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Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch: Roman Taschenbuch – 1. Oktober 2006


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 360 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423245573
  • ISBN-13: 978-3423245579
  • Originaltitel: A Short History of Tractors in Ukrainian
  • Größe und/oder Gewicht: 9,2 x 3,3 x 21,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (109 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 443.841 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Das Übel trägt einen Namen: Valentina! -- Seit die vollbusige, wasserstoffblonde Ukrainerin in Vater Nikolais Leben trat, schwebt der 84-Jährige Witwer im siebten Testosteron-Himmel. Der Alte verfasst selbstgefertigte Gedichte, lässt die Wohnung vergammeln und trägt Spendierhosen in Übergröße. Lediglich die „Hydraulik“ gewisser Körperpartien bereitet ihm Kummer. Was Wunder, zählt die Angebetete gerade mal süße sechsunddreißig. Nikolais verfeindete Töchter Vera und Nadeshda (die Ich-Erzählerin des Romans), riechen den Braten der Scheinehe zum Zwecke der Einbürgerung und beginnen sich ums väterliche Erbe zu sorgen.

Man lasse sich nicht blenden von dem an sozialistische Plakatkunst erinnernden Coverdesign, das eine ukrainisch-britische Immigrantenburleske erwarten lässt. Unter dem Komödienton schlummern dramatische Elemente und eine Familiengeschichte, die manches Lachen verstummen lässt. Die gebürtige Ukrainerin und heute in England lebende Marina Lewycka streut in ihre Kampfhandlungen zweier Schwestern gegen die „böse Stiefmutter“ immer wieder historische Einsprengsel, so die Verfolgung ihrer Familie durch Stalin und dessen gezielt herbeigeführte Hungersnot, die die Ukraine unterwerfen sollte und Millionen Tote forderte. Am Beispiel der gierigen Valentina werden auch die dubiosen Glücksverheißungen des Westens offenbar -- exemplarisch hierfür, die Busenvergrößerung, die der spendable Altbräutigam als Einstandsgeschenk springen lässt. Doch die Wunschliste der toughen Braut war noch lang!

Vera und Nadeshda, diese Hochgebildeten, scheinen ihre radebrechende Meisterin in Pink, Mini und Kunstpelz gefunden zu haben. Der völlig desillusionierte Vater steht vorm Ruin, am frisch gelieferten Busen laben sich andere, und alle Pläne, die Ehe für ungültig zu erklären, scheitern an der Tücke Valentinas und der Trägheit britischer Behörden. Trost findet der gehörnte Nikolai nur in seinem Lebensprojekt, der „Geschichte des Traktors auf Ukrainisch“, einer klugen und traurigen Reflexion über die beginnende Industrialisierung und den Verlust der eigenen Scholle.

Doch auch seine Töchter waren nicht untätig. Beim Durchstöbern des Elternhauses nach belastendem Valentina-Material tauchen brisante Dokumente auf, die die gesamte Familiengeschichte schlagartig ins Wanken bringen. Valentinas ultimatives Gastgeschenk -- von Marina Lewycka charmant und mit leichter Hand zu Papier gebracht -- und völlig zu Recht nominiert für den renommierten Booker Prize. --Ravi Unger

Pressestimmen

»Ein sanftes Plädoyer für größere Nachsicht mit familiär bedingten Kriegsschäden und vererbten Verhaltensauffälligkeiten.«
Süddeutsche Zeitung

»Ein komischer und eigenwilliger, dabei hintergründiger Roman, zupackend und lakonisch zugleich erzählt, dessen Spannung sich schließlich in einem nahezu surrealistischen Ende entlädt.«
Bayern2Radio

»Ein wunderbar kluges Buch. Und die Moral von der Geschichte: Jede Dummheit bedarf der Freiheit, sie zu begehen.«
Die Welt

»Ein sympathisches, hochunterhaltsames Buch.«
Süddeutsche Zeitung Juli 2007

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Paula Jakob TOP 1000 REZENSENT am 5. April 2007
Format: Taschenbuch
Nein, das ist definitiv KEIN witziges Buch und wer sich amüsieren im Sinn von laut lachen oder Sat - 1 Comedy a la Atze Schröder möchte, der kaufe dieses Buch lieber nicht. Das soll aber nicht heißen, dass man sich nicht gut unterhalten lassen kann, man muss nur wissen, worauf man sich einlässt. Denn es ist wirklich so, dass einen das alles eher bedrücken kann. Der greise Vater im zweiten Frühling, macht sich nicht nur lächerlich, sondern zumindest zeitweise auch richtig unglücklich. Auch Valentina ist keine Knallcharge sondern eine tragische Figur, sie hat alle Märchen über den goldenen Westen geglaubt und fordert jetzt, was ihr ihrer Meinung nach zusteht: ein gutes Leben, auch für ihren genialen Sohn, einen guten Job, ein gutes Auto - und das schließt einen Ford z.B. aus, ein Jaguar sollte es schon sein - und wird enttäuscht. Natürlich kann man grinsen, wenn Valentina einen Staubsauger "für den gebildeten Menschen" braucht oder klarmacht, warum der Herd ein Gasherd und keinesfalls weiß sondern braun sein muss , aber dann

entdeckt man dahinter ja schon wieder die Lebenslüge dieser eigentlich doch bedauernswerten Person, die vor allem keine arme russische Baba sein mag, sondern ein glamouröses Geschöpf und damit großartig scheitert. Und so richtig ulkig ist das eben nicht.

