Ein gut recherchierter Krimi, der detaillierte Einblicke in das Stromgeschäft gewährt. Klare verständliche Erklärungen führen dazu, dass auch Nicht-Fachleute Einblicke in die Praktiken auf dem Strommarkt erhalten. Aber auch weitere gesellschaftliche und politische Themen werden hier angesprochen, ohne dass vom eigentlichen Ziel, die beiden Verbrechen aufzuklären, abgelenkt wird.
Spannung wird in diesem Krimi insbesondere dadurch erzeugt, dass fast jeder, der mit dem Fall in irgendeiner Form zu tun hat, verdächtig ist. Bis kurz vor Schluss weist nichts darauf hin, wer der Täter ist. Stattdessen müssen die Ermittler sich neben der Energiewirtschaft und dem Rotlichtmilieu plötzlich noch mit dem Naturschutz beschäftigen und werden fast zu Experten für Biber und Anglerfragen.
Der Charme der schwäbischen Landschaft wird ebenfalls in dem Buch eingefangen. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Ortschaften, Sehenswürdigkeiten und der Umgebung zeigen, dass das "Schwaben-Ländle" nicht umsonst so bekannt ist. Gleichzeitig wird die Lust auf das nähere Kennenlernen dieser Gegend geweckt. Denn bei allem Einsatz im Kampf gegen das Verbrechen ist Kommissar Häberle ein sehr heimatverbundener Mensch. Die Liebe zum Land und den Traditionen ist ein weiteres zentrales Thema dieses Buches.
Manfred Bomm gelingt es in diesem Buch, genaue Einblicke in die Polizeiarbeit zu gewähren. Im Gegensatz zu den Fernsehkrimis wird hier deutlich, dass nur im Team die vielen Puzzleteile gesammelt werden können, die zur Aufklärung eines Verbrechens benötigt werden. Allerdings gibt es immer wieder Puzzleteile, die am Schluss gar nicht passen. Diese zunächst uninteressanten Informationen halten die Spannung bis zum Schluss aufrecht.
"Kurzschluss" - ein Krimi, der überzeugt. Manfred Bomm hat mit Kommissar Häberle einen Polizisten geschaffen, der in der Lage ist, nicht nur seine Mitarbeiter, sondern auch den Leser zu begeistern. Letzterer freut sich schon auf den nächsten Fall des beliebten Kommissars.