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Amber, die große Kurtisane / Forever Amber  [ Spanische Fassung, Keine Deutsche Sprache ]
 
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Amber, die große Kurtisane / Forever Amber [ Spanische Fassung, Keine Deutsche Sprache ]

George Sanders , Jessica Tandy , Otto Preminger    Nicht geprüft   DVD
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 22,00
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Darsteller: George Sanders, Jessica Tandy, Linda Darnell, Cornel Wilde, Richard Greene
  • Regisseur(e): Otto Preminger
  • Format: Import, PAL
  • Sprache: Englisch (Dolby Digital 2.0), Spanisch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Spanisch
  • Region: Region 2
  • Anzahl Disks: 1
  • Studio: Fox
  • Spieldauer: 133 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B0034GNC02
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 123.403 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Spanien Edition, PAL/Region 2 DVD: TON: Englisch ( Dolby Digital 2.0 ), Spanisch ( Dolby Digital 2.0 ), Spanisch ( Untertitel ), BONUSMATERIAL: Foto-Galerie, Szene Zugang, Wechselwirkendes Menü, SYNOPSIS: In Liebe und Ehrgeiz gleichermaßen hemmungslos, steigt das bei Bauern aufgewachsene Findelkind Amber Mitte des 17. Jahrhunderts zur Mätresse des englischen Königs Karl II. auf. Dabei verliert die junge Frau jedoch den Mann ihres Herzens. Historisierendes Bilderbuch, aufwendig ausgestattet und breit angelegt. SCREENING/VERGEBEN IN: Oscar Akademie-Preise,

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Berlinoise TOP 500 REZENSENT
In den 50er und 60er Jahren eroberten zahlreiche Romane bzw Romanserien um schöne und leidenschaftliche Frauen den Markt, die in historisch bewegten Zeiten vergangener Jahrhunderte diverse amouröse und sonstige Abenteuer bestritten:
Golons "Angélique", Gaillards "Marie des Isles", Benzonis "Cathérine", Saint-Laurents "Caroline Chérie", Parettis Caroline aus der "Rose und Schwert"-Trilogie - die Liste ließe sich noch sehr lang fortsetzen.
Die Urmutter und Wegbereiterin all dieser Damen zwischen Historie, Liebe und Abenteuer, Kathleen Winsors "Amber", ist dabei im Laufe der Zeit ein wenig in Vergessenheit geraten - und das, obwohl der 1944 erschienene Roman als "erster moderner Bestseller" gilt, einen Sturm der Entrüstung hervorrief, in diversen US-Staaten als "pornografisch" auf dem Index landete und bereits 1947 von 20th Century Fox mit einem Aufwand verfilmt wurde, der "Vom Winde verweht" erreichen oder besser noch übertreffen sollte.

Die Waise Amber (Linda Darnell), geboren 1644 in den Wirren des englischen Bürgerkrieges, wächst bei puritanischen Bauern in einem kleinen Dorf auf, hat aber bereits seit frühester Kindheit große Rosinen im Kopf.
So lehnt die ebenso schöne wie selbstbewusste Amber jeden möglichen Heiratskandidaten hochmütig ab, sie wolle nicht in einem Schweinestall enden, sondern ein "besseres" Leben führen.
Als Oliver Cromwells Herrschaft 1660 mit dessen Tod endet und Charles II (George Sanders) als König nach London zurückkehrt, macht Lord Bruce Carlton (Cornel Wilde), ein junger Adliger im Gefolge des Königs, in Ambers Dorf halt.
Für Amber ist Bruce der Inbegriff all dessen, was sie sich seit jeher von Leben erträumt hat und so bedrängt sie ihn, sie mit nach London zu nehmen.
Als dieser ablehnt, folgt sie ihm heimlich und Bruce nimmt sie schließlich bei sich auf, lässt jedoch keinen Zweifel daran, daß er nicht gewillt sei, sie zu heiraten und bald als Freibeuter des Königs in die Karibik aufbrechen werde.
Tatsächlich lässt er die inzwischen schwangere Amber bald zurück, nicht jedoch, ohne sie finanziell gut ausgestattet zu haben.
Das naive Mädchen fällt jedoch auf Betrüger herein und landet im Schuldgefängnis, wo sie ihren und Bruce's Sohn zur Welt bringt.
Aber die unbändig lebens- und aufstiegswillige Amber ist sich der Macht ihrer Schönheit seit jeher äußerst bewusst und weiß diese auch gezielt einzusetzen...
So wird sie zunächst einen Straßenräuber dazu benutzen, sie aus dem Gefängnis zu befreien und auf ihrem Weg nach "oben" diverse Ehemänner und Geliebte verschleißen, um schließlich als Favoritin des Königs bei Hof Macht und Ansehen zu gewinnen.
Ihr Herz jedoch gehört weiterhin Bruce, der die Affäre mit ihr bei seinen seltenen Aufenthalten in London regelmäßig wieder aufnimmt, aber Amber trotz ihres inzwischen gewonnenen Adelstitels nicht zu heiraten gewillt ist.
Selbst die aufrichtige Zuneigung des Königs und Bruces Eheschließung mit einer jungen Amerikanerin vermögen der blinden Vernarrtheit Ambers in Bruce kein Ende zu setzen...

