Ulla Meinecke, der ruhige Pol im Musikbusiness, eine die immer ihre Musik macht, auch wenn es nie für den ganz großen Erfolg gerreicht hat. Auf "Löwen" fügt sie ihrer Karriere eine neue Facette hinzu, indem sie Lieder covert, die ihr lieb sind. Sie ist dabei das Wagnis eingegangen, die Texte ins deutsche zu übertragen, was ihr sehr behutsam und mit Feingefühl gelungen ist.
Die Songauswahl bleibt fast durchgehend auf der sicheren Seite - hier hätte man sich mehr Wagnis gewünscht. Mit den Interpretationen ist es ähnlich: dort wo sie den Originalen neue Facetten hinzufügt sind die Interpretationen gut, wo sie zu nah an den Originalen klebt machen sich die neuen Stücke verzichtbar.
So eröffnet gleich das Titelstück mit einem trockenen Killergroove und scharfen Gitarrenriffs und entgrätet den Bette Middler-Klassiker auf furiose Weise.
"Da kommt ein Tag" erhält den melancholischen Charme des Originals, verstrickt sich zum Teil aber in der Übersetzung, "Ein Schritt vor und zwei zurück" überflügelt mit der warmen Stimme der Sängerin über einer zarten Akustikgitarre das Original.
"Midnight man" ist eher eine der verzichtbaren Versionen, weil die zwingende Konzentration des Originals fehlt und die stimmlichen Ausschmückungen von Katharina Frankh dem Song nicht gut tun, während "Das war schon immer so" immer deutschen klischeehaft und ausgelutscht klingt.
So bleibt ein Album mit guten Ansätzen, das aber zum Teil in zu zaghaften Neuinterpretationen stecken bleibt. Mehr Mut hätte und weniger Understatement hätten dem Album in diesem Fall gut getan, ein schönes und reifes ist es aber allemal