In Längengrad geht es um die Lösung eines Problems, das im 18. Jahrhundert von derart gravierender Wichtigkeit war, das sich die größten wissenschaftlichen Köpfe seiner Zeit mit der der Lösung befassten: Die korrekte Berechnung des Längengrades. William Harrison, ein Uhrmacher aus Schottland ist überzeugt davon, dass er mit Hilfe des ersten Chronometers, der auch auf hoher See ohne Abweichung funktionieren soll, eine zuverlässige Methode für die Längengradbestimmung entwickelt hat. Da auf die Lösung ein sehr hohes Preisgeld ausgesetzt ist und viele Forscher sich mit unterschiedlichen Methoden Hoffnungen auf das Preisgeld machen, beginnt für Harrisons ein langwieriger und schmerzvoller Prozess um die Anerkennung seiner Apparatur.
Dieses Buch beschreibt auf wirklich spannende Weise wie sich Harrison gegen weitaus berühmtere Mitstreiter und Männer mit wesentlich mehr finanziellen Möglichkeiten durchsetzt. Dabei vermeidet Dava Sobel ein Übermaß an nautischen Terminologien. Neben all der Faszination, die das Buch überzeugend vermittelt, gibt es jedoch auch einen Kritikpunkt. Von der Tatsache abgesehen, dass bereits im Vorwort die gesamte Geschichte zusammenfassend wiedergegeben wird, wird auch in der folgenden Handlung nicht chronologisch vorgegangen.
Das bedeutet mitunter, dass man einige Zeitsprünge mitmacht, die nicht nur unnötig sind und den Erzählfluss hemmen, sondern ohne die das Buch noch spannender gewesen wäre. Da es aber ohne Frage eine Kunst ist, wissenschaftliche und komplexe Vorgänge in eine unterhaltsame Fassung zu bringen, und Dava Sobel dies ohne Frage gelungen ist, bewerte ich Längengrad mit 4 Sternen.