„...Trotz zweijähriger Schulerfahrung durch das Referendariat artete der Morgenkreis zum Ritual 'Einer spricht, keiner hört zu` aus.... Wenn die Kinder den Klassenraum verließen, stand ich da mit meinem Klassendienst - auf dem Papier... Keiner hatte Hausaufgaben mitgenommen. Frau S., haben sie nicht heute Aufsicht? Im Sekretariat wollen die Schülerkarteikarten unterschrieben werden..."
So ähnlich geht es doch den meisten Berufsanfängern. Tausend Kleinigkeiten müssen erledigt werden, RektorIn und Kollegium haben hohe Ansprüche an uns junge Kollegen und vergessen dabei wohl allzu häufig, wie es ihnen am Anfang erging. Ganz zu schweigen von den eigenen Ansprüchen an Unterricht und Erziehung...
Zunächst einmal tat es gut zu sehen, dass es anderen genauso geht!
Ideal und Wirklichkeit liegen bei uns Jungen oft ziemlich weit auseinander, was aber, nach den Autoren, zur Entwicklung pädagogischer Professionalität genutzt werden kann (ohne die eigenen Ziele aufzugeben). Dazu liefern die Kapitel zu Unterrichtsstörungen, dem Klassenlehrerdasein, den Hausaufgaben, der Bewertung von Schülerleistungen oder zur Elternarbeit (usw.) praktikable Trainingsbausteine. Das „Kursbuch Berufseinstieg" berät und gibt wertvolle Tipps (z.B. die „5 Tipps, um die Orientierung zu behalten") ohne Patentrezepte verkaufen zu wollen.
Großes Plus auch für die 36 Kopiervorlagen im Anhang des Buches, vom Bogen für die „Kurz-Unterrichtsplanung", dem „1.Tag im neuen Schuljahr", für „Schülerverhalten" und „Schülerrückmeldung", der „Checkliste für die Planung einer Klassenfahrt" oder für den „Elternbrief Neue Klassenlehrerin".
Ich halte das Buch für eine echte Hilfe, die ersten Berufsjahre möglichst unbeschadet zu „überleben".