Klappentext
"Ein Buch über die deutschen Friedhöfe, aufgrund scharfer Beobachtungen und wissenschaftlicher Studien geschrieben, würde ein lehrreiches Buch sein, es würde un Geheimnisse des Volkstümlichen enthüllen, die in unserem geselligen und Arbeitsleben nicht hervortreten. Wer eine Stadt oder ein Dorf noch so genau gesehen aht und aht den Kirchhof nicht gesehen, der kennt den Ort doch nicht genau."Diese Worte eines der bekanntesten deutschen Kulturhistorikers des 19. Jahrhunderts, Wilhelm Heinrich Riehl (1823-97), nahm sich der Autor zu Herzen und verfaßte ein akribisch recherchiertes und reich bebilderts Werk über die "Ländlichen Friedhöfe in Unterfranken". Trotz seines hohen wissenschaftlichen Anspruchs ist das Buch auch für den Laien höcht aufschlußreich und interessant. Die Publikation, die immer wieder die unterfränkischen Verhältnisse in den gesamtdeutschen und europäischen Kontext einbindet, wird angesichts ihrer Materialfülle und Themenvielfalt sicherlich in Kürze zu einem Handbuch für Freidhofsinteressierte werden. Sie konzentriert sich auf drei Hauptaspekte: die Entwicklung des ländlichen Friedhofs (besonders in der Zeit von 1800 bis zum Zweiten Weltkrieg), seine vielfältige Einbindung in den dörflichen Alltag und siene bis in das Mittelalter zurückgehende Bausubstanz. Es wird aufgeräumt mit vielen falschen Ansichten, sie sich noch hartnäckig über den "alten Friedhof" halten. Aufgrund der übersichtlichen Gliederung, einer reichhaltigen Bild- und Kartendarstellung und eines Ortsregisters ist das Buch ein leicht zugängliches Werk für jedermann. Neben der Verarbeitung des umfangreichen Archiv- und Literaturmaterials besuchte der Autor über 500 unterfränkische Friedhöfe. das Ergebnis dieser Feldforschung ist eine lückenlose Inventarisierung ehemaliger und noch bestehender Bausubstanz. Gerade diese Listen korrigieren die Kataloge der Denkmalpflege erheblich und zeigen auf, welche unerkannten kulturellen "Schätze" noch auf fränkischen Dorffriedhöfen zu finden sind. Da sich die europäische Friedhofsforschung bisher überwiegend auf städtische Entwicklung konzentrierte, ist eine solche detaillierte und umfassende Untersuchung einer geschlossenen Region als einmalig zu bezeichnen. Das Buch wird dadurch zu einem Muß nicht nur für friedhofsinteressierte Laien und Fachleute, sondern es ist ebenso für kommunale Entscheidungsträger und "Friedhofsschaffende" unverzichtbar. Der Volkskundler Dr. Ludger Heuer promovierte in Würzburg und trat erstmalig mit einer Forschungsarbeit über Leichen- und Trauerordnung in Franken an die Öffentlichkeit.
Der Verlag über das Buch
Die 1951 gegründete Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal (AFD) bekam 1979 mit dem Zentralinstitut für Sepulkralkultur in Kassel eine bundesweite Beratungs- und Forschungsstelle hinzu. Seit 1992 ermöglicht das daran angeschlossene Museum für Sepulkralkultur die Erhaltung und Präsentation interessanter Sammlungen. Zum wissenschaftlichen Beirat der AFD gehören Professoren aus den Bereichen Kunstgeschichte, Kunstpädagogik, Judaistik, Theologie, christliche Archäologie, Geologie sowie Garten- und Landschaftspflege.