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Lügen über meinen Vater [Gebundene Ausgabe]

John Burnside , Bernhard Robben
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

8. März 2011
Eine Geschichte von alttestamentarischer Wucht – John Burnsides großer Text über seinen Hass auf den Vater

Am Ende wünscht John Burnside seinem Vater nur noch den Tod. Er hat für den Mann, der über Jahre die Familie terrorisiert, der lügt und säuft, einzig Hass übrig. Doch er verbirgt seine Gefühle und schweigt. Bis die Begegnung mit einem Fremden ihn zwingt, sich seinen Erinnerungen zu stellen und diese Geschichte von alttestamentarischer Wucht zu erzählen.

Der Vater war ein Nichts. Als Säugling auf einer Türschwelle abgelegt. Zeitlebens erfindet er sich in unzähligen Lügen eine Herkunft, will Anerkennung und Bedeutung. Er ist brutal, ein Großmaul, ein schwerer Trinker, ein Tyrann. Seine Verachtung zerstört alles, die Mutter, die Familie, John. Dieser hat als junger Mann massivste Suchtprobleme, landet in der Psychiatrie und erkennt in den eigenen Exzessen den Vater. Erst die Entdeckung der Welt der Literatur eröffnet ihm eine Perspektive. Nur einem Autor vom Kaliber John Burnsides kann es gelingen, eine solche, auch noch autobiographische Geschichte in Literatur zu überführen. So ist dieses Buch ein radikal wahrer Blick in die menschlichen Abgründe und zugleich eine Feier der Sprache.


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Albrecht Knaus Verlag (8. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3813503151
  • ISBN-13: 978-3813503159
  • Originaltitel: A Lie about my Father
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 191.045 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"John Burnside ist einer der sprachmächtigsten Sinnsucher der britischen Literatur." (Elmar Krekeler, Die Welt)

" 'Lügen über meinen Vater' ist ein Buch von fast monumentaler Wucht." (Profil)

" 'Lügen über meinen Vater' ist ... ein Schlüssel zu Burnsides Welt." (Frankfurter Rundschau)

"In seinem Erinnerungsband setzt sich John Burnside auf sehr poetische und schmerzlich intensive Weise mit seiner Beziehung zum Vater auseinander." (Wiener Zeitung)

"Burnsides Blick hinter die mühsam aufrechterhaltenen Kulissen einer zutiefst zerrütteten Familie ist schmerzhaft genau." (Nassauische Neue Presse; Frankfurter Neue Presse)

"Es ist eine Wut- und Klagerede, eine Abrechnung. Aber sie ist, und das ist die herausragende Stärke dieses Buchs, frei von Larmoyanz und Selbstmitleid." (Focus Online)

Über den Autor und weitere Mitwirkende

John Burnside gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Großbritanniens. Für sein Werk aus Lyrik und Prosa erhielt er zahlreiche Preise. „Lügen über meinen Vater“ war in Großbritannien ein Bestseller.

Im Knaus Verlag erschienen bisher seine beiden Romane „Die Spur des Teufels“ und „Glister“. Sie wurden von der Kritik mit höchstem Lob bedacht.

Bernhard Robben, geb. 1955, lebt in Brunne/Brandenburg und übersetzt aus dem Englischen, u. a. Salman Rushdie, Peter Carey, Ian McEwan, Patricia Highsmith und Philip Roth. 2003 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW ausgezeichnet, 2013 mit dem Ledig-Rowohlt-Preis für sein Lebenswerk geehrt.

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Kundenrezensionen

4.6 von 5 Sternen
4.6 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Liebe, Hass und Gewalt 27. März 2011
Format:Gebundene Ausgabe
'Am Ende wünscht John Burnside seinem Vater nur noch dem Tod'.

Dieser Satz prangt auf der Rückseite des Buches und gibt in bester Weise bereits die Richtung des gesamten Romans vor. Die Geschichte einer Familie, eines Vater - Sohn Verhältnisses, dass, so ebenfalls der Klappentext, mit 'alttestamentarischer Wucht' in die tiefen menschlichen Empfindens und menschlichen Existenz, in die Tiefen der festesten Bande hineinreicht, die Menschen kennen. Hinein in die Bindung an den Vater, dem sich jedes Kind, vor allem jeder Sohn, voll innerer Hoffnung zuwendet. Und die er nie im Leben wird wirklich abschütteln könnten, auch dass ist die schonungslose Essenz dieser Lebensgeschichte.

'Ein Mann handelt, ein Mann benutzt, ein Mann zerstört, ein Mann beherrscht'.
Das sind die Werte, die John Burnsides Vater lebt, in sich trägt, vertritt.
Sanftmut, Liebe und Feinsinnigkeit kommen in diesem Wertekanon nicht vor.