Geradezu verbohrtes Festhalten an einer Jugendliebe, die von Anfang an nie falsche Hoffnungen geweckt hat, der Verschleiß diverser anderer Männer (darunter sogar der Sohn eines aktuellen Ehemannes, für die 40er Jahre tatsächlich gewagt), ein unerbittlicher Aufstiegswille - ja, "Vom Winde verweht" lässt tatsächlich recht deutlich grüßen.
Einen "Abklatsch" kann man "Amber" jedoch beileibe nicht nennen, zeichnet der Film doch ebenso wie die Romanvorlage ein überaus farbenprächtiges, pralles und detailverliebt ausgestattetes Zeit- und Sittengemälde Englands während der Restauration.
Neben dem Gefängnis und ihren zahlreichen Affären übersteht Amber auch noch diverse Brände und die große Pest von London, macht als Schauspielerin Karriere, verursacht ein dramatisches Duell, mischt bei höfischen Intrigen kräftig mit - nein, Langeweile kommt in knapp 2 1/2 Stunden Film ebensowenig auf wie auf den rund 900 Seiten der Romanvorlage.
Dazu ist der Film mit zahllosen erlesenen Kostümen, einer wunderschönen Farbfotografie, verschwenderischer Ausstattung und stimmiger Musik wirklich ein Fest für Augen und Ohren.
Eine psychologisch fundierte Zeichnung der Charaktere bleibt dabei jedoch leider ein wenig auf der Strecke.
Während Amber in der Romanvorlage durchaus sehr differenziert dargestellt wird, bleiben ihre Motivationen im Film oft etwas unklar und so manches Mal vermag man die Diskrepanz zwischen der selbstbestimmten und -bewussten Frau, die für ihren Aufstieg über Leichen zu gehen bereit ist und der bedingungslos Liebenden, die sich vom Objekt ihrer Begierde tatsächlich ein Leben lang schlecht und repektlos behandeln lässt, nicht so ganz in Einklang zu bringen.
Darüber, ob dieses Problem nun im Drehbuch oder aber in der Darstellung Linda Darnells begründet ist, könnte man trefflich streiten.
Meiner Meinung nach tut Linda Darnell (hier einmal ganz ungewohnt nicht als dunkelhaarige, leicht exotisch anmutende Schönheit, sondern als rotblond gelockte Sirene) ihr bestes und konnte mich sowohl in den Szenen mit Bruce als verzweifelt liebende Frau als auch als hemmungslose Aufsteigerin durchaus überzeugen.
Problematischer fand ich da die Besetzung des Bruce mit Cornel Wilde, der für mich leider überhaupt kein Charisma hat und mich weder als Ambers Objekt der Begierde noch als eleganter Schurke überzeugen konnte.
Dabei liegt gerade in der Figur des Bruce, der alles andere als sympathisch ist, sondern ein Egoist, der die Frau, die ihn liebt, ein Leben lang als willige Geliebte benutzt und ihr zuletzt sogar noch das gemeinsame Kind wegnehmen will, ein besonderer Reiz der Vorlage, der "Amber" zudem sehr deutlich von ähnlich gelagerten Geschichten wie "Vom Winde verweht", wo der ebenso verzweifelt wie hoffnungslos geliebte Mann zwar ein "Weichei", aber immerhin ein Gentleman ist, unterscheidet.
