Das Fach Dermatologie ist sehr umfassend, wird aber für den Rahmen eines Kurzlehrbuch sehr detailliert besprochen. In diesem Rahmen gehen die Autoren für meine Begriffe recht tief in die Materie ein, ich konnte alle Unklarheiten und Fragen klären, die sich mir im Kurs und für die Klausurvorbereitung stellten. Für mich war es in den letzten zwei Wochen ein guter Begleiter für die Kurs- und Klausurvorbereitung. Das Buch hebt die Relevanz des Faches (auch für andere Fachbereiche) hervor und macht begreiflich, dass Dermatologie mehr als nur 'Kortisongabe' ist.
Die Gliederung ist sehr schlüssig, die Ordnung nach der Krankheitsherkunft erleichtert einem die Einordnung und das Verständnis (Bspw. dass Pemphigus eine Autoimmunerkrankung oder Psoriasis eine chronisch entzündliche Dermatose ist)! Schön, dass es eigene Kapitel zur Dermatologie bei Systemerkrankungen und zur Dermatologie in verschiedenen Altersabschnitten gibt.
25 ¤ sind für diesen Umfang auf jeden Fall angemessen.
Pluspunkte
-Sehr verständlich geschrieben, Komplexizität des Faches wird gut vermittelt!
-Sehr hilfreich sind die immer wieder auftauchenden Merkkästen, die bestimmte Stichworte aus dem Text herausgreifen und in allgemeinen Zusammenhang bringen, bspw.
wird auf S. 150 auf andere Ursachen für das 'Erythema nodosum' hingewiesen. Das Buch greift damit gleich Fragen auf, die sich zwangsläufig beim Lesen ergeben.
-Praxistipps/ Merkekästen: Streichen besonders wichtige Sachverhalte heraus, die auch von klinischer Relevanz sind. Das prägt sich auf Dauer auch ein!
-Bebilderung: Gerade in diesem Fach unverzichtbar. Machen anfangs noch abstrakte Begriffe wie 'lichenoid' oder 'Papulopustulose' etc' schnell verständlich. Gut ist
auch, dass manche Hauterscheinungen erst in der Übersichts- und dann zusätzlich in der Detailaufnahme gezeigt werden!
-Gute Kapitelvernetzung: Oft stehen hinter Krankheitsbildern/Symptomen gleich die Verweise auf das entsprechende Kapitel, wenn diese nicht im gleichen Kapitel
besprochen werden. Manchmal werden Themen auch in einem Kapitel kurz 'angerissen' und dann in einem anderen Kapitel nochmal genauer behandelt. Diese Redundanz ist
sehr wichtig, diese Themen merkt man sich somit viel besser!!
Minuspunkte
-Das Buch lebt auch von den guten Abbildungen. Zu manchen untergeordneten Themen gibt es allerdings nur Text, hier hätte ich mir wenigstens eine Abbildung gewünscht, da
sie manchmal mehr erklären können als ein Textabsatz (bzw. diesen gut ergänzen). Manche Bilder fallen auf Grund des begrenzten Platzes auch relativ klein aus und
sind dann nicht sehr hilfreich, bspw. die Abb. des Basalzellkarzinoms. Vielleicht kann man ein paar Seiten mehr für Bilder anhängen?
Interessant wäre auch eine Art abschließendes Kapitel, das die wichtigsten Diagnosen noch einmal in Bildern zusammenfasst (vielleicht in Kombination mit einem
Fallquiz??).
--> Trotz allem ist dieses Buch sehr gut bebildert!
-Im Kapitel zu den Vaskulitiden evtl. etwas genauer die Pathophysiologie erklären. Woher kommen die Immunkomplexe, wie werden sie normalerweise abgebaut, warum
entsteht ein Überangebot an diesen Komplexen? Warum gibt es bspw. eine Assoziation mit Hep.C bei Panarteriitis nodosa? Ein paar erklärende Zusätze schaffen gerade
im Themenkreis rheumatologische Erkrankungen/ Vaskulitiden mehr Klarheit!
Trotz der Minuspunkte kann ich dieses Buch vor allem Studenten empfehlen, die mit dem Fach zum ersten Mal in Berührung kommen. Es beinhaltet alles, was für Studium und Examen relevant ist. Ich war sehr zufrieden damit!