Eines vorweg, das Buch taugt wahrscheinlich etwas für junge Menschen, die sich gerade auf dem Erkundungspfad befinden. Herr Dr. Bizimana erklärt sich auf den ersten 56 Seiten über sexuelle Probleme und mögliche Lösungsansätze, die man weit ausführlicher in Büchern mit sexualwissenschaftlichem Hintergrund finden kann, auf die er auch teilweise verweist sowie über die angeblichen Vorteile des Kunyaza, inklusive Antworten von Befragten zum Thema. Anschließend folgt unter "und nun zum Liebesakt" von Seite 56 (Mitte) bis Seite 60 (Unten) den Teil, den man als KunyazaPRAXIS erkennen könnte. Dazu folgen zwei graphische Darstellungen, wie man den Genitalbereich der Frau mit senkrechten und waagrechten (MANUELL gesteuerten) Bewegungen des Penis' stimulieren kann und so zur weiblichen Ejakulation (noch dazu literweise!!) gelangt. Das nennt sich dann Kunyaza!?!?! Anschließend folgen auf den restlichen knapp 90 Seiten Anleitungen und Ausführungen über diverse Aktpositionen, Gesundheit, anatomisches Wissen und Verhaltensformen, das man aus Büchern über Sexualität und Partnerschaft bereits zuhauf kennt.
Im Grunde ist es ein Buch mit Werbung für sich selbst. Die fragwürdige Konklusio besteht einerseits aus der Annahme, dass eine Frau nur dann eine "gute UND zufriedene" Liebhaberin sei, wenn sie ejakuliere und andererseits, dass diese Begleiterscheinung des weiblichen Orgasmus' ausschließlich durch Kunyaza ausgelöst werden könne.
Über das Lustempfinden von Frauen hier zu reden steht mir nicht zu und ich könnte das auch nicht umfassend. Meiner Meinung nach kann weder Frau noch Mann mit Kunyaza etwas in ihrem sexuellen Empfinden ändern, wenn sie nicht schon offen und frei damit umgehen. Die Praxis des Kunyaza halte ich persönlich für umständlich und meine Partnerinnen teilweise auch für störend. Ausprobiert haben wir es und lustig war es auch. aber besonders lustfördernd ganz bestimmt nicht.
Die zwei Punkte gebe ich nur deshalb, weil es sich, wie eingangs erwähnt, für "absolute Beginners" in Sachen Sex als kompakte Anleitung durchaus eignen kann.
(Fahrenheit 451)