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Produktinformation
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In einer postmodernen Gesellschaft forscht Eva Menasse nach archaischen Mustern. Sie spürt den sieben Todsünden nach und findet Trägheit und Gefräßigkeit, Wollust und Hochmut, Zorn, Neid und Habgier in den Taten ihrer ganz und gar weltlichen Protagonisten. Wie schon in ihrem Debütroman Vienna erzählt sie mit der ihr eigenen Mischung aus Poesie und Komik Geschichten, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Auf Gott können wir längst verzichten. Doch haben wir damit auch die Sünde abgeschafft? Anhand der alten Lehre von den sieben Todsünden widmet sich Eva Menasse den großen Themen der Literatur: Liebe und Hass, Schuld und Vergebung. Denn die Menschen verfehlen einander auch heute aus denselben Gründen wie vor Jahrhunderten. Ein Familienvater ist zu träge, um gegen Töchter und Exfrau ein eigenes kleines Glück durchzusetzen. Ein junges Liebespaar vermeidet die Kompliziertheiten der Sexualität, indem es den einen zum Pfleger, die andere zur Kranken macht. Ein Mann verpasst sein ganzes Leben, weil er sich keine Schwäche leisten will. Und ein geschiedenes Paar bekämpft einander bis ans Grab des gemeinsamen Kindes. Leidenschaftlich und liebevoll geht die Autorin mit ihren Figuren ins Gericht. Hinter den Fassaden, da, wo die Sünden sind, steckt schließlich der menschliche Kern. Und so wie die einzelnen Todsünden einander berühren und ineinander übergehen, tun es auch diese Geschichten. Orte und Figuren tauchen auf und kehren wieder, Zusammenhänge erschließen sich quer durch die Kapitel - wie in Vienna erschafft Eva Menasse mit unverwechselbarem Witz und erzählerischer Rasanz ein großes Ganzes.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Der Wesenskern des Menschen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Lässliche Todsünden (Gebundene Ausgabe)
Der Titel des neuen Buches der österreichischen Autorin Eva Menasse "Lässliche Todsünden" ist ein Widerspruch in sich und in der christlichen (Moral-)Theologie nicht gebräuchlich. Nun aber ist Literatur keine Theologie, und so kann der Leser gespannt darauf sein, was Eva Menasse in ihrem neuen Buch daraus gemacht hat.Eva Menasse hat - orientiert an den sieben Todsünden: Trägheit, Gefräßigkeit, Wollust, Zorn, Hochmut, Neid und Habgier - Erzähltexte geschrieben, die einerseits in sich geschlossen sind, andererseits doch viel miteinander zu tun haben. Ihre "Todsünden" sind allerdings nicht "gegen Gott gerichtet", sondern eher Reflexionen des eigenen Verhaltens. Der Begriff der Sünde wird bei Eva Menasse sozusagen säkularisiert Auch wenn die Themen immer die gleichen sind. Um Liebe und Hass geht es und um Schuld und Vergebung. Nichts also hat sich geändert - nur, dass es den strafenden Gott nicht mehr zu geben scheint. So "bestraft" sich der "träge" Familienvater, der sich nicht gegen Frau und Tochter durchzusetzen weiß, selbst durch den Verzicht auf sein eigenes kleines Glück. Und da gibt es die hochmütige Karin und die wollüstige Hilde, die nur um "ihre eigenen Verletzlichkeiten" wissen. Den Kampf mit der Komplexität von Liebe und Sex kämpft ein junges Ehepaar, indem es sich gegenseitig zum Pfleger und Kranken und umgekehrt macht. Es sind die Sünden der Alltäglichkeit, Momentaufnahmen des Lebens, die Eva Menasse mit den Möglichkeiten der Literatur schildert. Und das macht sie kunstvoll und sprachlich hervorragend. Den "Wesenkern des Menschen zu enthüllen" hat sich die Autorin zur Aufgabe gemacht. Das ist ihr mit diesen sieben kleinen Erzählungen bestens gelungen. Denn für die Autorin Eva Menasse sind "Bibel und christliche Theologie" immer noch "Kraftwerke künstlerischer Produktivität". Dem Leser mag am Ende die Erkenntnis bleiben, dass die "Todsünden" des Menschen von heute in der Tat nur "lässlich" sind - und damit vergeben werden können: vom Menschen selbst. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein gelungener "Zweitling",
Von Mag Wolfgang Neubacher "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Lässliche Todsünden (Gebundene Ausgabe)
Nach ihrem Sensationserfolg "Vienna" hat sich Eva Menasse Zeit gelassen bis zum Erscheinen ihres nächsten Buches - es verstrichen rund 4 Jahre.Nun liegt das Buch vor, versehen mit dem Titel "Lässliche Todsünden". Der Titel irritiert etwas: Die katholische Kirche kennt entweder lässliche Sünden o d e r Todsünden: Menasse relativiert offensichtlich mit dieser Titelwahl die Todsünden - und es sind beileibe keine riesigen Übertretungen der göttlichen Gebote, zu denen sich die Protagonisten der 7 Erzählungen hinreißen lassen. In "Trägheit" geht eine Ehe kaputt. Da die Frau ganz offensichtlich Probleme bei der Erziehung ihrer (heranwachsenden) Kinder hat, bleibt Fritz, der Ex-Mann, "Papa für immer" (und verzichtet damit auf s e i n Glück). "Hochmut" handelt von den 5 Kindern (vor allem von den 2 Söhnen) einer adeligen Familie, die als Erwachsene ganz verschiedene Lebensmodelle leben: stockkonservativ bis modern. Manchmal berühren sich diese (7) Erzählungen, manche Figuren verschwinden und kehren wieder; ähnlich ist es mit den Orten. Das Buch liest sich flott und amüsant - in Summe ein wirklich gelungener Erzählungsband. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
nicht überzeugend,
Rezension bezieht sich auf: Lässliche Todsünden (Gebundene Ausgabe)
Die meisten Erzählungen in diesem Band haben mich gelangweilt. Die Figuren waren verwechselbar und blieben nicht im Gedächtnis haften. Wenn ich eine Geschichte nicht am Stück fertig las, dann hatte ich am nächsten Tag vollkommen vergessen, worum es ging und in welcher Beziehung die Figuren zueinander standen. Ich musste wirklich wieder von vorn beginnen. (Nur die Adelsgeschichte bildete eine Ausnahme, hier war auch die Sprache meiner Meinung nach anschaulicher und treffender ...) Mein Haupteinwand aber ist dieser: Die Absicht, gerade durch Alltagsgeschichten die Wuchtigkeit der "Todsünden" zu brechen, ging meiner Ansicht nach gar nicht auf. Es entstand Langeweile und oft konnten die Erzählungen den behaupteten Zusammenhang mit einer Todsünde nicht so recht verifizieren. Immer wieder habe ich nachschlagen müssen, um mich zu erinnern, um welche Sünde es aktuell gerade ging. Der Erzählband hat mich ganz und gar nicht überzeugt.
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