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Zum Beispiel find ich es wirklich albern wenn der Autor meint, nur weil die UdSSR vor dem Flug Juri Gagarins bereits Raumkapseln ins All geschossen hat, die für bemannte Raumflüge taugten, seien auch Menschen an Bord gewesen. Den naheliegenden Gedanken, daß man diese Kapseln vielleicht ausprobieren wollte, ehe man jemanden reinsetzt, ist ihm wohl nicht gekommen!? Den Gedanken daß Gagarin vielleicht nicht der Erste im All war, halte ich gar nicht für so abwegig, dennoch sollte man solche Überlegungen auf soliedere Argumente stützen.
Oder die Theorie, die Mondlandefähre wäre überhaupt nicht steuerbar gewesen, da sie einen hoch liegenden Schwerpunkt besaß und auf dem Strahl von nur einem Triebwerk pendelte... Da frag ich mich, wie es denn dann fünfzig bis hundert Meter hohe Raketen von der Erde ins All schaffen, und das bei einer Gravitation die zehnmal höher als auf dem Mond ist.
Alles in allem vermisst man hier Wissenschaftlichkeit und nüchterne Gedankengänge. Die Ansicht, das Buch sei "gut recherchiert", wie ein Rezensent vor mir meinte, kann ich auf keinen Fall teilen.
Es gibt viele inhaltliche Fragwürdigkeiten und Fehler in seiner Vorgehensweise. Der Autor benutzt eine begrenzte Auswahl von Sachverhalten, die dazu geeignet sind seine eigenen Thesen zu stützen, ohne seine seiner eigenen Vermutungen zu hinter fragen.
Es wird auch nicht klar, ob der Autor eine These hat oder einen Beweis führen will. Statt einer eigenen Idee (denn das die Mondlandung gefälscht wurde, ist ein alter Hut) benutzt der Autor häufig die Formulierung "man könnte sagen" der dann eine Halbwahrheit folgt. Diese Halbwahrheit selbst wird nicht hinterfragt - dazu ist die Recherche zu schlecht. Einige Beispiele:
1.) Von einem italienischen Brüderpaar wurden im November 1960 angeblich Morsezeichen eines im Weltall gestrandeten Kosmonauten aufgefangen. Die Morsezeichen berichteten von einer Fehlfunktion des Bremstriebwerkes, daß den Unglücklichen in das Weltall hinaus katapultiert habe anstatt ihn abzubremsen. Der Autor gibt die korrekten Bahngeschwindigkeiten im Erdorbit und zum Verlassen an, hinterfragt aber nicht, ob die damaligen Kapseln überhaupt dazu in der Lage gewesen wären, solche Geschwindigkeitsänderungen zu bewirken. Ein kurzes Nachrechnen auf Schulniveau zeigt, daß hierzu soviel Treibstoff nötig ist, daß das Raumschiff fast viermal schwerer hätte sein müssen. Wie diese Kapsel mit den damals verfügbaren Trägerraketen hinauf befördert wurde geht der Autor nicht nach und das macht das Buch langweilig.
2.) Geradezu peinlich sind die photographischen Beweise, die der Autor anführt um Täuschung und Vertuschung zu beweisen. Er zeigt ein Photo an dessen unterem Bildrand die Stiefelspitze eines Astronauten zu sehen ist. Mit der fest auf der Brust seines steifen Raumanzuges montierten Kamera, könne der unbewegliche Astronaut, so der sachverständige Autor, das Photo gar nicht gemacht haben. Aber nur wenige Seiten weiter in seinem Buch gibt es eine Aufnahme von Astronauten beim Training auf der Erde zu sehen, auf der deutlich zu erkennen ist, daß sich ein Astronaut nach vorne und nach unten beugt!
Der Autor geht sogar so weit eine Tuschezeichnung aus den Zeiten vor der ersten Mondlandung mit der Aufnahme einer startenden Mondfähre zu vergleichen, um zu beweisen, daß diese Photographie gefälscht ist. Es zeigt sich eine verdächtige Selektivität des Autors.
3.) Zurückgebrachtes Mondgestein lässt der Autor nicht als Beweis für eine stattgefundene, bemannte Landung gelten. Er argumentiert wie folgt: da wir kein Gestein zum Vergleich haben, könnten die Proben auch aufgesammelte Meteoriten aus der Antarktis sein und kein Mensch der Welt könne daher behaupten, daß das Gestein vom Mond stammt. Der Schachzug ist durchsichtig: diskreditiere was dir widerspricht. Dabei ist nur ein bißchen Nachdenken nötig, um diese Frage zu entscheiden. Einen norddeutschen Findling (und dazu bedarf es keines Studiums!) kann man auf den ersten Blick von einem Wüstenstein unterscheiden. Ebenso gibt es viele Möglichkeiten einen Mondstein von einem Erdenstein zu unterscheiden. Das alles muß man nicht selbst erarbeiten, geschweige denn studieren, da es im Internet veröffentlicht ist. Der Autor hätte lediglich sorgfältig recherchieren müssen.
Diese Beispiele zeigen, wie der Autor arbeitet. Es werden viele Punkte ohne inhaltlichen Zusammenhang angesprochen, es wird versucht etwas, dem Laien, Unverständliches zu finden, um dann ohne weitere Begründung zu folgern, daß die gesamte Begebenheit (also die Mondlandung) nicht stattgefunden hat.
Das alles mündet in die Behauptung, daß die Vereinigten Staaten oder deren militärisch-industrieller Komplex die Weltherrschaft anstreben. Daran ist nichts Neues, aber was die damalige Sowjetunion, die ihren Teil an Verschwörungstheorie ab bekommen, damit zu tun hat, bleibt rätselhaft und wird natürlich nicht beantwortet.
Bleibt letztendlich nach so viel Ungereimtheiten nur die Frage, ob dies aus Nachlässigkeit geschah. Oder man könnte fast fragen: aus Absicht?
- ein Punkt für die Photos.
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