Benedikt sieht blendend und gesund aus, was zum Zeitpunkt der Geschichte eine sehr seltene Erscheinung ist. Benedikt lebt in Fjodor-Kusmitschk, vor hunderten von Jahren noch Moskau. Doch irgendwann gab es den „Großen Knall“, der die alte Welt zerstört hat. Nun leben die Menschen völlig isoliert und ohne jegliche moralischen Vorstellungen unter der Herrschaft des Tyrannen Fjodor Kusmitsch. Zwar darf man keine Bücher besitzen, nichtsdestotrotz werden Werke aller Art eifrig gelesen, wobei deren Schaffung einzig und allein dem totalitären Herrscher zugesprochen wird. Zum Leidwesen der Mädchen, die von Benedikts makelloser Erscheinung beeindruckt sind, gilt dessen Leidenschaft ebenfalls der Literatur.
Doch seine Heirat mit der Tochter des Geheimdienstchefs führt ihn in die höchsten Machtkreise ein. Darüber hinaus wird das katzenartige Wesen Kys, welches allgemeine Furcht verbreitet, auf Benedikt aufmerksam und für ihn zu einer ernsten Bedrohung.
„Kys“ ist ein wunderschön fantasievolles Buch, welches gleichzeitig aber auch die Risiken der modernen Welt berücksichtigt. Immerhin geht es um eine Bevölkerung, die nach dem „Großen Knall" wieder von vorne anfangen muss. Vor allem der naive Schreibstil dieses Buches passt sehr gut zu diesem Szenario. Doch trotz der düsteren Geschichte besticht der Roman auch durch seinen Witz, so zum Beispiel, wenn die Bevölkerung mit dem Schlagen auf Pfannen und Töpfen versucht, die ihnen unheimlichen Tschetschenen aus dem Süden zu verscheuchen. Das Buch strotzt einfach nur vor genialen Ideen und beweist die überaus große Fantasie der Autorin. Eine wirklich tolle Geschichte, die von mir fünf Sterne bekommt.