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Kursbuch 154. Die Dreißigjährigen
 
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Kursbuch 154. Die Dreißigjährigen [Taschenbuch]


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 199 Seiten
  • Verlag: Rowohlt, Berlin; Auflage: 2 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3871341541
  • ISBN-13: 978-3871341540
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 923.868 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Eben noch Jetset, demnächst Lumpenproletariat? Die Dreißigjährigen trifft die gegenwärtige Krise besonders unvermittelt. Keine Generation vorher war so sehr an die Annehmlichkeiten eines hohen Lebensstandards gewöhnt, keine schien so weltläufig und gewieft im Umgang mit den neuen (und alten) Medien zu sein, keine so cool, flexibel und undogmatisch. Jetzt sind die Perspektiven zusammengebrochen - wenn auch (noch) auf hohem Niveau. Das Gefühl der Sicherheit befindet sich im freien Fall. Die Ostdeutschen kennen das. Für die Dreißigjährigen im Westen aber könnte gelten: So schön wie gestern wird es nimmer mehr.

Über den Autor

Hans Magnus Enzensberger, geboren 1929 in Kaufbeuren, lebt heute in München. Seit einiger Zeit schreibt der Autor auch Kinder- und Jugendbücher. Sein Buch "Der Zahlenteufel" wurde mit dem 'Luchs' ausgezeichnet. 1963 erhielt Hans Magnus Enzensberger den Georg-Büchner-Preis.Michael Naumann, geboren 1941 in Koethen/Sachsen-Anhalt, studierte Politik, Geschichte und Philosophie in Marburg und München. 1985 übernahm er die Leitung des Rowohlt Verlages. 1998 wurde er von Gerhard Schröder als Staatsminister für Kultur in die Bundesregeirung berufen. Seit Januar 2001 ist Michael Naumann Herausgeber und Chefredakteur der "Zeit".

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sieben Achtel unserer Generation befinden sich unter Wasser, 22. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Kursbuch 154. Die Dreißigjährigen (Taschenbuch)
Kurzbeschreibung: Vermutlich haben einige Menschen, die jetzt um die 30 sind, bereits genug. Sind bedient vom medialen Zirkus nach dem Motto: „Diese Musik haben wir gehört, diese Serien gesehen und dazu diese Süßigkeiten gegessen." Für die Enttäuschten lohnt es sich, das Thema „Die 30jährigen" nicht abzuhaken. Denn das gleichnamige informative Kursbuch 154 des Rowohlt Verlages lässt das Niveau des „Erinnern wir uns"-Rummels weit hinter sich und weiß dabei häufig besser zu unterhalten.
20 Autoren betrachten die 30jährigen aus sehr verschiedenen Perspektiven. Für das gesamte Kursbuch gilt dabei die Feststellung von Holm Friebe, der in seinem Beitrag „Stars 'r' us" nach den Idolen seiner Altersklasse sucht: „Das meiste, was über unsere Generation (...) in Umlauf gebracht wird, stammt von denjenigen, die im Kulturbetrieb und den Feuilletons der Metropolen angekommen sind. Sie schreiben über sich und wie sie die Welt sehen. Sie markieren die sichtbare Spitze des Eisbergs. Aber sieben Achtel unserer Generation befinden sich unter Wasser." Auch wenn dieses Kursbuch nur einen kleinen Teil des Eisbergs zeigt, bietet es viele lesenswerte Informationen, Untersuchungen, Ansichten und Denkanstöße - verständlich und meist unterhaltsam dargestellt. Trotz einer zum Glück geringen Anzahl wenig gelungener Beiträge deshalb sehr zu empfehlen.

Zu den einzelnen Beiträgen: Stefanie Flamm berichtet in „Meine erste Entlassung" - nicht ohne kühlen Humor - von Abstieg aus der Eliteklasse und der schockierenden Erkenntnis, doch nicht „qua Geburtsjahrgang immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein zu können". „Ein Klassentreffen" von 30jährigen - das schließlich „durch einige unvorhersehbare Umstände und reichlich Alkoholkonsum durchaus positive Nebenwirkungen" beschert - ist für Autor Ulrich Rüdenauer auch der Anlass zur Einsicht: „Vielleicht wird man sich zum ersten Mal so richtig seiner Biographie bewußt, die sich nun nicht mehr beliebig in alle Richtungen ausbauen läßt." Stephan Schlak vergleicht in „Die Bedingten und die Unbedingten" das politische Verhalten der 30jährigen von Heute mit dem der vorhergehenden Generationen. Nach seiner Meinung sind sie politisch wenig interessiert und nur geeint durch „die gemeinsame Erfahrung, nichts erlebt zu haben". Wenigstens lobt Schlak, dass sie Langeweile geduldig ertragen: „Auch in Zeiten neuer Kriege kann es ihnen gar nicht langweilig genug sein." Auf komische Art widmet sich Heike Faller mit „Husband-Material" ihren Altersgenossen. „Husband-Material" ist ein Mann, der weder viel Ausstrahlung noch größere Macken besitzt - also für eine ungebundene Frau von 30 Jahren eventuell interessant: „Er zeichnet sich vor allem durch eine Eigenschaft aus: Er ruft zurück. Mit 20 hätte man ihm nicht mal seine Telefonnummer gegeben."

In „Graue Mäuse und abenteuerliche Herzen" beklagt Ijoma Mangold einen „Prozeß der Sinnentleerung". Nachdem es bei der vorangegangenen Generation wenigstens noch ums Schwarzfahren ging, um „die Logik des Nulltarifs", streite sich „die Generation Golf schließlich um die Erweiterung der Postleitzahlen um eine Stelle". Aber Mangold sieht auch Vorteile in der Abkehr vom Extremen: „Wir können viel konkreter bei den Dingen verweilen und von Fall zu Fall einen bestimmten Meinungsstandpunkt einnehmen (...)." Mangelnder Einsatz liegt nach Mangold nicht an fehlendem Interesse: „Wir wissen aber, daß wir die Probleme des Rentensystems nicht durch einen Hungerstreik (...) lösen werden." Mit Elke Buhr besucht der Leser im Beitrag „Dieser Zustand ist nicht tanzbar" den „Club der schönen Popmütter". Buhr stellt fest: „(...) eine Mutti wie alle sie haben, ist das Gegenteil von Pop." Und, ebenfalls knallhart: „Im Pop ist Schwangerschaft der unerwünschte Schlußpunkt des inszenierten Begehrens, das Ziel, das nie erreicht werden darf, sonst ist der Tanz zu Ende." Aber, immerhin, Superstar Madonna präsentiert sich erfolgreich als Mutter, Xavier Naidoo schreibt über den Wunsch, Kinder zu haben, und überhaupt ist Kinderkriegen laut Buhr wieder im Trend, aber nicht, weil die Renten finanziert werden müssen: „Schon eher, weil die Karriere sowieso gerade stockt (...)."
Auch einen Blick in die Zukunft bietet die Anthologie: Im Jahr 2050 sind aus einigen der jetzt 30jährigen renitente Rentner geworden. Sie ziehen die „Kommune Kalk" - so der Titel von Anna Katharina Hahns Beitrag - dem Dahindämmern im Heim „Haus Sonnenschein" vor. Die Greisengang raubt jungen Müttern die Apothekeneinkäufe und klaut Feinkost, um das Kommunenjubiläum angemessen feiern zu können.

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