Eine Einführung in die lösungsorienierte Coaching-Situation, ein Basiswerk, in die systemische Kurztherapie. Eine überaus anstrengende, trockene, und langwierige, zähe Lektüre, über eine Methode, die man zwar kennenlernen kann, aber ob man damit auch mit der eigenen Auffassung und Haltung einhergeht, wie man Menschen in ihren "inneren Angelegenheiten" begleiten will, ist dann doch nochmal ein ganz andere Frage.
Gerne habe ich es nicht gelesen, und ich gebe es zu, im Zuge einer persönlichen Abklärung es gelesen zu haben, ob ich mich in eine entsprechende Ausbildung begeben soll, zu meinem Erstaunen habe ich mich dagegen entschieden. Dass wir Menschen heute "problemorientiert" sind, ist das Eine, dass hier ein Paar, versucht eine "lösungsorientierte" Therapie anzuleiten, hat schon was ungewohntes und auch revolutionäres, doch hat mich bisweilen, auch der Charakter des suggestiven ("Karen, wenn das Problem gelöst ist, was werden sie anders machen?") sowie für mein Empfinden auch manipulativen, ("Stellen Sie sich vor, es wäre Nacht und sie schliefen, und es passiert ein Wunder, und das Problem wäre gelöst. Wie würden Sie das wissen?") dann doch eher mich ein wenig skeptisch zurücktreten lassen.
Auch, dass Therapeuten hinter Spiegel sitzen und sich in Pausen über Klienten beraten, wirkt für mich höchst seltsam und nicht vertrauenserweckend. Die dargestellten Praxisbeispiele, geben zumindest einen anschaulichen Einblick in den beratenden Praxisalltag. Ein Praxisalltag, der Beispiele u.a. von einem Jugendlichen aufzeigt der Koks nimmt, eine Mutter die vom Jugendamt geschickt wird, weil sie ihre Aufsichtspflicht verletzt, oder ein Ehepaar, das Partnerschaftsprobleme hat, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Fazit: Für alle, die sich dem lösungsorientierten eine Buchlänge wert sind, und auch nicht vor zäher und mühsamer Lektüre zu schade sind, sich dieses Modell anzusehen. Für mich persönlich hat es nun denn den Zeitgeist oder den Nerv wohl weniger getroffen, für mich ist die ganze Coaching-Haltung in diesem Buch zu kognitiv, zu kopfgesteurt, kopflastig, wissenschaftlich, die Leseempfindung ist zäh und mühsam, hoch gestochen, unverständlich, kompliziert, zu wenig ganzheitlich, von unseren gefühlten Anteilen, haben wir dann noch gar nicht gesprochen. Für mich leider keine wirkliche Neuentdeckung, oder Horizonterweiterung. Leider.