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Trotz seiner Unschuld, wird Stanley rasch in die Routine von Camp Green Lake eingebunden: vor Sonnenaufgang aufstehen, um ein Loch von fünf Fuß Durchmesser und fünf Fuß Tiefe zu graben; lernen, wie man mit der Horde von Jungs in Gruppe D zurechtkommt, die nach einem Herr-der-Fliegen-Muster gestrickt zu sein scheinen; und sich vor der Wärterin fürchten, die sich ihre Fingernägel mit Klapperschlangengift lackiert. Als Stanley aber dahinterkommt, dass die Jungs möglicherweise nicht nur zur Verbesserung ihres Charakters Löcher graben, sondern weil die Wärterin etwas ganz Bestimmtes sucht, wird die Handlung genauso heftig wie die Ironie.
Dies ist eine seltsame Geschichte, sie ist aber auch auf seltsame Weise bezwingend und schön. Mit pokergesichtiger Untertreibung schafft Louis Sachar eine bizarre, jedoch glaubwürdige Welt, in der sich Major Major Major Major von Catch-22 so richtig zu Hause fühlen würde. Aber obwohl die Geschichte vor Humor und Absurdem nur so strotzt, zeigt sie auch ein tiefes Verständnis für die Bedeutung von Freundschaft wie auch ein glühendes Mitgefühl für die Schwächeren der Gesellschaft. Als Stanley unbewusst beginnt, sein Schicksal zu erfüllen -- die zwei Handlungen der Geschichte laufen zusammen, um zu zeigen, dass das Schicksal große Pläne auf Lager hat -- kommen wir nicht umhin, den Guten zuzujubeln, und all den Yelnats, wo immer sie auch sind. --Bragien Davis -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Als ich das Buch ausgelesen hatte, hatte ich das gleiche befriedigte Gefühl wie beim Legen eines letzten Puzzleteils, das sich mit leisem Klicken in den Rest einfügt und ein ganzes Bild ergibt. Der Autor erzählt viele kleine Bilder, die merklich alle miteinander zu tun haben. Man muss einfach wissen, wie es weitergeht, damit man das ganze Bild erkennen kann. Ganz nebenbei ist die Geschichte auch noch pädagogisch wertvoll, weil sie von Geduld und Zähigkeit erzählt, von Freundschaft, Vorurteilslosigkeit und positivem Denken, und außerdem werden die Bösen bestraft und die Guten belohnt. Trotzdem völlig kitschfrei und auch ohne moralischen Zeigefinger.
Ein kräftiger Schuss Abenteurer, ein Stückchen Sozialkritik und ein wenig Märchen ergeben zusammen ein spannend geschriebenes Buch über junge Tunichtgute, die alles andere sind als Pfadfinderinnen. Der Autor Louis Sachar schreibt in einer einfachen und ganz geradlinigen Sprache. Die 'Helden' und anderen Akteure sind vielleicht ein wenig zu einfach gezeichnet und die Realität der Jungen in einer wirklichen Besserungsanstalt ist vermutlich schlimmer als in den 'Löchern'. Trotzdem - es hat unheimlich Spass gemacht das, Buch an nur zwei Abenden zu lesen.
Stefan Kühner (48 Jahre), Karlsruhe
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