Ich kaufte mir das Buch, um mehr über weibliche Dominanz zu erfahren. Da ich bisher nur devote Neigungen hatte und immer noch habe, wollte ich mir einen Einblick in die aktive Seite der SM-Spielwelt verschaffen. Doch leider ist dieses Buch wohl wirklich nur etwas für absolute Anfänger, die noch keine Berührungspunkte (außer dem eigenen Kopfkino) mit SM hatten. Und selbst da gibt es bessere Bücher, z.B. von Sina Aline Geißler.
Die doch sehr große Bandbreite dessen, was man unter BDSM versteht, wird bei "Die Kunst der weiblichen Dominanz" recht klein gehalten. Devot ist devot, dominant ist dominant und wenn Sub (das natürlich gleichbedeutend mit Sklave sein soll, dieser Anleitung nach) renitent ist und nicht sofort springt, ist Subbie eben anstrengend und wohl zu schwierig. Da ich selbst auf Machtspielchen stehe, stieß mir dieser Punkt besonders auf. Wieso sollte man sich die Macht des anderen nicht auch demonstrieren lassen? Ebenso mies empfand ich die Erklärung zum Safeword. Man benutzt es, um das Spiel sofort zu beenden, nicht um damit anzudeuten, dass man an einer Grenze ist. Grenzspiele sollte man zu Beginn sowieso nicht machen. Und signalisieren, dass man eine Pause braucht, kann man anders, nicht indem man hundert verschiedene Worte für hundert verschiedene Situationen nutzt.
Immer wieder wird die innere Stärke betont, die durch ihre Dominanz hervorgerufen wird. Doch wenn ich eine "Anleitung" lesen will, dann ist mir die subjektive Meinung der Autorin ziemlich egal. Ich will nichts darüber lesen, wie schön sie sich präsentieren kann oder was für eine tolle Frau sie doch ist.
Die Beschreibung der Spielarten fällt meiner Meinung nach auch zu kurz und oberflächlich aus. Es gibt mehr als nur schwarz und weiß, dass sollte eine Frau die doch so szenekundig ist, besser wissen.
Abschließend kann ich für mich sagen, dass dieses Buch ein Fehlkauf war. Ich erwartete mir mehr, als einen oberflächlichen Einblick in die Welt der Dominanz.