Es ist wieder soweit. Wie jedes Jahr im Herbst erscheint die neue "Kuschelrock". Scheinbar haben die massiven Proteste gegen den schal-öden Bubblegumpop und das flache, längst nervende Radiogedöns, das die Vorgänger leider oftmals zu Hauf zu bieten hatten, endlich gewirkt, denn was die mittlerweile 21. "Kuschelrock" auffährt, kann sich wirklich sehen - und hören:)) - lassen.
Neben wunderbaren, aber dennoch zeitlosen Klassikern von Madonna (das herrlich bittersüße "Secrets"), Elton John (der Evergreen "Your Song", definitiv eines der größten Liebeslieder aller Zeiten), Aimee Mann (das wunderbare "Save Me" vom wirklich guten "Magnolia"-Soundtrack), The Goo Goo Dolls (Gottseidank hat man "Iris" im Original genommen und nicht die schreckliche Verhunzung von Ronan Keating) oder Ozzy Osbournes Comebacksingle "Dreamer", gibt es auch reihenweise fantastische neuere Balladen, etwa das fast schon legendäre Cover "Summer Wine" von Ville Valo & Natalia Avelon, A-Has schön sphärisches "Velvet" oder Xavier Naidoos tieftrauriges "Abschied nehmen".
Zwar gibt es immer noch Nieten und Abtörner wie die längst totgedudelten Schnulzen von Melanie C und Maria Mena (die ja an sich nicht schlecht wären, aber jeder, der im letzten halben Jahr auch nur gelegentlich Radio gehört hat, beherrscht sie längst aus dem effeff und kann sie einfach nicht mehr hören) oder die Soapträllerer Mars ("Reason") und DSDS-Gewinner Mark Medlock, bei denen man die Qualifikation als Rockstar wirklich vergeblich sucht.
Aber seis drum. Wer echte Rockballaden sucht, der greift vermutlich eh zu einer anderen Scheibe. Wer aber Lust hat auf eine abwechslungsreiche Mischung aus verschiedensten Stilrichtungen, Epochen und Bands und eine schöne Untermalung sucht für romantische Stunden zu zweit, der kann der zuletzt etwas angschlagenen "Kuschelrock"-Serie mit der vorliegenden 21. Folge endlich erneut eine Chance geben.