"Die Erlösung" ist der Abschluss von Jaqueline Careys Trilogie "Kushiel". Dabei ist der Titel dieses Buches in diesem Fall Vorrausnahme des Endes, denn jeder, er sich bis jetzt mit dieser Reihe beschäftigt hat, weiß auch, worauf dieses Buch hinausläuft. Eigentlich eine schlechte Vorraussetzung für ein Buch, nicht aber hier.
Das Buch beginnt erstmal mit der schon bekannten Dramatis Personae, wo alle Figuren, die bis jetzt aufgetaucht sind, sowie die noch kommenden verzeichnet sind. Und das Ende bildet wieder die Karte von Careys kleinen Universum, die auch wieder sehr hilfreich ist, denn in diesem Buch schickt sie ihre Helden auch noch in die entlegensten Gegenden.
Nun zur eigentlichen Erzählung. Wie oben schon erwähnt, nimmt der Titel das Ende schon voraus, aber was Carey zwischen dem Anfang und diesem Ende spannt, ist kaum zu übertreffen. Zuerst werden wieder alle Handlungsfäden aufgenommen, die noch ungeklärt oder unabgeschlossen geblieben sind, zum einen die Story um Hyacinthe, zum anderen die um Imriel, Melisandes Sohn, und Carey versteht es sehr gut, diese beiden Haupthandlungsstränge miteinander zu verknüpfen und später untrennbar zu machen. Erneut webt sie somit eine Geschichte, die von Erotik und Spannung, aber auch etwas Gewalt dominiert und geleitet wird. Die Spannung erzeugt sie hierbei durch immer wieder unerwartete Wendungen und neue Handlungsstränge in denen sich ihre Helden über die Grenzen der eigentlichen Story hinaus beweisen müssen.
Ansonsten nimmt dieses Buch wieder oft Bezug auf die Bibel, denn die Heldenfiguren suchen nach dem Namen Gottes und stolpern dabei über sein Volk, das die geheimen Tafeln hütet, die es einst von ihm bekam. das erinnert doch sehr an Moses, dessen Name in Abwandlung hier auch für den Überbringer genutzt wird. Und dies ist nur die bedeutendste Stelle, die Parallelen zur Bibel tauchen immer wieder auf, fast wie ein Leitthema in der Musik. Aber diese Reihe zeichnete sich immer schon durch einen gewissen Grad an Religiosität aus, ohne fanatisch zu wirken, auch wenn einige der Figuren durchaus solche Neigungen pflegen.
Einmal mit "Kushiel" angefangen, sollte man auch vor diesem letzten Band nicht Halt machen, er ist wirklich der krönende Abschluss dieser Reihe. Auch hier erblüht der ganz eigene Charme von Jaqueline Carey und er macht dieses Buch zu einem 950 Seiten langen Lesevergnügen.