Diese anspruchslose Komödie wäre trotz der Augenweide Antonio Banderas nicht weiter erwähnenswert, wenn es nicht gälte, von dem süßen Fratz Meg Ryan Abschied zu nehmen. Einst war sie ein uramerikanisches Sweetheart, der wir den nettesten vorgetäuschten Orgasmus der Filmgeschichte verdanken. Den Absprung in die Welt der altersgerechten Rollen (zugegeben, Hollywood ist dafür das schwierigste Pflaster) hat sie verpasst, mit dieser Rolle und vor allem mit ihrem Gesicht, dem etwas hollywoodmäßig Grässliches widerfahren ist, hat sie sich selbst demontiert, jammerschade. Keinen Moment glaubt man, dass ein Mann wie "Tommy" (Banderas) auf diese abgehalfterte, affektierte Blondine auch nur einen Blick werfen würde, von einer Affäre oder gar einer Beziehung ganz zu schweigen. Ja, es ist ungerecht. Banderas und Ryan sind beide um die 50, aber in der Welt, wo Jugend und Schönheit Götter sein dürfen, wird Banderas noch lange der perfekte Liebhaber sein, während Ryan...? Ja, was soll sie tun? Der mädchenhafte Charme ist verschwunden, wird von ihr aber parodiert, was auf den Betrachter nur peinlich wirkt. Wer zum Fremdschämen neigt, ist hier gefordert. Fast jede Frau in fast jedem Alter wünscht sich eine erfüllende Beziehung und das ist auch jeder zu wünschen. Was aber hier geboten wird, ist ein Schlag ins Gesicht der erwachsenen Frau. Dieses Filmchen wäre besser mit einer jüngeren Frau besetzt worden. Dass die biologisch nicht die Mutter des erwachsenen FBI-Agenten hätte sein können, wäre bei der seichten Story auch nicht weiter ins Gewicht gefallen, und die Optik hätte gestimmt. Eine ehrlich aussehende Frau ist für Hollywood keine Option, was für etliche Frauen weltweit zu verzweifelten Anstrengungen führt, die immer teuer und selten erfolgversprechend sind. Und Meg Ryan? Keine Ahnung, ein Kind hat sie wohl schon adoptiert (hat bei manchen amerikanischen VIPs seit einiger Zeit den Trend zum Taschenhund abgelöst), ich bin da auch ratlos. Sicher ist, dass dieser Film in meiner Sammlung keinen Platz finden wird, schließlich ist der Platz begrenzt und sollte Filmen wie beispielsweise "Harry und Sally" vorbehalten bleiben.
Helga Kurz
21. Februar 2010