geblieben zu sein, während seine Verwandten und fast alle anderen im Feuer umgekommen waren..." Der 1933 in Polen geborene Louis Begley erzählt die Geschichte eines jüdischen Jungen. Maciek wächst in einer begüterten polnischen Arztfamilie auf. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs bedeutet für ihn Angst, Flucht, Verfolgung und schließlich den Verlust der Identität.

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38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
„Wenn man die Tür zu einer dunklen Vergangenheit öffnen will, dann läuft man Gefahr, sich die Hand am glühenden Türgriff zu verbrennen. Die literarische Form des Romans erlaubt hier eine Distanzierung, sie ist wie ein handschuh, den man sich anzieht, um die Hitze ertragen zu können." So sieht Louis Begley in der Form des Romans eine „Art Schutzhaut", die es ihm erlaubt, „meine eigene Geschichte erzählen zu können". Louis Begley wurde 1933 als Kind jüdischer Eltern in Polen geboren. Die Familie überlebte die Shoah und emigrierte in die USA. Das literarische Erstlingswerk des New Yorker Anwalts erzählt die Geschichte der Kindheit des polnischen Juden Maciek zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Aus der Perspektive des kleinen Jungen wird erzählt, wie es ihm und seiner Tante immer wieder gelingt, ihr Leben durch Lügen zu retten. Die Lüge wird so zur Existenz-Vorraussetzung; der Verlust der eigenen Identität ist der Preis für das Überleben. Am Anfang des Buches ist von dem Mann die Rede, der aus diesem Jungen Maciek geworden ist, von seiner „Scham, am Leben geblieben, mit heiler Haut, ohne Tätowierung davongekommen zu sein, während seine Verwandten und fast alle anderen im Feuer umgekommen waren..." Louis Begley spricht in einem Interview von seiner eigenen Scham, die er „als Überlebender des Holocaust empfunden" habe. Viel Autobiographisches steckt in diesem Roman, Realität und Fiktion greifen ineinander; und dies in einem auf hohem sprachlichen Niveau. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Darf man lügen? Man muß! 15. September 2007
Von Polar
Format:Gebundene Ausgabe
Als Europäer müßte man vor dem 21. Jahrhundert auf die Füße fallen und ihm danken, nicht im 20. festgesteckt zu haben. Das Leben Macieks ist wohlbehütet bis zu jenem Tag 1939, der den Schrecken nach Polen brachte. Die Familie zerrissen, ihres Schutzes beraubt, das ganze Augenmerk gilt nur noch dem Überleben. Sei es, indem man mit dem Feind sich einläßt, sei es, daß man durch ein Wechselbad der Lügen marschiert, die allesamt so schwach sind, daß man es manchmal überhaupt nicht fassen kann, wenn sie greifen. Der Krieg erreicht auch die Kleinstädte, er findet längst nicht mehr nur auf den Schlachtfeldern statt. Er kriecht in die Seelen. schürt die Angst trotz falscher Papiere entdeckt, deportiert oder gleich erschossen zu werden.

Wie Tanja und Maciek die Katastrophe überleben, ist ein Lehrstück menschlichen Willens, niemals aufzugeben, sich durchzubringen, auf bessere Zeiten zu hoffen. Daß nach dem Wahn der Deutschen dann die Sowjets vor der Tür stehen und die Odyssee weitergeht, mag angesichts der Opfer wie eine sarkastische Laune des Schicksals wirken. Bücher wie das von Louis Begley sollten schwankende Europäer zur Hand nehmen, wenn ihnen die Kosten für ein geeintes Europa zu hoch erscheinen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lügen, um zu überleben 3. Februar 2008
Von R. Funk
Format:Gebundene Ausgabe
Dieser Roman ist kein Fantasieprodukt sondern traurige Realität. Louis Begley, ein New Yorker Anwalt, der als Ludwig Begleijter geboren wurde, hat als jüdisches Kind Krieg und Holocaust in Polen überlebt. Was er als Ich-Erzähler beschreibt, trägt starke autobiographische Züge.

Der kleine Maciek hat seine Mutter verloren, da diese im Kindbett verstarb, wächst aber trotzdem behütet in einer polnischen Mittelstadt auf. Sein Vater ist ein geachteter Arzt. Das Kind wird von seiner Tante Tanja, den Großeltern und einem Dienstmädchen umsorgt, bis die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges hereinbricht. Damit beginnt eine Odyssee, welche die Familie nicht nur um ihren Besitz bringt, sondern diese auch völlig auseinanderreißt. Der Vater kämpft im Osten zusammen mit der Russischen Armee. Die Großeltern und Tanja mit dem kleinen Maciek entrinnen dem Ghetto und der drohenden Deportation mit falschen "arischen" Identitäten und getrennten wechselnden Aufenthaltsorten.

Maciek ist unter der Obhut Tanjas gezwungen, sich je nach Situation einen neuen Lebenslauf einzuprägen und sein ganzes Verhalten daran auszurichten. Er muß wie ein Schauspieler seine jeweilige Rolle lernen. Nur so können die beiden im Untergrund überleben, zunächst im galizischen Lemberg und später in Warschau, wo sie den ganzen Schrecken des Warschauer Aufstands und dessen Folgen miterleben. Der Feind besteht nicht nur aus deutschen Nazischergen, sondern auch aus den eigenen katholischen Landsleuten, weshalb nach dem Krieg aus Furcht vor Pogromen die falsche Identität beibehalten werden muss.

Begley schreibt aus der Sicht des Kindes, jedoch ohne eine infantile Sprache zu verwenden, mit einer Eindringlichkeit, die unter die Haut geht. Es scheint, als hätte der Autor erst nach jahrzehntelanger Verarbeitung der eigenen Erlebnisse, die Worte gefunden, um dieses Grauen zu beschreiben. "Maciek war ein Kind, und unser Mann hat eine Kindheit, die zu erinnern er nicht ertragen kann; er hatte sich eine Kindheit erfinden müssen."

Begley macht den Leser so betroffen, dass dieser dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.
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Veröffentlicht am 18. Juni 2007 von C.N.
Der Mensch im Fadenkreuz des Holocaust
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Veröffentlicht am 17. Mai 2007 von Martyn
Bedrückend
Bekanntes Thema: Juden in Polen während des 2. Weltkrieges.

Hier geht es konkret um den Jungen Maciek, der mit seinem Vater, seiner Tante Tanja, der Schwester seiner... Lesen Sie weiter...

Veröffentlicht am 9. September 2005 von Valentine
Einfach großartig.
Der Autor überrascht immer wieder positv durch gleichbleibend hohe brillante Erzähltechnik. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. März 2005 von Adolf Kempener
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