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Kys
 
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Kys [Gebundene Ausgabe]

Tatjana Tolstaja , Christiane Körner
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Berlin; Auflage: 2 (25. Juli 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3871344672
  • ISBN-13: 978-3871344671
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 285.344 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2003
Gute Noten vergibt Rezensent Richard Kämmerling an diesen ersten, "tiefpessimistischen" Roman der Großnichte Lew Tolstojs, den er als "Kontrafaktur des traditionellen Entwicklungsromans" angelegt sieht. Der Glaube an den erzieherischen Wert der Kultur werde nämlich der Lächerlichkeit preisgegeben. Kunstgriff und Reiz dieses Romans bestehen für Kämmerling vor allem in dessen "ironisch hybriden Tonfall", in dem er die Sprache Tolstojs und Tschechows mit einem gemütlich biederen Volksmärchenton voller Diminuitive verschmelzen sieht (und der dem Rezensenten zufolge auch hervorragend ins Deutsche übertragen worden ist). Hier werden für Kämmerlings einige typische Symptome der russischen "Malaise" besonders deutlich, die er in diesem Zukunftsroman ins "Zeitlose und Mythische" übertragen fand. Trotzdem ist seine Begeisterung nicht ganz ungetrübt, denn der Rezensent sieht die Autorin, die bisher vor allem Erzählungen geschrieben habe, auch an die Grenzen der "großen Form" stoßen. Denn so eindringlich oder grotesk-komisch die Kapitel dieser "desillusionierten Selbstreflexion" auch seien, einen richtigen Plot habe die Geschichte nicht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Pressestimmen

KYS ist ein literarisches Ereignis, das Tolstaja in den Rang eines Gogol oder Nabokov hebt. (Times Literary Supplement )

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schaurig packend! 1. September 2003
Von Silke Schröder, hallo-buch.de TOP 500 REZENSENT
Bitterböse spottet Tatjana Tolstaja über das heutige Russland, das Land nach Tschernobyl und der Sowjetunion.

Eine Bevölkerung, die ihre Moral und ihre Kultur vergessen hat und nur noch einer schäbigen Selbstsucht folgt. Ein totalitäres Regime, das sich dem europäischen Gedanken niemals wirklich angenähert hat. Und ein lesesüchtiger Held, der zwar erstaunt erkennt, dass die Weltliteratur nicht nur aus der Feder des einzig zugelassenen Autors stammt, aber mit dem wiederentdeckten Gedankenuniversum doch nichts mehr anzufangen weiss, weil die Wörter und Begriffe mit dem Untergang der alten Zivilisation ihren Sinn verloren haben.

In ungeschliffenen, groben Worten wird hier ein volkstümliches Science-Fiction Märchen erzählt, das von den Folgen der Dummheit und dem Verlust an gesellschaftlichen Zusammenhalt handelt - und sich dabei doch stets einen augenzwinkernden, selbstironischen Schalk erhält. Ein Buch, das einen schaurig packt und trotz aller Düsternis Spaß macht.

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Schwerverdauliche Kost 10. Oktober 2007
Von Running Monk TOP 1000 REZENSENT
Vielleicht bin ich mit falschen Erwartungen an das Werk herangegangen. Diese grenzenlose Begeisterung für das Buch von Tolstaja kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.

Muss man erst russische Literatur studieren, ob mit "Kys" klar zu kommen?

Die Sprache ist sehr leseunfreundlich, und wenn dies eine Hommage an die russische Märchenerzählung sein soll, dann erschließt sich dies jemanden nur nach entsprechender literarischer Qualifikation.

Tolstaja beschreibt ein Rußland der Zukunft, dass nach dem "großen Knall", den die Menschen mit ihren "RÖKETTEN" verursacht hatten, den Stand des 19. Jahrhunderts erreicht haben, in dem es von Mutanten und seltsamen Zeitgenossen nur so wimmelt, und in dem nach wie vor "Vorherige", also Menschen vor dem Knall leben, da die Überlebenden dieser Katastrophe nun nahezu unsterblich sind.

An manchen Stellen wird es humorig, wenn z. B. die Hühner nach Süden fliegen.

Letztendlich bietet "Kys" eine politische Satire auf das Rußland der Gegenwart, aber keine gediegene Unterhaltung und schon gar nicht Science Fiction.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr fantasievoll 31. August 2003
Benedikt sieht blendend und gesund aus, was zum Zeitpunkt der Geschichte eine sehr seltene Erscheinung ist. Benedikt lebt in Fjodor-Kusmitschk, vor hunderten von Jahren noch Moskau. Doch irgendwann gab es den „Großen Knall“, der die alte Welt zerstört hat. Nun leben die Menschen völlig isoliert und ohne jegliche moralischen Vorstellungen unter der Herrschaft des Tyrannen Fjodor Kusmitsch. Zwar darf man keine Bücher besitzen, nichtsdestotrotz werden Werke aller Art eifrig gelesen, wobei deren Schaffung einzig und allein dem totalitären Herrscher zugesprochen wird. Zum Leidwesen der Mädchen, die von Benedikts makelloser Erscheinung beeindruckt sind, gilt dessen Leidenschaft ebenfalls der Literatur.

Doch seine Heirat mit der Tochter des Geheimdienstchefs führt ihn in die höchsten Machtkreise ein. Darüber hinaus wird das katzenartige Wesen Kys, welches allgemeine Furcht verbreitet, auf Benedikt aufmerksam und für ihn zu einer ernsten Bedrohung.

„Kys“ ist ein wunderschön fantasievolles Buch, welches gleichzeitig aber auch die Risiken der modernen Welt berücksichtigt. Immerhin geht es um eine Bevölkerung, die nach dem „Großen Knall" wieder von vorne anfangen muss. Vor allem der naive Schreibstil dieses Buches passt sehr gut zu diesem Szenario. Doch trotz der düsteren Geschichte besticht der Roman auch durch seinen Witz, so zum Beispiel, wenn die Bevölkerung mit dem Schlagen auf Pfannen und Töpfen versucht, die ihnen unheimlichen Tschetschenen aus dem Süden zu verscheuchen. Das Buch strotzt einfach nur vor genialen Ideen und beweist die überaus große Fantasie der Autorin. Eine wirklich tolle Geschichte, die von mir fünf Sterne bekommt.
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