Gerhard Wisnewskis hat sich mit diesem Buch die Aufgabe gestellt, Unstimmigkeiten der Geschichte der Weltraumfahrt aufzudecken. Dazu untersucht er die offiziellen Versionen und versucht durch hinterfragen bekannter, veröffentlichter Informationen zu zeigen, warum die angebliche Mondlandung eine Fälschung ist. Laut Wisnewski wollen die Weltmächte und internationalen Konzerne, dem ist er auf die Spur gekommen, die Weltherrschaft. Dieser Beweis, neben anderen Ungereimtheiten, mißlingt dem Autor gründlich.Es gibt viele inhaltliche Fragwürdigkeiten und Fehler in seiner Vorgehensweise. Der Autor benutzt eine begrenzte Auswahl von Sachverhalten, die dazu geeignet sind seine eigenen Thesen zu stützen, ohne seine seiner eigenen Vermutungen zu hinter fragen.
Es wird auch nicht klar, ob der Autor eine These hat oder einen Beweis führen will. Statt einer eigenen Idee (denn das die Mondlandung gefälscht wurde, ist ein alter Hut) benutzt der Autor häufig die Formulierung "man könnte sagen" der dann eine Halbwahrheit folgt. Diese Halbwahrheit selbst wird nicht hinterfragt - dazu ist die Recherche zu schlecht. Einige Beispiele:
1.) Von einem italienischen Brüderpaar wurden im November 1960 angeblich Morsezeichen eines im Weltall gestrandeten Kosmonauten aufgefangen. Die Morsezeichen berichteten von einer Fehlfunktion des Bremstriebwerkes, daß den Unglücklichen in das Weltall hinaus katapultiert habe anstatt ihn abzubremsen. Der Autor gibt die korrekten Bahngeschwindigkeiten im Erdorbit und zum Verlassen an, hinterfragt aber nicht, ob die damaligen Kapseln überhaupt dazu in der Lage gewesen wären, solche Geschwindigkeitsänderungen zu bewirken.
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Ein kurzes Nachrechnen auf Schulniveau zeigt, daß hierzu soviel Treibstoff nötig ist, daß das Raumschiff fast viermal schwerer hätte sein müssen. Wie diese Kapsel mit den damals verfügbaren Trägerraketen hinauf befördert wurde geht der Autor nicht nach und das macht das Buch langweilig. 2.) Geradezu peinlich sind die photographischen Beweise, die der Autor anführt um Täuschung und Vertuschung zu beweisen. Er zeigt ein Photo an dessen unterem Bildrand die Stiefelspitze eines Astronauten zu sehen ist. Mit der fest auf der Brust seines steifen Raumanzuges montierten Kamera, könne der unbewegliche Astronaut, so der sachverständige Autor, das Photo gar nicht gemacht haben. Aber nur wenige Seiten weiter in seinem Buch gibt es eine Aufnahme von Astronauten beim Training auf der Erde zu sehen, auf der deutlich zu erkennen ist, daß sich ein Astronaut nach vorne und nach unten beugt!
Der Autor geht sogar so weit eine Tuschezeichnung aus den Zeiten vor der ersten Mondlandung mit der Aufnahme einer startenden Mondfähre zu vergleichen, um zu beweisen, daß diese Photographie gefälscht ist. Es zeigt sich eine verdächtige Selektivität des Autors.
3.) Zurückgebrachtes Mondgestein lässt der Autor nicht als Beweis für eine stattgefundene, bemannte Landung gelten. Er argumentiert wie folgt: da wir kein Gestein zum Vergleich haben, könnten die Proben auch aufgesammelte Meteoriten aus der Antarktis sein und kein Mensch der Welt könne daher behaupten, daß das Gestein vom Mond stammt. Der Schachzug ist durchsichtig: diskreditiere was dir widerspricht. Dabei ist nur ein bißchen Nachdenken nötig, um diese Frage zu entscheiden. Einen norddeutschen Findling (und dazu bedarf es keines Studiums!) kann man auf den ersten Blick von einem Wüstenstein unterscheiden. Ebenso gibt es viele Möglichkeiten einen Mondstein von einem Erdenstein zu unterscheiden. Das alles muß man nicht selbst erarbeiten, geschweige denn studieren, da es im Internet veröffentlicht ist. Der Autor hätte lediglich sorgfältig recherchieren müssen.
Diese Beispiele zeigen, wie der Autor arbeitet. Es werden viele Punkte ohne inhaltlichen Zusammenhang angesprochen, es wird versucht etwas, dem Laien, Unverständliches zu finden, um dann ohne weitere Begründung zu folgern, daß die gesamte Begebenheit (also die Mondlandung) nicht stattgefunden hat.
Das alles mündet in die Behauptung, daß die Vereinigten Staaten oder deren militärisch-industrieller Komplex die Weltherrschaft anstreben. Daran ist nichts Neues, aber was die damalige Sowjetunion, die ihren Teil an Verschwörungstheorie ab bekommen, damit zu tun hat, bleibt rätselhaft und wird natürlich nicht beantwortet.
Bleibt letztendlich nach so viel Ungereimtheiten nur die Frage, ob dies aus Nachlässigkeit geschah. Oder man könnte fast fragen: aus Absicht?
- ein Punkt für die Photos.