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Kurze Geschichte Judentum
 
 
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Kurze Geschichte Judentum [Illustriert] [Broschiert]

Micha Brumlik
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Produktinformation

  • Broschiert: 220 Seiten
  • Verlag: Jacoby & Stuart (21. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3941087533
  • ISBN-13: 978-3941087538
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 14,2 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 394.626 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Micha Brumlik
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Micha Brumlik schreibt eine originelle Geschichte des Judentums aus postzionistischer Sicht ein Gegen-Narrativ der Diaspora. (Die Welt)

Wer sich, ein wenig abseits von dem, was wir zu wissen und zu glauben meinen, über das Judentum unterrichten möchte, findet in Brumlik einen Wegweiser, dem zu folgen oder zu widersprechen sich lohnt. (Die Berliner Literaturkritik)

Ein sehr informativer und gleichzeitig gut lesbarer Überblick über die historische Entwicklung des Judentums. (ekz)

Kurzbeschreibung

Für Theodor Herzl, den Begründer der zionistischen Bewegung, waren die Juden ein »Volk«, eine weitere Nation unter den Nationen der Welt, die sich im 19. Jahrhundert zu formieren begannen. Bis dahin war die Judenheit aber nichts anderes gewesen als eine in Europa, im Mittelmeerraum und im Orient zerstreute Religionsgemeinschaft. Für Micha Brumlik ist der jüdische Nationalismus eine Sackgasse. Für ihn bleibt die »Diaspora«, die Zerstreuung, prägend für die Judenheit.Das rabbinische Judentum, die endgültige Ausformung der jüdischen Religion, entstand etwa zeitgleich mit dem Christentum. Seit das Christentum aber im römischen Reich zur Staatsreligion wurde, waren die Juden, als die Einzigen im Reich, die keine Christen waren, ein Stachel im Fleisch der Kirche. In ganz Europa wurden sie in immer neuen Wellen verfolgt. Erst in der Zeit der Aufklärung, kam es zur »Emanzipation«, zur bürgerlichen Gleichberechtigung der Juden in vielen Ländern Europas. Das änderte sich am Ende des 19. Jahrhunderts wieder. In der Phase des extremen Nationalismus wurden die Juden als Bevölkerungsgruppe, die sich nicht in erster Linie über die Nation definierte, in ganz Europa ausgegrenzt. Ein Teil der jüdischen Intelligenz schloss sich daraufhin der internationalen sozialistischen Bewegung an, ein anderer Teil wanderte nach Amerika aus, ein dritter schloss sich der zionistischen Nationalbewegung an. Die Ermordung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten war eine traumatische Erfahrung für alle Juden weltweit, aber sie führte nicht dazu, dass der neu gegründete Staat Israel die nationale Heimat für die Mehrheit der Juden wurde. Die Juden leben heute wie in der Antike in alle Welt verstreut. Daher liegt es in ihrem eigenen Interesse, dazu beizutragen, dass die Welt toleranter wird, wie sie es seit der Aufklärung immer wieder getan haben.

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Broschiert
Micha Brumlik wartet in diesem Buch mit einer kurzen Geschichte des Judentums auf. Für ihn sind die Juden eine von einer gemeinsamen- religiös begründeten- Ethik geprägte Gemeinschaft, kein Volk im Sinne des modernen Nationalismus, auf den die Juden gleichwohl mit der nationalen Idee des Zionismus reagiert haben, und erst recht keine "Rasse" wie der pseudobiologische Antisemitismus behauptet.

Der Autor berichtet u.a. von der Entstehung des jüdischen Monotheismus, vom Bürgerkrieg in Judäa, aber auch von Alexandria, dem einstigen Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit. Von herausragender Bedeutung war hier die Übersetzung der Texte der "Hebräischen Bibel" ins Griechische, die "Septuaginta", die ihren Namen nach einer apokryphen Schrift des Alten Testaments, dem " Brief des Aristeas" bekommen hat.

Man liest von den jüdischen Aufständen, die Auslöser der Entwicklung des rabbinischen Judentums waren und man wird über die Ursachen der Verbreitung der Juden in der antiken Welt informiert. Die größten Traditionsgruppen des jetzigen Judentums sind die "Sefradim", die aus dem Orient bzw. aus Spanien stammen, und die Aschkenasim, die aus Osteuropa, dem historischen Gebiet Polens und Litauens kommen, wohin ihre Vorfahren im Mittelalter aus Deutschland ausgewandert waren.

Die rabbinischen Akademien und die Entstehung des Talmud kommen zur Sprache. In diesem Zusammenhang erfährt man, dass die " Mischna" eine Sammlung von aus der Tora hergeleiteten Unterweisungen des in Palästina entstandenen ältesteten Teils der Tora ist. Die in Babylonien entstandene "Gemara" führt die Mischna fort. Gemeinsam mit der Mischna bildet sie den Talmud.

Über die jüdischen Frauen in dieser patriachlische Religion erfährt man Wissenswertes, auch über die wechselseitige Konstitution und Abgrenzung von Christen- und Judentums.

Besonders aufschlussreich ist das Kapitel, das sich mit den Juden im spätantiken Europa befasst. Damals wurden Ehen zwischen Juden und Nicht-Juden unter sehr harten Strafen verboten. Die Haltung der Kaiser gegenüber den Juden, welche über Jahrhunderte zwischen einem Minimum an Toleranz und einem Maximum an Repression oszillierte, orientierte sich an den Polen des altrömischen Universalismus mit dessen begrenzter Toleranz gegenüber verschiedenen Religionen und dem monistischen Wahrheits- und Vertretungsanspruch der Kirche andererseits.

In der Folge erfährt man Wissenswertes über die Juden Westeuropas bis zu den Kreuzzügen und über den Judenhass der Kreuzugszeit. In diesem Zusammenhang wird auch der Konflikt zwischen Bernhard von Clairvaux und Abälard erwähnt, der einem von der Philosophie des Aristoteles geprägten, durch jüdische Gelehrte aus dem maurischen Spanien und Süditalien übermittelten Rationalismus anhing, der den Vorstellungen Clairvauxs (ein Hardliner der katholischen Kirche) nicht gerade entgegenkam.

Die Juden Europas in der frühen Neuzeit und die damalige Ausweisung der spanischen Juden durch Ferdinand und Isabella sind ein Thema, aber auch die jüdische Aufklärung sowie die Emanzipation und Reform der aufgeklärten Juden im 19. Jahrhundert werden andiskutiert. Der Zionismus, die jüdische Nationalstaatsidee wird näher erklärt und natürlich kommt auch der Massenmord der Juden seitens der Nazis zur Sprache.

Für Brumlik ist es wichtig trotz der unheilvollen Vergangenheit ein postzionistisches Judentum in Europa neu zu begründen. Dies ist sicher problemlos möglich, wenn man in der Zukunft den Juden mit mehr Toleranz begegnet als in den letzten 2000 Jahren.
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