Frau Goldstein hat wenig Ahnung, worüber sie da schreibt. Das bezeiht sich weniger auf die mathematische Seite des Mathematikers Gödel. Das würde wohl niemand wirklich helfen, die Dinge sind für Nichtmathematiker allzu abgehoben. Dafür tobt sich Frau Goldstein in der Philosophie aus. An sich zurecht, denn Kurt Gödel hat sich selbst mindestens genauso sehr für die meta-mathematischen Auswirkungen seiner Theorien (und Beweise) interessiert, wie für die engeren mathematischen Zusammenhänge.
Die Person Kurt Gödel ist mangels hinterlassener Dokumente zur Schaffengeschichte wenig greifbar. Also vesucht Frau Goldstein, die Entwicklung dieses Kurt Gödel vor dem Hintergrund der Stadt zu zeichnen, in der er studierte und in der ihm sein erster großer Wurf gelang. Doch sie scheint nicht über die nötigen Kenntnisse und das Detailwissen zur Kulturgeschichte Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts zu verfügen. Die allzu vielen Ungenauigkeiten, Plattitüden und schlicht Fehler in der Beschreibung jener Stadt und Zeit tun beim Lesen weh.
Das ganze mag für amerikanische Leser bunt und lebendig sein, für einen Wiener ist es schlicht und ergreifend eine Entstellung - vor allem, da Frau Goldstein zu Kurz Gödel selbst weitaus weniger zu sagen hat.
Und auch ihre Position als Professorin für Philosophie gibt ihr nicht das Recht und die Autorität, Wittgenstein für einen Trottel zu halten, wie sie es in dem Buch beständig tut. Wittgenstein hatte seine Gründe, mit dem nicht einverstanden zu sein, was Kurt Gödel formulierte, auch wenn es sich des weiteren erwiesen hat, dass Wittgenstein damit falsch lag.
Weil es zu Kurt Gödel leider sonst nicht viel gibt - 3 Sterne. Kein Lesegenuss ob der vielen falschen Details. Wenigstens das deutsche Lektorat hätte man jemand übertragen können, der das Thema besser im Griff hat.