Aus der Amazon.de-Redaktion
1995, im alten multimedialen Jahrhundert, als der Internet-Hype auch in Deutschland begann, war "zwischen Verweigerung und Ekstase ein Niemandsland" (G. Lovink) entstanden, in dem sich nur wenige aufhielten. Heutzutage, wo selbst der Kanzler schon zum Aufbruch ins Netz gerufen hat, ist die Welt zwischen notorischen Kulturpessimisten und Fortschrittsaposteln, die uns bloß Vitamin C-bit empfehlen, heillos überbevölkert. Orientierung verschafft hier das
Kursbuch Neue Medien 2000. Ein "Reality Check" der neuen Medien und ihrer alten Fragen: eine aktuelle Kulturkritik auf 445 Seiten. Gelassen eröffnen die Herausgeber Heike Baumann und Clemens Schwender ihr Kursbuch: "Was kommt auf uns zu? Vieles, aber wenig Neues. Was wird sich ändern? Wenig, weniger als so mancher vorhersagt." Nur keine künstliche Aufregung beim Start ins immer neue Digitalien.
Der Band versammelt Essays, Aufsätze und Interviews von und mit Medienberatern und Journalisten, Kommunikations- und Geisteswissenschaftlern, Künstlern und Redakteuren. Es geht u.a. um TV-Quoten als kollektive Fiktion, um Computerspiele, um Web-Radio, um Medienethik und E-Commerce, wobei nicht unnötig über den Internetanschluss für Kinder im Gameboy spekuliert wird. Aber dafür steht etwa die Frage nach der Konvergenz von Glotzen und Surfen schon zur Debatte. "It's only a movie!" Die Bandbreite der Autoren und Beiträge reicht schließlich vom Regisseur und Drehbuchautor Jörg Buttgereit (Jg. 1963) bis zum Kybernetiker Heinz von Förster (Jg. 1911). Buttgereit schreibt vom Tod und der Kamera: "Wie wirklich ist die (Medien-)Wirklichkeit?". Und von Förster hat keine Angst vorm "Cyberspace", sondern erinnert sich und uns an den Konstruktivismus: "Realität kostet fünf Dollar". Check it out! --Michael Langer
Kurzbeschreibung
Von der Technik zu den Inhalten: Was sich ändern wird.
Konkurrenz und Konvergenz: Was die Neuen Medien zu bieten haben.
Der Nutzer im Zentrum: Wie uns Hören und Sehen vergehen wird.
Antworten auf die alten Fragen der neuen Medien von Praktikern und Experten
Fakten statt Mythen. Information statt Hype.