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Die Lügen des Weißen Hauses. Wie die Regierung Bush die Welt täuscht [Taschenbuch]

Hans Leyendecker
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

2004


Auf der Spur der Schwindler und Drahtzieher im Weißen Haus - Hans Leyendecker zeigt, wer warum lügt


Lügen, Verdrehungen, Manipulationen sind Bestandteil der amerikanischen Politik geworden. Mitglieder ultrarechter Zirkel, an die Schaltstellen der Macht gelangt, versuchen, ihre politischen Visionen umzusetzen.
Hans Leyendecker schildert die Methoden, deren sich die Hardliner im Weißen Haus bedienen. Er beschreibt das Wirken zentraler Hintermänner, erzählt, auf welche Weise die Globalkrieger um Wolfowitz und Rumsfeld die Mär von der Bedrohung durch den Irak erfanden, und beleuchtet die Karrieren von einem knappen Dutzend der engsten Mitarbeiter Bushs. An vielen Fallbeispielen macht Leyendecker deutlich, wie die Bush-Regierung heuchelt, täuscht und Tatsachen verfälscht - und welch verheerende Folgen dies hat: Nicht nur das amerikanische Rechtssystem bleibt auf der Strecke, sondern auch die Glaubwürdigkeit der USA. Wohin steuert die letzte Supermacht? Und welche Interessen leiten sie wirklich?

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Rowohlt, Reinbek; Auflage: 1 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498039202
  • ISBN-13: 978-3498039202
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 603.751 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Zu behaupten, Politik sei ein ehrliches Geschäft, käme Hans Leyendecker wohl kaum in den Sinn. Dazu ist der politische Journalist viel zu lange schon mit den Scheinheiligkeiten und Winkelzügen des Politalltags vertraut. Und er weiß selbstverständlich auch, dass die ganze Wahrheit der Öffentlichkeit manchmal wirklich nicht zumutbar wäre. Doch die seltene Unverfrorenheit, mit der sich die Regierung George W. Bushs die Wirklichkeit nach ihrem Gusto zurechtbiegt, geht dem mit allen Wassern des politischen Realismus gewaschenen Leyendecker nun doch zu weit.

Die Lügen des Weißen Hauses wartet mit keinen neuen Enthüllungen auf. Aber es ist eine solide Zusammenfassung der haarsträubendsten und ungeheuerlichsten Lügen, die sich die US-Regierung in den letzten Jahren hat zu Schulden kommen lassen. Angefangen bei dem Auftritt von Außenminister Powell vor der UNO Anfang Februar 2003, bei dem die Weltöffentlichkeit mit gefälschten Geheimdienstdokumenten an der Nase herumgeführt werden sollte, bis zu den fast schon hilflos wirkenden Schauermärchen von der vermeintlichen Massenvernichtungswaffen-Achse Saddam-bin Laden.

Worum es Leyendecker aber eigentlich geht, das ist der geistig-moralische Humus, auf dem all diese Lügengeschichten gewachsen sind und der eine Bedrohung auch und nicht zuletzt für die amerikanische Demokratie darstellt. Zu dem bedrückenden politischen Klima in Washington gehören auch die puren Privatinteressen der politischen Führung, die Leyendecker uns ebenfalls noch einmal vor Augen führt. Ob, wie er zu hoffen scheint, die mögliche Wahl John Kerrys im Herbst 2004 tatsächlich einen Neuanfang markieren würde, mag dahin stehen. Davon, dass ein solcher nötig wäre, ist man nach der Lektüre überzeugter denn je. --Andreas Vierecke

Pressestimmen

Die dunkle Seite der Macht

... Neu hingegen ist sein geglückter Versuch, das Geflecht aus offenkundigen Lügen und frisierten Halbwahrheiten für den Leser zu entwirren und ihnen anderslautende Einschätzungen und Beweise gegenüberzustellen. ... Fazit: Eine spannende und kritische, zuweilen polemische Sicht auf die amerikanische Außen- und Sicherheitspolitik. -- literature.de, 23. August 2004


