Bartolomé de Las Casas lebte zu Beginn der Conquista und war Mitglied des Dominikanerordens. Er war nicht nur als Priester tätig, sondern bekleidete auch das Amt des Bischofs in der Neuen Welt (Chiapas). Seit einem bekehrenden Erlebnis setzte er sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mittel- und Südamerikas ein; so sprach er bereits von Menschenrechten.
In seinem berühmtesten Werk -auch aufgrund der jahrhundertelangen Instrumentalisierungen von verschiedenster Seite- schildert Las Casas nach Regionen geordnet die Massaker der Conquistadoren an der jeweiligen indigenen Bevölkerung (darunter Azteken, Indianer, Inka, etc.). Auch wenn sich die Topoi oft wiederholen (Urbevölkerung = friedfertige, genügsame Schafe vs. spanische Eroberer = habgierige, ehrgeizige Wölfe o.ä.) und die Beschreibungen redundant erscheinen, umso schockierender ist dies angesichts der Tatsache, dass die Zuverlässigkeit des Autors hoch einzuschätzen ist. Immer wieder wird man von einer neuen Art der Lebewesen-unwürdigsten Behandlung bzw. Tötung aufgerüttelt.
Eigentlich war als Leser der spanische König gemeint. Las Casas warnt immer wieder mit Beispielen tyrannischer Herrschaft, die unter seiner Krone geschehen. Durch den Erfolg des Buchdrucks wurde dieses Werk jedoch weltweit mehrfach publiziert.
Bereichert wird diese Ausgabe durch ein Nachwort von Hans Magnus Enzensberger sowie einem erhellendem Essay des Theologie-Professors Michael Sievernich. Interessant ist das Nachwort von Enzensberger vor allem durch den historischen Kontext, in dem der Autor es schrieb: 1966. So versucht dieser analoge Bezüge zu dem damaligen Vietnam-Konflikt herzustellen.