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Der Kuss. Eine Biographie
 
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Der Kuss. Eine Biographie [Gebundene Ausgabe]

Otto F. Best , Wolfgang M. Schleidt


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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

So große Wonne fühl ich,
Wenn ich küß und wieder küß,
Daß, küsse ich dich,
ich mir wünsche, um ganz glücklich zu sein:
Wär ich doch selber ein Kuß!

Giambattista Marino, La Galleria (1620)

Anfangs von den sachlich-kritischen Blicken Darwins und Freuds begleitet, erfahren wir etwas vom tierischen Dasein des Kusses, vom Küssen der Schimpansen, von Maulwurfsküssen oder Hundeküssen, vom Kußfüttern bis hin zur Schnauzenzärtlichkeit. Dann wieder präsentiert er sich in seinem Facettenreichtum zwischen Haß- und Liebesbekundung unter den Menschen, z.B. als brennender Kuß, gespaltener Kuß, gemischter Kuß oder nasser Tantenkuß. Schließlich entschwindet er den Augen seiner wissenschaftlichen Beobachter um hinaufzueilen in die Gefilde der Phantasie, Illusion, hinein bis in das Götterreich, wo er uns sein ewiges Leben als romantischer Kuß, als fataler Kuß oder als virtueller Kuß der Musen offenbart.

Daß es so viele Küsse unterschiedlicher Wesensart gibt kann uns erst Dr. Otto F. Bests äußerst spitzfindiges Buch bewußt machen. Liebesküsse, Lebensküsse, Strafküsse, Riechküsse, Kuschelküsse, Erlösungsküsse, Beißküsse, Taubenküsse, Heilküsse... Was den Göttern zur Nahrung gereicht, ist der Kuß. Nur der magische Kuß vermag Dornröschen wieder zum Leben zu erwecken. Und wer kennt nicht den populärsten kulinarischen Kuß, den Negerkuß, dessen Süße sich auf Lippen und Zunge ergießt. Judas gab seinen Kuß als Liebeskuß aus, doch in Wirklichkeit war es der Kuß des Verrats.

"Vergessen sie nicht, zu mir auf einen Kaffee und einen Kuß zu kommen", lädt Kloppstock, mit Genüssen lockend, seinen Freund Gleim ein. "Wage zu wissen!" und "Wage zu schmecken!" lautet die Botschaft des Erkenntniskusses, welcher gleichzeitig das Pendant zum "naiven" Kuß bildet. Und ist Ihnen schon einmal aufgefallen, daß der "Erste Kuß" sich qualitativ völlig von allen anderen Küssen unterscheidet, so wie es uns Sören Kierkegaard, Schwedens tragischer Philosoph, in seinem Tagebuch des Verführers nahebringt?

Was hat es auf sich mit den berühmten Küssen von Goethes Werther, Amor und Psyche, Tristan und Isolde oder Hesses Goldmund, der sich, berauscht und verwandelt vom Kuß einer Magd, den Klostermauern entwindet?

Brennende Lippen, Rosenmund. Stille und feierliche Küsse. Der Kuß als Brücke im Angesicht des Todes. Der bittersüße Kuß, der den Geküßten in unerfüllter Leidenschaft verbrennen läßt. Der Kuß als Zeitvertreib. Ein Kuß, den man rauben kann. Küssen unter Tränen und das Schließen heiliger Seelenbünde. "Ist Gleichklang der Empfindung der Grund dafür, daß wir beim Küssen die Augen schließen? Die Illusion, uns Lippe an Lippe mit der oder dem Geliebten allein auf einer Insel zu befinden? Glück isoliert. Auch der Kuß."

Küsse können zischen, klatschen, dröhnen, knallen, schmatzen. Küsse können hohl klingen, kurz oder lang sein. Küsse können in einer Kußzeremonie verschiedenes symbolisieren: einen Kuß auf die Augen für die Geistigkeit, ein Stirnkuß für die Klugheit, ein Friedenskuß auf den Mund, ein Kuß auf die Brust für das Gefühl und auf den Hals für die Tapferkeit. Ein Fußkuß hat stets etwas von Unterwerfung an sich, auch wenn viele seine Erotik in den höchsten Tönen preisen. Je höher das Ansehen eines Küssenden ist, desto höher hat die zu küssende Stelle zu liegen.

Warum überhaupt Küssen? Warum verschenken wir in Briefen oft "tausend Küsse"? Wer küßt wen wie? Wie küßt man ohne Kuß? Und wie küßt man den "korrekten Kuß"? Eine gute Antwort ist wie ein süßer Kuß, spricht Salomo. Und alle Antworten weiß des Kusses Biograph.

Der Kuß, das ist das "wechselseitige Aneinanderhangen zweier Liebender". Und das Küssen, das ist ein vielgestaltiges, sich ständig wandelndes, ewig neu zu entdeckendes, häufig ersehntes und in vielerlei Gestalt erlebbares, unumstritten immer brandaktuelles Thema. --Daphne Großmann

Kurzbeschreibung

Ist Kuß gleich Kuß? Natürlich nicht, schon weil das Küssen gelernt sein will. Und daß ein feuchtes Tantenküßchen etwas ganz anderes ist als der berühmte »erste Kuß«, versteht sich ebenfalls von selbst. Der Kuß, so zeigt sich schnell, blickt auf ein langes Leben zurück. Wir kennen den Musen-, den Verräter- und den »heiligen Kuß«, der Handkuß gilt noch heute als die Krönung guter Umgangsformen, während dem Fußkuß, so erotisch manche ihn finden mögen, stets etwas von Unterwerfung anhaftet. Auch andere Körperteile werden zuweilen geküßt, wenngleich Hygieniker die Kußhand als Universalgruß und -kuß vorziehen werden. Kurzweilig führt Otto F. Best durch die Geschichte und den Kosmos des Kusses. Dabei jongliert er ohne Mühe mit Kulturgeschichte und Literatur, findet zu erstaunlichen und klugen (Um-)Deutungen und vergißt auch nicht die anthropologischen Dimensionen des Kusses und die Kußgewohnheiten anderer Kulturen. So entsteht eine einzigartige Biographie des Kusses, einer Kulturleistung, die höchst lebendig ist.

Autorenportrait

Otto F. Best, Dr. phil., Jahrgang 1929, studierte Germanistik, Romanistik und Philosophie in Frankfurt/M., Toulouse, Dijon und München. Langjährige Tätigkeit als Verlagslektor, seit 1968 Professor für Deutsch und Vergleichende Literaturwissenschaft an der University of Maryland, USA. Zahlreiche Bücher und Aufsätze.
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