Richtig gespannt war ich auf 'Kyusho', das neue Buch von Stefan Reinisch, Jürgen Höller und Axel Maluschka, das bei Meyer & Meyer erschienen ist (ISBN 978-3-89899-455-2). Darin geht es um Angriffspunkte, die sich in der Selbstverteidigung einsetzen lassen. In englischer Sprache wurde darüber in den vergangenen 15 Jahren viel geschrieben, der Amerikaner George Dillman und der Australier Erle Montaigue waren in diesem Bereich die Vorreiter. Sie gehen nach den Prinzipien der chinesischen Medizin vor, schlagen oder drücken also Punkte, die auf bestimmten Meridianen liegen, um Schmerz auszulösen oder gar eine kurze Ohnmacht zu verursachen. Das vorliegende Buch beschreibt dagegen empfindliche Punkte am menschlichen Körper aus der Perspektive der westlichen Medizin: Angefangen bei den Augen bis hin zum Fußgelenk. Neu ist dieser Ansatz nicht: Brian Adams hat bereits in den sechziger Jahren das Buch 'Deadly Karate Blows' veröffentlicht, in dem er beschreibt, welche Schäden durch Kampftechniken hervorgerufen werden können. Fortgeschrittene Kampfkünstler sollten sich in jedem Fall über die Folgen ihrer Techniken bewusst sein und gewisse anatomische Grundkenntnisse besitzen. Dafür liefert 'Kyusho' eine solide Grundlage.