Ein Mann, der eine Heroine wie Amber dazu bringt, sich über Jahre hinweg immer wieder derart benutzen und demütigen zu lassen, der muss schon ein sehr charismatischer Schurke sein, einer, der ebenso gefährlich faszinierend wie bösartig ist.
Was hätte zum Beispiel ein James Mason aus dieser Rolle machen können!!
Cornel Wilde dagegen bleibt seltsam blass, beinahe fragt man sich schon, warum dieser offenbar derart leidenschaftslose Karrierist (selbst die Beziehung zu seiner späteren Ehefrau lässt keine stärkeren Gefühle seinerseits erkennen) die junge Amber seinerzeit überhaupt aufgenommen und eine Affäre mit ihr begonnen hat.
Und so bleibt Ambers Liebe zu diesem farblosen Egoisten (außer am Anfang, als Bruce für die junge Amber eben die Verkörperung des von ihr angestrebten "besseren" Lebens ist) leider wenig nachvollziehbar, ein Problem, an dem der Film meiner Meinung nach nicht unerheblich krankt.
Umso hervorragender dafür die Besetzung König Charles' II mit dem wunderbaren George Sanders, der seiner Figur wirklich Leben und eine große Vielschichtigkeit zu verleihen versteht.
Der im Grunde seines Herzens einsame Monarch in politisch schwieriger Zeit, der seine über alles geliebten Hunde mit "Kinder" anspricht, das große Gesellschaftsspiel des höfischen Lebens zwar äußerlich billigt, weil der Adel es halt so will, aber innerlich nicht wirklich gutheißen kann und echte Gefühle für Amber entwickelt, wohl wissend, daß diese in ihrem Leben nur zwei Ziele kennt, nämlich Bruce Carlton und ihren unaufhaltsamen gesellschaftlichen Aufstieg und dabei selbst ihn, den König, nur als Mittel zum Zweck benutzt, wird von Sanders mit einer ebenso überzeugenden wie berührenden Tragik gespielt.
Die Abschiedsszene zwischen Amber und dem König, der es dabei schafft, gleichzeitig seine Gefühle zu offenbaren, aber auch seine Würde zu wahren und sich einen respekteinflößenden Abgang verschafft, hat mich daher auch mehr berührt als die Szenen zwischen Amber und Bruce, deren letzte gemeinsame Szene mich überraschend kalt gelassen hat.
Leider hat die Verfilmung (neben zahlreichen anderen Änderungen der Romanvorlage, die zu einem großen Teil allerdings der Zensur geschuldet waren) das für einen Unterhaltungsroman so verblüffend bitterböse Ende einfach weggelassen und lässt den Film nach fast 2 1/2 Stunden unerwartet abrupt mit Bruce's erneuter Abreise nach Amerika enden - ein unbefriedigendes Ende, dessen Sinn sich mir auch nicht erschließt (das Ende des Romanes dürfte nun keine Probleme mit der Zensur verursacht haben).
Überhaupt kam mir die Schlussszene ein wenig zu hastig daher:
Wie Amber hier ein letztes Mal in ihrem lebenslangen Spiel um Macht und Position hoch pokert, dabei sogar ihren höchsten Trumpf, nämlich ihren geliebten Sohn, einsetzt und alles riskiert, das hätte ich mir doch ein wenig sorgfältiger und langsamer inszeniert gewünscht.
Möglicherweise wird dies aber Zuschauern, die die Romanvorlage nicht kennen und somit den dortigen Schluss nicht vermissen können, gar nicht so vorkommen.