Alkohol, Härte, Egozentrik, Lüge und Betrug, das ist, wie sich im Leben der Familie diese innere Haltung des Vaters ganz praktisch darstellt , die den Sohn angewidert, ohne Mitleid und voller Hass zurücklässt. Gefühle, die er wohlweislich dem Vater gegenüber nicht zeigt, doch die sich im Leben irgendwann einmal mit Wucht Bahn brechen werden. Gefühle gegenüber einem Vater, der ebenso als Kind bereits nicht gewollt war, der als Säugling vor einer fremden Tür abgelegt wurde und Zeit seines Lebens nach Anerkennung giert.
Den auch ein schwerer Unfall und die darauf folgende Anteilnahme der anderen innerlich nicht weicher macht. Da ist einer, der einfach am 'Rande der Dunkelheit steht und sich unbeobachtet glaubt'. Am Rande einer inneren, menschlichen Dunkelheit.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstaunliche Empfänglichkeit für die Präsenz 17. Juli 2011
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
John Burnside hat sich mit dem Krimi- Bildungs- und Gesellschaftsroman "Die Spur des Teufels" und dem Roman "Glister"- eine fesselnde Analogie über unsere Zeit und ihre gefühlskalte Gesellschaft- einen Namen gemacht, aber "Lügen über meinen Vater", eine mystische Dreiecksbeziehung von Vater, Mutter, Kind ist, nach Meinung vieler Pressestimmen, sein "bisher stärkstes Werk".

Es erfordert viel Mut solch eine autobiografische Geschichte zu publizieren. John Burnside erzählt schonungslos seine Familiengeschichte, weil er all den Lügen und dem kränkendem Terror, den sein Vater ihm und der Familie zugefügt hat, die Imagination entgegen setzen will. Das ist ein mögliches Motiv für dieses Buch, denn häufig zeigt sich die ganze Wahrheit erst in der beschworenen Fiktion, denn all die Schrecken, die im Buch geschildert werden, können unmöglich erfunden sein. Selten wurde in einem Sohn- Vaterbuch so tief in dunklen Kammern gegraben, selten habe ich eine solch essenzielle Familiengeschichte gelesen der jegliche Romantisierung abhanden gekommen ist und bei der offen und mitleidlos die profundesten Familiengeheimnisse gelüftet werden. Einerseits sind es schreckliche Situationen, die darin gipfelten, dass der hasserfüllte John Burnside seinem Vater den Tod wünschte, anderseits spricht er aber auch davon, dass er als Kind Glücksmomente erlebt hat. Zeitweilig hat er auch Verständnis für das Verhalten seines Vaters, einem elternlosen Findelkind ohne wirkliche Herkunft, einem durch und durch unglücklichen Menschen. Der Vater hat ein Leben lang Anerkennung gesucht, hat sich in der Schilderung über seine Herkunft hinter Lügen verbarrikadiert.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Terror kommt durch die Hintertür 20. Juni 2011
Von Rilke
Format:Gebundene Ausgabe|Verifizierter Kauf
Ich benötigte ein paar Seiten, bis ich mich in den Schreibstil und die Sprache des Autors eingelesen hatte. Zu Anfang vermisste ich auch die testamentarische Wucht, von der im Vorfeld gesprochen wurde. "Ist das etwa alles?" waren meine ersten Gedanken. Doch dann schlich sich der Terror durch die Hintertür und Burnside streute ihn mehr beiläufig als direkt in die Geschichte ein. Er setzte sich als Grundstimmung bei mir fest und interagierte mit dem eigenen Scheitern des Erzählers, das in einer Sprache geschildert wird, die sich als anspruchsvoll und dicht präsentierte. Ein selbstzerstörerisches Leben, hervorragend erzählt, bei dem es mich vor allem freut, dass John Burnside noch rechtzeitig den Absprung geschafft hat und versucht, es bei seinem eigenen Sohn besser zu machen.
Es wäre schön, wenn wir alle diesen Kraftakt der schonungslosen Selbstreflexion zuwege bringen würden - unsere Kinder haben es verdient und die Gesellschaft wäre eine bessere.

Chapeau, Mister John Burnside.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thorsten Wiedau HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch LÜGEN ÜBER MEINEN VATER von John Burnside trägt in sich autobiographische Züge und es sind gerade die wahren Geschichten die uns mitreißen und berühren. Seine Geschichte ist die Geschichte vieler von uns, vielleicht nicht so brutal, so niederreißend und so zerstörerisch, dennoch bleiben Parallelen. Väter haben viele Facetten und viele Väter haben Minderwertigkeitskomplexe, leiden an fehlender Selbstbestätigung, trinken und sind jähzornig - oftmals im Geheimen - nur die Kinder und die Ehefrau sehen diese Bilder, selten dringen solche Zerstörungen nach außen. In LÜGEN ÜBER MEINEN VATER von John Burnside stehen wir im Zentrum eines zerstörerischen Hurrikans, der den Sohn mitreißt, ihn in den Abgrund schleudert und von dort erst nach eine Metamorphose wider auferstehen lässt.

Was soll man halten vom Buch LÜGEN ÜBER MEINEN VATER von John Burnside? Alttestamentarisch nur aufgrund der Wucht und Zerstörungskraft des brutalen Patriarchats des Vaters, der seine Familie unerbittlich führt und sich auch um den gebrochenen Arm seines Sohnes nicht kümmert, ebenso wie um seine gebrochenen Finger. Soll doch der Filius das nächste Mal besser aufpassen, oder etwa nicht?

Harter Schnitt, der Vater brutal und unnachgiebig, selbst mit wenig Stolz und Eigenliebe ausgestattet, als Kind vernachlässigt und so auch zu seinem Sohn - der Sohn nimmt diese ganzen zerstörerischen Verhaltensweisen ebenso auf und verinnerlicht sie - damit führt auch sein Weg den Trümmerpfad hinab in die Leere - eine Geschichte die verstört und berührt - man leidet mit.
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