In einer gleichsam schwebenden Weise eröffnet der ungarische Autor Szilárd Rubin den Reigen einer Liebesbesessenheit, die während und nach dem zweiten Weltkrieg in Ungarn durchlebt wird.
Attila und Orsolya sind die beiden ungleichen Partner, die sich 1945 in Ungarn wieder begegnen.
Attila geht seinen Träumen und Lebensplänen nach, ergeht sich in der Schönheit der Natur, erzählt von seinen Erlebnissen mit Freunden und seiner Freundin und fabuliert über seine Zukunftsvisionen. Seine Freundin Orsolya, aus großbürgerlich- deutsch -ungarischem Elternhaus stammend, trägt die Wunden des verbrannten Dresden noch in sich, als sie in ihr ehemaliges Zuhause in Ungarn nach dem Krieg zurückgekehrt ist. Will man Attila überhaupt in ihrem Elternhaus? Er ist ja nur ein erfolgloser Poet!
Freundschaften, Erfolg und die Nachkriegszeit bieten den Rahmen, innerhalb dessen sich die Liebe der beiden Protagonisten bewegt.
In einem Rausch der Sinne tanzt eine Jeunesse doré ganz unterschiedlicher Herkunft in nicht zu leugnendem Gemeinschaftsgefühl, um sich im Vergessen zu üben. Es ist wie ein Tanz auf dem Vulkan.
Aus der Jeunesse doré werden Frauen, die sich verheiraten und Familien begründen. Attila und Orsolya kommen zermürbt zu einem Ende, das kein Glück mehr verspricht. In einer Art Metamorphose wird man Zeuge der Verwandlung einer großen Liebe in Abwehr, Gleichgültigkeit und Hass. Im Rückblick sieht Attila noch einmal die kleinen Mädchen seiner Kindheit mit ihren Samthöschen und kleinen Stiefeln,--es ist vorbei! Die Zeit der Unschuld und des Glaubens an eine glückliche Zukunft endet im Desaster der Unvereinbarkeit einer schönen Frau und eines unglücklichen Poeten, der zum Diener fremder Herren wird.
Meisterhaft und anrührend sind Rubins Beobachtungen, die Stimmungen und Gefühle einfangen, Trauer, Besessenheit und vergehendes Glück---- und das Ende einer großen Liebe.
In Lobeshymnen ergehen sich die Kritiken des frisch entdeckten ungarischen Autors, der mit diesem neu aufgelegten Roman von 1963 seine Wiedergeburt erlebt. Von Proust bis zum 'Großen Gatsby' reichen die Vergleiche, und man kann sich dem neu auflebenden Ruhm nicht entziehen.
Das Buch bedeutet eine Entdeckung für alle Liebhaber der großen und einmaligen Sujets in der Literaturgeschichte!