Ich habe Elke Naters Roman "Lügen" geschenkt bekommen und zwar vor knapp zwei Jahren. Erst wollte ich dieses Buch gar nicht lesen. Ich habe eine Abneigung gegen hirnlose Texte, in denen das Wort Lippenstift und die Namen gewisser Designer pausemlos vorkommen. Ich dachte, dass "Lügen" ein solcher Roman sei und daher habe ich ihn erst einmal zur Seite gelegt. Nun bin ich doch noch dazu gekommen Elke Naters Roman zu lesen und bin begeistert.
Der Roman handelt von Augusta, die Single ist und Angst hat als neurotisches Wrack angesehen zu werden. Tatsächlich beobachtet sie ihre beste Freundin und Feindin zugleich, die früher Bärbel, Babsi und Barbara hieß und nun Be, ständig. Aber sie urteilt nicht nur über Be, sie beobachtet sich auch selbst, hat Angst davor, peinlich zu sein und führt daher ein äußerst reaktionäres Leben. Doch dann tut sich was in Bes Leben. Zuerst ist Augusta verwundert, erkennt Be erst nicht wieder und kommt dann wieder zu dem Entschluss, dass sich Be nie ändern wird. Augustas Urteil über Be fällt oft etwas zu ungerecht aus. Augusta hält Be für eine Lebenslügnerin, die viel mehr sich als andere belügt. Erst ganz am Ende wird Augusta bewusst, wer sich selbst belügt oder viel mehr um sein eigenes Leben betrügt. Bis zu dieser Erkenntnis, die mit einem gewissen Entschluss verbunden ist, verspricht der Roman "Lügen" äußerst heitere, aber auch viele nachdenkliche Minuten.
Elke Naters Roman "Lügen" ist nicht hirnlos. Er ist nur auf eine angenehme Art und Weise locker und leicht zu lesen und obwohl immer wieder von Lügen die Rede ist, verstecken sich viele Wahrheiten in diesem wirklich reizenden Roman.