Wer anatomische Fakten im Fließtext erzählt lesen muss, um sie zu verstehen, ist mit dem Moll sicherlich nicht gut beraten und sollte lieber zu anderen Lehrbüchern greifen. Auch bietet das Buch keine detaillierten, aufwändigen Zeichnungen der Strukturen oder gar Photographien. Diese sollte man lieber in dafür eigenes konzipierten Atlanten wie dem Sobotta suchen, die ein Lehrbuch nicht ersetzen kann. Die Kombination aber macht's.
Denn wer mit Übersichten und Tabellen gut zurecht kommt und diese kompakte Form der Information für sich verwerten kann, dürfte mit dem Moll zufrieden sein. Komprimiertes Wissen kombiniert mit klaren, übersichtlichen Schemazeichnungen verschafft dem Moll den Vorteil gegenüber anderen Lehrbüchern, die sich in Details und dem Streben nach absoluter Vollständigkeit verzetteln.
Auch ohne Vorkenntnisse in Anatomie ist der Moll geeignet, sich vergleichsweise schnell und kompakt alle notwendigen Fakten für Vorlesung, Präparierkurs und Staatsexamen (ehemals Physikum) anzueignen. Ablehnung durch anatomische Professoren, die ihr Fach unterrepräsentiert sehen, sollte man daher auch mit gutem Gewissen beiseite lassen.
Und: "Kurzlehrbuch" steht für "kurz". Nicht für "unvollständig".