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Lúcios Bekenntnis
 
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Lúcios Bekenntnis [Gebundene Ausgabe]

Mário de Sá-Carneiro
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 134 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp (26. August 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518222678
  • ISBN-13: 978-3518222676
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 11,8 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 527.828 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Nach Verbüßung einer zehnjährigen Gefängnisstrafe für ein Verbrechen, das ich nicht begangen und das ich dennoch niemals abgestritten habe, gestorben für das Leben und für die Träume, so daß mir nichts mehr zu hoffen und nicht das Geringste zu wünschen bleibt, will ich nun doch mein Bekenntnis ablegen, das heißt meine Unschuld enthüllen." So beginnt die Geschichte einer tödlichen Dreierbeziehung, deren treibende Kraft nicht die Eifersucht, sondern das verwirrende, das allzu subtile Spiel mit den Geschlechterrollen ist.Màrio de Sà-Carneiro, 1890 in Lissabon geboren, 1916 in Paris durch Selbstmord gestorben, war einer jener frühvollendeten Schriftsteller zu Beginn dieses Jahrhunderts zwischen Fin de sie dc und Avantgarde, zwischen Dekadenz und modernistischem Aufbruch. 1912 lernte er Pessoa kennen. Gemeinsam gründeten sie die Zeitschrift Orpheu, deren beide einzige Nummern 1915 erschienen und die portugiesische Literatur revolutionierten. Lacios Bekenntnis mag den deutschen Leser an Rilkes Malte Laurids Brigge erinnern - aggressiver freilich, pessimistischer, erotisch stärker aufgeladen.

Über den Autor


Mário de Sá-Carneiro wurde 1890 in Lissabon geboren. 1912 veröffentlichte er seinen ersten Erzählband. Im gleichen Jahr ging er nach Paris, um Jura zu studieren, gab das Studium jedoch bald wieder auf und kehrte nach Lissabon zurück. 1914 erschienen seine ersten Gedichte sowie sein Roman A confissão de Lúcio (dt. Lúcios Bekenntnis, 1997). Gemeinsam mit Fernando Pessoa, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband, gründete er die Zeitschrift Orpheu, deren zwei einzige Nummern 1915 erscheinen und zu einem Fanal der Avantgarde und des portugiesischen Modernismo gerieten. 1916 beging Mário de Sá-Carneiro in Paris Selbstmord.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Beeindruckend 18. Mai 2001
Von E.A. Wz.
Dieses Buch, an der Wende zum 20.(!) Jahrhundert entstanden, mutet ganz und gar heutig an. Vordergründig eine Dreiecksgeschichte, die mit einem Mord endet, ist sie doch viel mehr: ein Blick in einen Vexierspiegel menschlichen Denkens, Handelns und Fühlens. Und wie sich die Eindrücke beim Betrachter immer wieder verändern, so wird auch der Leser mitgerissen von einem Rausch der Wörter, der Melodie der Sprache, den Farben und Düften. Daher ist es trotz seines "Alters" ein sehr zeitgenössisches Buch. Gelingt es, sich unmittelbar einzulassen, ohne zu sehr den Verstand zu gebrauchen, so entsteht ein hohes sommerlich leichtes Lesevergnügen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Marío de Sá-Carneiro (1890-1916) gehört - trotz eines sehr schmalen Werks - zu den wichtigsten Autoren der portugiesischen Moderne. Der Freund und Mitarbeiter von Fernando Pessoa hat Lyrik geschrieben, war Mitherausgeber einer Zeitschrift und hat einen einzigen kleinen, aber bedeutenden Roman geschrieben: "Lucíos Beknntnis". Im Alter von 26 Jahren setzte er seinem Leben in Paris durch Selbstmord ein Ende.

Das sollte man wissen, wenn man sich auf den Roman einlässt. Ein Roman, der moderner nicht sein kann, stellenweise an Rilkes "Malte Laurids Brigge" erinnert und die portugiesische Literatur nachhaltig beeinflusst hat.