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Kundenrezensionen

4.0 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend geschrieben - brillant recherchiert 6. Juni 2004
Format:Taschenbuch
Ich war zunächst erstaunt, dass Leyendecker, der sich mit deutscher Politik sehr gut auskennt, ein Buch über das Weiße Haus und Amerika geschrieben hat.
Die Lektüre hat mich angenehm überrascht. Es ist kein Verschwörungs-Buch geworden, kein plumpes Anti-Bush-Buch, wenngleich klar ist, das Leyendecker ebenso wie der ehemalige Sicherheitsberater Richard Clarke für einen Wechsel in den USA eintritt.
Hochspannend fand ich die Beschreibung der Neokonservativen und ihrer Hintermänner. Mir war der Einfluss dieser Gruppen nicht so klar. Erstmals habe ich genau verstanden, wie die amerikanische Administration ihre Lügengeschichten entwickelt hat.
Hochinteressant sind die Geschichten über die Justiz in den USA und über Kerry.
Leyendecker macht klar, dass es mit diesem Kandidaten der Demokraten keinen radikalen Wechsel geben wird. Kerry hat der al Qaida den Kampf angesagt und definiert -im Einklang mit manchen Neokonservativen- Saudi-Arabien als potenziellen Feind Amerikas.

Fazit: Gut geschrieben, gut analysiert. Das wichtigste Buch aus Deutschland vor der Wahl in den USA am 2. November.

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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Thriller übers Weiße Haus 1. Juni 2004
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ein spannendes Buch, wie ein Krimi geschrieben. Obwohl mir einige Details bekannt waren, hat mich die Lektüre doch gefesselt. Es war wohltuend, dass der Autor offenkundig keinen Verschwörungstheorien nachhängt oder durch antiamerikanische Ansichten auffällt.
Er zeigt an einer Reihe von Beispielen, wie systematisch die Bush-Administration die Welt belogen und betrogen hat. Noch nie hat Amerika in einem solchen Ausmaß Verträge und Bündnisse missachtet und Freunde vor den Kopf gestoßen.

Interessant sind die Porträts der Hauptakteure, von denen die meisten Amerika so verändern wollten, dass das Land den Vorstellungen der Neokonservativen entspricht.
Irritiert hat mich ein wenig die Bewunderung des Autoren für einen Neokon wie Paul Wolfowitz, brillant hingegen fand ich das Stück über Cheney.
Die Geschichte, wie die Lügenfabrik funktionierte und wie die CIA parierte, war hochinteressant. Bedrückend die Kapitel über die Verwahrlosung des amerikanischen Rechtssystems.
Es gibt einen Song von David Bowie mit dem Titel „This is not America". Das war mal eine Anklage gegen das, was aus dem amerikanischen Traum geworden ist.
Nach Leyendeckers Buch muss man hoffen, dass der Alptraum mit dieser Regierung bald endet.

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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante Lektüre 19. Juni 2004
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Hans Leyendecker, Redakteur der "Süddeutschen Zeitung", legt hier eine Zusammenfassung der Lügen der Regierung Bush vor, um zu begründen, warum - wie es im Untertitel heißt - Amerika einen Neuanfang braucht.

