Zum 15jährigen Bestehen des Hamburger Straßenmagazins "Hinz & Kunzt" ist eine CD mit 15 Duetten aus Hamburg erschienen. Für diese "KunztStücke" haben sich 30 verschiedene Künstler finden lassen, die sich einmalig und mit exklusiven Songs als Duo zusammentaten. Herausgekommen ist eine Collage unterschiedlicher Stilrichtungen, fernab von bekannten Hamburger Gitarrenbands. Im CD-Booklet findet man zu allen Künstlern eine Kurzvita mit Foto.
Als sehr guter Einstieg, vor allem auch in den sozial-gesellschaftlichen Hintergrund, erweist sich "Dieses Lied" von den jungen Songschreibern Justin Balk und Alexander Zuckowski. In der reduziert arrangierten Mitschnipp-Nummer heißt es "Wenn Du denkst, dass es so was nicht gibt, dann schenk ich Dir dieses Lied". Nachdenklich geht es weiter, wenn Wolfgang Müller und Moritz Krämer an einem "Dinosauriertag" erkennen: "Ich finde nichts da draußen, was mir innerlich entspricht". Extrem berührend ist der tolle Song "Liebe ist frei" von Wolfgang Michels und Kim Frank, die als Vater & Sohn durchgehen könnten - stimmlich, optisch und textlich.
Die weiteren Duette bilden Paarungen wie zwei Frauen - zwei Sprachen (Anna Deppenbusch und Aino Löwenmark) oder eine Stimme & eine Trompete (Xóchil und Nils Wülker). Musikalisch abwechslungsreich werden auch funky Soul und jazziger Swing geboten, von Elektronik-Sound bis hin zum A-Capella-Gesang mit spanischem Akzent, mal sperrig und mal melodisch, alles sehr individuell - herrlich.
Auffallend gut ist die leider etwas ungünstig platzierte Klavierballade "Ich warte nicht" von Vince Bahrdt und Marta Jandová. Klavier und Violine bereiten einen elegischen Teppich für einen wunderschönen Song über emotionale Kälte und Aufbruch. Auch "Liebe so gut es ging", ein Live-Stück von Ruben Cossani und Regy Clasen, hat ein genaueres Hinhören verdient.