Die Schwestern, die sich ihr Leben lang bekämpft haben und nun mit den dunklen Geheimnissen ihrer Familie konfrontiert werden, sind auch wirklich keine Witzfiguren. Man muss außerdem sich mit Krieg, Stalin, Treckern und Geldsorgen auseinandersetzen, dies aber geschieht auf einem hohen Niveau und macht Spaß. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und möhte das Buch durchaus empfehlen.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Dr. Matthias Korner am 18. Oktober 2007
Format: Audio CD
Die 2005 in England, ein Jahr später in Deutschland als 360 seitiges Paperback erschienene ,Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch` der literarischen Newcomerin Marina Lewycka wurde binnen kurzer Zeit ein internationaler Bestseller. Die aus einer ukrainischen Familie stammende, 1946 in einem Flüchtlingslager in Kiel geborene und mit ihrer Familie nach England gelangte Autorin schildert darin ein familiäres Drama, wie es sich durchaus auch in einigen anderen westeuropäischen Ländern hätte ereignen können. Autobiographische Parallelen liegen in vielerlei Hinsicht auf der Hand.

Die Familie Majewski flüchtete Ende des Zweiten Weltkrieges aus der Ukraine nach England. Der 84 jährige Vater Nikolai schreibt ein Buch über die historische Entwicklung des Traktors. Seine Frau ist seit zwei Jahren tot, als er sich in die vollbusige ukrainische Blondine Valentina verliebt und diese kurzer Hand heiratet. Mit ihren 36 Jahren ist sie jünger als Nikolais Töchter Vera und Nadia, genannt Nadeshda. Die Schwestern trennen nicht nur die Umstände ihrer Geburt. Eine wurde während der Flucht als ,Kriegskind` geboren, die andere in England als ,Friedenskind`. Sie sind seit Jahren zerstritten, raufen sich aber zusammen, um ihren Vater aus der Ehe mit einer Frau zu retten, die nur auf Arbeitserlaubnis, Dauervisum und sein Geld aus sein kann. Hinter dem Geschwisterstreit kommt ein dunkles Familiengeheimnis an das Tageslicht.

2007 haben Claudia Kattanek und der Mitteldeutsche Rundfunk das Buch massiv gekürzt in ein Hörspiel mit gelungener musikalischer Untermalung und den tragenden Stimmen der Schauspieler Lena Stolze, Elisabeth Trissenaar und Traugott Buhre umgesetzt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von sabatayn76 TOP 50 REZENSENT am 28. April 2012
Format: Kindle Edition
Inhalt:
Der Vater der Ich-Erzählerin Nadeshda verliebt sich zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau in die 48 Jahre jüngere Valentina aus der Ukraine (woher er ursprünglich auch stammt). Nadeshda und ihre ältere Schwester Vera, die seit zwei Jahren keinen Kontakt mehr miteinander haben, sind sich sicher, dass sie es mit einer Betrügerin zu tun haben, die dem alten Mann das letzte Geld aus der Tasche ziehen will und sie um ihr Erbe bringen wird. Doch alle Versuche, den Vater von der bösen Gesinnung der Ukrainerin zu überzeugen, schlagen fehl, der Vater und Valentina heiraten und Valentina nimmt Haus und Hof in Beschlag.

Mein Eindruck:
Ich hatte vor der Lektüre ein unterhaltsames und witziges Buch erwartet, und schon auf den ersten Seiten fiel mir die bisweilen umgangssprachliche und flapsige Sprache (vorerst negativ) auf. Bald wurde jedoch klar, dass das Buch weitaus tiefsinniger ist, als ich dies angenommen hatte. Neben der (zugegebenermaßen amüsanten) Geschichte um die stereotype Ukrainerin, die völlig überzogen und karikaturistisch charakterisiert wurde, erzählt der Vater die Geschichte seines Landes, von den dramatischen Auswirkungen der Diktatur Stalins auf das Leben der Ukrainer, von den Folgen der Industrialisierung auf das Leben der Landbevölkerung, von Armut und Hunger, vom Altern und von Sehnsüchten. Die Personen sind dabei sehr plastisch beschrieben, die gesamte Geschichte ist unterhaltsam und strotzt bisweilen vor Sprachwitz und Boshaftigkeit.

Mein Resümee:
Wer ein ebenso amüsantes wie tiefsinniges und nachdenklich machendes Buch sucht, der ist hier richtig.
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