Produktinformation
Möchten Sie die Produktinformationen aktualisieren oder Feedback zu den Produktabbildungen geben?
Ist der Verkauf dieses Produkts für Sie nicht akzeptabel? |
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Angst gehört zu den grundlegendsten Gefühlen des Menschen. Sie wirkt sich emotional ebenso wie körperlich stark aus. In vielen Situationen haben wir Angst, ohne sie bewusst wahrzunehmen. Wir überdecken sie mit Wut, Trauer oder indem wir die Flucht nach vorn ergreifen. Oft sind diese Abwehrmechanismen notwendig, damit die Angst nicht von uns Besitz ergreift, uns ganz ausfüllt und handlungsunfähig macht. Angst kann lähmen. Um dies zu verhindern, sollten wir uns ihr stellen. Die Angst muss aktiv durchlebt werden!
In den ersten Lebensjahren erleben Kinder viele entwicklungsbedingte, irrationale sowie rationale Ängste. Erwachsene möchten sie verständlicherweise vor diesen unangenehmen Gefühlen schützen. Wir sollten versuchen, hier die Perspektive zu wechseln. Es liegt eine große Chance darin, unseren Kindern ihre Ängste zuzugestehen und sie in ihrer Angst zu begleiten. Nie mehr ist ein Mensch so behütet wie in den ersten sieben Lebensjahren. Kinder könnten durch die große Nähe zu ihren Bezugspersonen und dem beschützenden Rahmen, den die Familie bietet, gute Erfahrungen mit ängstigenden Situationen machen. Sie hätten so die Möglichkeit, mit Hilfe einer unterstützenden Begleitung der Angst zu begegnen, zu erfahren, wie sie sich anfühlt und dass sie vorbeigeht, und die Kinder könnten Handlungsstrategien ausprobieren, die unterstützen und helfen.
Kinder entwickeln Mut zur Bewältigung der Angst durch (Selbst)Vertrauen. Vertrauen in sich, in die Bezugspersonen, in die Welt, vor allem aber in die Richtigkeit der eigenen Emotionalität. Sätze wie »Du brauchst doch keine Angst zu haben« sollten deshalb ersetzt werden durch »Was ist es, was dir Angst macht? Erzähl mir, wie sich das anfühlt, damit wir überlegen können, was wir der Angst entgegensetzen«. Darin soll dieses Buch Sie unterstützen.
Für den aktiven Umgang mit beängstigenden Situationen
nicht nur Ihrer Kinder wünsche ich Ihnen viel Mut!
Heike Baum
Ist Angst »uncool«?
Angst ist in unserer Gesellschaft eine wenig akzeptierte Emotion. Heute ist Engagement und Aktionismus gefragt. Erfolg hat, wer sich traut und auch einmal vorprescht. Angst und Leistungsfähigkeit scheinen sich auszuschließen. Wenn die Angst zu groß wird oder sogar krank macht, dann ist das tatsächlich so, dann haben wir keine Kraft mehr zu handeln.
Angst ist wichtig als Seismograph. Er zeigt an, dass etwas anfängt, ungut zu werden. Wer gelernt hat, seine Angstgefühle ernst zu nehmen, hat die Chance, mit besonderer Feinfühligkeit zu spüren, wann in seinem Leben etwas nicht mehr stimmig ist. Vielleicht ist dies mit einer der Gründe, warum die Angst zum Teil so geächtet wird. Wer seine Angst offen wahrnimmt, ist mit vielem nicht mehr einverstanden und damit weniger bequem.
»Du brauchst doch keine Angst zu haben!«
Eltern und andere Bezugspersonen möchten Kinder gerne vor unangenehmen Gefühlen schützen auch vor der Angst. Gleichzeitig ist es für sie selbst unangenehm, hilflos mitansehen zu müssen, wie ihr Kind leidet.
Dies führt immer wieder dazu, dass Eltern die Angst wegreden wollen aus Sorge darüber, dass die Angst stärker würde, wenn sie offen wahrgenommen wird. Viele Menschen leben mit dem Trugschluss, die Angst würde schwächer, indem man sie ignoriert oder zumindest den Grund für die Angst verleugnet. Damit nehmen
sie jedoch den Kindern (und sich selbst) die Möglichkeit zu lernen, mit Angst konstruktiv umzugehen.
Wenn Erwachsene beginnen, das Kind bewusst in der Angst zu begleiten, werden sie schnell das hilflose Gefühl verlieren. Denn sie haben viele unterschiedliche Möglichkeiten, für und mit ihren Kindern etwas für einen guten Umgang mit der Angst zu tun.
Einen mutigen Schritt nach vorn
Spiele und Rituale, um Angst zu überwinden
Mut bedeutet, trotz Angst etwas zu wagen. Positiv formuliert heißt das, dass Kinder die Angst als wichtiges Signal erleben und vorsichtig sind, aber trotzdem handeln. So mutig kann man manchmal nur in ganz kleinen Schritten sein und das sollten die Erwachsenen nicht nur respektieren, sondern auch wertschätzen. Denn jedesmal, wenn ein Kind seine eigene Angst überwindet und trotz der vielen Bedenken etwas wagt, lernt es etwas im Umgang mit seiner Angst dazu. Es lernt also auch an und in den kleinen Schritten.
Die hier vorgestellten Rituale und Übungen unterstützen Kinder dabei, sich auf die eigenen Fähigkeiten und Kräfte zu konzentrieren und darauf
zu vertrauen, dass sie sich immer auf sich selbst, auf ihre Familie und ihre Freunde verlassen können, wenn sie Angst haben.
Vor allem aber lernen sie, dass es Möglichkeiten der unterschiedlichsten Art gibt, mit Ängsten umzugehen. Das bietet den Kindern die Gelegenheit, ein breites Spektrum an Lösungsstrategien auszuprobieren und sie für die eigene Zukunft zu erlernen.
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||