Fazit: ein farbenprächtiges Zeit- und Sittengemälde, hervorragend ausgestattet und fotografiert, aber doch mit einigen kleinen Schwächen. Lesen Sie weiter... ›
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Forever Linda 14. März 2012
Von Tonio Gas TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Bauernmädchen Amber (Linda Darnell) wird mit Bedacht eingeführt: Nach einer langen dialoglosen Passage, die uns in die englischen Bürgerkriege von 1644 und die Restauration 1660 einführt, sitzt sie zwar schon am Tisch, als ihre Heirat arrangiert wird. Aber weil sie als letzte gefragt wird, was sie davon halte, darf sie auch als letzte und also am effektvollsten ins Bild treten, sich zu ihrem (Stief-)Vater und zu uns umdrehen, in einer Mischung aus Verbitterung und Entschlossenheit gucken, ihr rötliches wallendes Haar in die Kamera halten und schließlich mit Bedacht sagen: "I won't marry him." Hier hatte mich der Film (offen gesagt macht es mir Linda Darnell auch nicht schwer, für mich von den wirklich wunderschönen Frauen der 1940er Jahre die ausdrucksstärkste Darstellerin).

Nach dem wuchtigen Historiendrama mit Technicolor-Feuerfarben à la "Vom Winde verweht" wird "Forever Amber" aber auch zum kammerspielartigen Drama mit feinen Nuancen, auch in der Farbdramaturgie: Amber muss sich in ihr Gemach zurückziehen, alles Grau in Grau, monochrom, fast schwarzweiß. Sie zündet ein Kerzenlicht an und erstrahlt in diesem, die farbliche Wärme wird nur ihr geschenkt, wie sie heimlich einen Spiegel hervorkramt und sich in diesem zurechtmacht und von einem Leben als schöne Frau der Gesellschaft träumt. Gleich darauf kommen Reiter hohen Standes vorbei, die auf dem Weg nach London sind und nach einer Herberge für die Nacht fragen. Aus der Perspektive der Besucher sehen wir Amber oben am Fenster stehen, Leuchtende Augen gesellen sich zu der leuchtenden Farbe. Ohne dass es ausgesprochen wird, wissen wir, dass Amber versuchen wird, sich diesen Leuten anzuschließen. Wenn sie das Fenster schließt, spiegelt sich ein goldener Schein im Milchglas, ein Punkt des Feuers inmitten des grauen Bildarrangements. Amber hat Feuer gefangen von der Idee, etwas aus ihrem Leben zu machen, egal wie.

Als sie schließlich in das Gasthaus zum Kellnern geht, um sich an die feinen Herrschaften heranzumachen (nicht ohne noch einmal fast im Vorbeigehen einen Spiegel zwecks Appeal-Check zu benutzen), möchte jedermann sie sogleich küssen, mit Ausnahme von Lord Bruce Carlton (Cornell Wilde), eine herrliche Paradoxie: "Why didn't you try to kiss me?" "Maybe I didn't feel like it." "What kind of a gentleman are you???" Moment, wird einem nicht für den KussVERSUCH vorgeworfen, kein Gentleman zu sein, statt für die Verweigerung desselbigen? Natürlich holt Carlton sein Versäumnis sogleich nach, natürlich ist die Szene nur vordergründig paradox. Amber ist hinreißend schön und kann jeden beeindrucken. Dass dies bei Carlton als einzigem Mann nicht so zu sein scheint, muss sie zwangsläufig reizen, im doppelten Sinne des Wortes. Einerseits Achtung vor diesem Mann, der kein hechelnder Unterleibsgesteuerter zu sein scheint wie alle anderen. Andererseits Beleidigung - was für eine Geringschätzung Ambers immenser Waffen, deren sie sich voll und ganz bewusst ist! Sie will verführen, aber auch auf einen Ebenbürtigen treffen. Daher ist klar, warum diese eigentlich starke, selbstbewusste und eigensinnige Verführerin die nächsten zwei Stunden des Filmes damit verbringt, sich diesem Mann bedingungslos hinzugeben. All ihre Ränke und Männergeschichten (die sie bis zur Mätresse von King Charles II. hochbringen) dienen nur dem einen Zweck: den anscheinend Unerreichbaren zu erreichen, den sie zudem wirklich liebt, weil er eben nicht so leicht zu haben ist wie alle anderen. Melodramatischer amour fou, denn Carlton ist ihr nicht nur nicht willenlos ergeben, sondern behandelt sie gelegentlich auch von oben herab, verlässt sie urplötzlich, wenn es ihm passt, taucht am Ende mit einer anderen Frau auf und droht Amber sogar, das gemeinsame Kind wegzunehmen, womit sie alles verlöre, was sie haben wollte.