Lúcío Vaz hat wegen eines Verbrechens, das er nicht begangen hat, mehrere Jahre im Gefängnis gesessen Rückblickend erzählt er davon. Vor allem von seiner Freundschaft mit dem Lyriker Ricardo de Loureiro und seiner Frau Marta im Paris zu Ende des 19. Jahrhunderts. Daraus entwickelt sich ein gefühlsmäßiges Verwirrspiel mit tödlichem Ausgang, eine komplexe Konstellation, die vom Leser fordert, Realität und Phantasie zu unterscheiden. Denn beides ist in hohem Maße gegeben.

Marta jedenfalls begehrt Lúcio. Der Autor wiederum lässt den Leser glauben, dass zwischen Ricardo und Lúcio ein homosexuelles Verhältnis besteht. Oder aber - wer ist wer in dieser am Ende tödlichen Dreíerbeziehung? Ist es vielleicht gar eine einzige Person, gespalten in ihrem Innersten und auf der Suche nach ihrer geschlechtlichen Identität. Alles ist möglich. So bleibt auch Lúcios Bekenntnis im Vagen. Interpretationsmöglichkeiten für den Leser zuhauf. So zum Beispiel, wenn Lúcio bekennt: "Und dann kommt mir der hoffnungsvolle Wunsch, eine Frau zu sein, und sei es nur dazu: um verzaubert meine nackten, hellweißen Beine unter leinenen Laken kalt zerfließen zu lassen."

Diese komplexe Situation findet ihre Entsprechung in der Sprache des Romans. Teilweise liest er sich wie eine ganz normale Erzahlung, um plötzlich in fast orgiastischen Bildern, in Metapghern abzugleiten. Dies alles sehr kunstvoll miteinander verbunden und von höchster Fertigkeit Immer wieder lässt auch Pessoa grüßen.

Ein weiterer Aspekt: Sá-Carneiro spielt gekonnt mit den den Geschlechterempfindungen, mit Homo- und Heterosexualität. Das führt ihn zur "Wollust in der Kunst" als ein "Rohstoff", aus dem sich Werke wie dieser Roman gestalten lassen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Verlangen und Verrat 7. September 2008
Verlangen und Verrat

De Sá-Carneiros Vater war es, der ihm und seinem heute weltberühmten Mitstreiter Fernando Pessoa die Herausgabe der Zeitschrift 'Orpheu' finanzierte, die im Portugal des Jahres 1915 einen weit über literarische Kreise hinausweisenden Skandal provozierte. Mit '"Lúcios Bekenntnis"' hat der nur 26-jährig aus dem Leben Geschiedene einen ansprechenden, angemessen verknappten Bohéme-Roman vorgelegt, der mit rotblonder Paris-Schwärmerei und einer mysteriös angelegten, in der zweiten Texthälfte in Gang kommenden Verlangen- und Verrat-Handlung aufwartet.

Nicht zu unrecht wurde der mit spannenden Rätselhaftigkeiten angereicherte Band in die Bibliothek Suhrkamp aufgenommen, der Eingang in den Olymp der Moderne muss de Sá-Carneiro allerdings verwehrt bleiben. Es fehlt bei allem sprachlichem Furor an Tiefenwirkung und einer wirklich tragenden Dramaturgie.

Sehr interessant, doch gleichsam störend wirkt, dass der Autor sich bei Wort-ensemblierungen nicht poetisch-assoziativ treiben lässt, sondern eineindeutigen Festlegungen folgt: So ist ein Künstler immer von einer Aureole umgeben, sind die Küsse der Geliebten immer Bisse. Besonders augenfällig wird diese Regelhaftigkeit bei der Wahl der Farbattribute. Der Text ist von Gold und Rotblond (die Krönung seiner Farb- und Empfindungsskala) nur so durchschwirrt, was den Lektürefluss irritiert, jedoch nicht dazu angetan sein sollte, das originelle Buch nicht in die Hand zu nehmen.
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