Besonders überzeugend arbeitete Leyendecker die Stichwortgeber der aggressiven Außenpolitik, den Einfluß der sogenannten Think-Tanks, heraus. Dies sind von der Industrie finanzierte Denkfabriken, die die Grundzüge dieser Politik geplant und skizziert haben, sich jedoch - wie Leyendecker nachweist - dabei nicht immer an die Wahrheit halten, sondern die Interessen ihrer Auftraggeber auch gegen die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Forschung propagieren. Fazit: "Die konservativen Think Tanks...sind zu einer unheimlichen Macht geworden, und das gilt nicht nur für das Thema Irak" (S. 37). Herkunft, Meinungen und Ansichten konservativer Republikaner und der - überwiegend von den früheren Demokraten zu den Republikanern übergewechselten - sogenannten Neo-Konservativen wird exakt dargestellt und insbesondere die Rolle der publizistischen Vorreiter, dem Herausgeber des Weekly Standard, William Kristol und des bekannten Publizisten Robert Kagan herausgearbeitet (dessen Buch: "Macht und Ohnmacht" ein wichtiges Werk zum Verständnis der transatlantischen Beziehungen und der Sicht der Neokonservativen in den USA darstellt). Haupt- und Höhepunkt es Buches sind die Portraits der wichtigsten amerikanischen Bush-Berater, angefangen von Vizepräsident Cheney, Sicherheitsberaterin Rice, Vize-Verteidigungsmister Wolfowitz, dem auch in Europa bekannten Bush-Berater Richard Perle und den Ministern für Verteidigung, Rumsfeld und Aüßeres, Colin Powel.

Das Kapitel: "Die Lügenfabrik" untersucht die Legitimation der Kriegsgründe für den Irak-Krieg. Kritisch wird die Rede Außenminister Powellls vor der UNO am 5. Februar 2003 als Desinformation der Weltöffentlichkeit entlarvt. Auch die weiteren Lügen der Regierung Bush im Irak-Krieg, etwa die inzwischen widerlegte Behlauptung, der Irak habe versucht, sich in Afrika Uran zu beschaffen, wird beleuchtet. Die Zustände im US-Gefängnis Guantanmo werden ebenso scharf kritisiert. So fühlt sich der Autor angesichts der Sprachregelung der US-Regierung zu diesem Themenkomplex - und das Buch wurde vor der Bekanntgabe der Foltervorwürfe in US-kontrollierten Gefängnissen publiziert - an das "Neusprech" in George OrRwells Roman "1984" erinnert. "Man hört Gerechtigkeit und sieht unkontrollierte Militärjustiz, man hört Verhör und muss Folter befürchten. Der Stärkere legt die Bedeutung der Wörter fest." (S. 179). Allerdings ist Leyendecker auch davon überzeugt: "Das Pendel schwingt allmählich zurück". Er hofft im "Kampf um Amerika" auf einen Sieg des demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry, der gerne unterschätzt werde (S. 201). Kerry sei liberal, aber kein Linker. Gerade dies sei seine Chance, am 2. November 2004 zum Nachfolger Bushs gewählt zu werden.

In einem brillianten Essay: "Lügen haben kurze Beine - Aus einem Geschichtsbuch des Jahres 2010" schreibt der Autor der Geschichte der USA fort - in zwei Varianten: zum einen erörtert der die Folgen einer Wiederwahl Bushs, in der letzteren Version bilanziert er "Die ersten Jahre der Ära Kerry". Eine Literaturliste beschließt den Band.

Während Teil 1 meines Erachtens sehr gut geraten ist und überzeugend die ideologischen Wurzeln der derzeitigen amerikanischen Innen- und Außenpolitik darlegt, wirk Teil 2: "Die Lügenfabrik" auf mich insgesamt zu dürftig. Die Fokussierung auf die Lügen des Irak-Krieges verdeckt die gesellschaftliche Veränderung, die die "Bush-Bilanz" (Elmar Theveßen) dem Land beschert hat. Dieser Teil ist zu kurz und oberflächlich geraten.

Wer hier genauer informiert werden möchte, sollte zu Elmar Theveßens: "Die Bush-Bilanz", dem meines Erachtens besten Buch zu diesem Thema oder dem ähnlich gelagerten Werk: "Die Lügen des Georgte W. Bush" von David Corn greifen. Letzteres ist auch in der Literaturliste Leyendeckers angegeben.

Insgesamt dennoch wegen des hervorragenden und gut lesbaren ersten Teils 4 Punkte.

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