Sicherlich, eine Schwäche des Filmes mag sein, dass Cornell Wilde als Carlton nicht ansatzweise das Charisma eines Clark Gable hat, der in "Vom Winde verweht" mit viriler Unverschämtheit einen Mann gab, dem sich eine selbstbewusste Vivien Leigh hingeben konnte. Aber darauf kommt es so sehr nicht an. Linda Darnell und die Dramaturgie zeigen glaubwürdig die Motive für Ambers amour fou. Die Frau steht im Zentrum. Es ist egal, wer unter ihr den Carlton gibt. Amber" ist aus meiner Sicht dem Vergleichsfilm "Vom Winde verweht" vorzuziehen. Vivien Leigh spielt eine arrogante Zicke. Linda Darnell eine tragisch Liebende. "Vom Winde verweht" leidet unter teils platten und allzu expressiven Dialogen, in denen am laufenden Bande ausgesprochen werden muss, was Menschen eigentlich nur denken und was uns die Bilder auch so erzählen würden. "Forever Amber" besticht durch Süffisanz, nicht nur im obigen Beispiel, sondern auch in so manch anderer Zeile, in der man merkt, wie die Gefühle unter der Oberfläche der britischen Contenance brodeln. Den Vogel schießen die wie üblich mit Aplomb und samtweicher Stimme vorgetragenen Sottisen von George Sanders ab, der als King Charles II. brilliert. "Vom Winde verweht" ist farblich überbordend. "Forever Amber" tendiert in gewissen Szenen (in denen Feuer eine Rolle spielt) zwar auch dazu, setzt aber immer wieder mit den leuchtenden Farben feine Akzente, statt einfach zu tief in den Malkasten zu greifen. Hiervon war bereits die Rede, man findet dies durchgängig im Film. Selbst wenn Amber in einer dunklen Gasse einen Mann becirct, um ihn mit Hilfe einer Bande auszurauben, fällt genau im richtigen Moment der Kerzenschein des Wirtshauses auf sie und setzt einen warmen Fleck im kalten Bild. Desweiteren kommt es nicht nur auf Farben an, sondern z.B. auch auf Licht und Schatten; erstaunlich viele Szenen spielen (der Tatsache angemessen, dass es damals eben kein elektrisches Licht gab) im Schatten und Halbdunkel. Ambers perfekt geschminkte Wangenknochen bilden teils tiefe Schatten, ihr Gesicht wird beinahe zur abstrakten Leinwand, auf die die Gefühle der Protagonistin wie von Zauberhand gemalt werden. Regisseur Otto Preminger nähert sich hier der Schwarzweißfotografie des film noir an, seiner eigenen films noirs zumal. Zwei Jahre später sollte er Gene Tierney in "Whirlpool" genau so inszenieren. Ein Farbfilm, der sehr bewusst mit Farbe umgeht, aber in stimmiger Weise zusätzlich Licht und Schatten wie in Schwarzweißfotografie kongenial einsetzt!

Die Geschichte und die Figuren sind bis zum Schluss stimmig. Amber ist zwar bedingungslos liebend, aber darin auch tough; beispielsweise wenn sie eine Pestbeule Carltons mit dem Messer herausschneidet und ihm so das Leben rettet. Leider ist die Pest-Episode erstmals Anlass für ein Phänomen, das uns in der Schlussphase des Filmes den guten Eindruck ein bißchen vermiest: Preminger hat geklaut! Das Pest-Motiv erinnert allzu sehr an Jezebel", ein großes Melodram (1938) von William Wyler mit Bette Davis. Bis hin zu dem immer noch starken Bild, in dem Darnell/Davis mit fester Miene auf dem Wagen sitzt und gegen alle Vernunft einen Weg geht, um ihrem Liebsten unter größtmöglicher Aufopferung beizustehen. Wenn Carlton später nach längerer Abwesenheit in Virginia nach England zurückkehrt und Amber überraschend eine Gattin aus der Neuen Welt präsentiert, nimmt dies ebenfalls ein zentrales Motiv aus Jezebel" auf: Die liebende Frau, die nur auf den geliebten Mann gewartet hat, wird vor den Kopf gestoßen, die Neue, Andere stammt aus einer unkomplizierten, fremden Kultur (bei "Jezebel" aus den US-Nordstaaten gegenüber den Südstaaten, in der Zeit kurz vor dem Bürgerkrieg). Auch Letzteres stellen beide Filme sehr deutlich heraus. Die Liebende intrigiert in dem einen wie dem anderen Falle sogleich. Schließlich das Schlussbild: Inhaltlich stimmig, aber eine schon dreiste Übernahme des Schlussbildes aus "Die kleinen Füchse", ebenfalls von Wyler und mit Bette Davis. Genauere Erklärungen würden zu Spoilern führen. Solche Dinge sind ein bißchen ärgerlich, denn Preminger setzt sich selbst und seine bezaubernde Hauptdarstellerin der Gefahr aus, mit einem der ganz großen Regisseure bzw. mit einer der ganz großen Diven verglichen zu werden. Die beiden haben so viel Talent, dass sie ein solches Plagiat nicht nötig gehabt hätten. Also nicht ein ganz runder Film. Aber aus den genannten Gründen doch so faszinierend und insgesamt überzeugend, dass er sich seine fünf Sterne verdient hat.
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