Der Titel trifft bereits die wunderbare Aussage, dass es wahrhaft oft eine Kunst ist erwachsen zu sein. Denn immer wieder begegnen wir in unserem Leben Situationen in denen wir uns überhaupt nicht erwachsen erleben. Und manche Ereignisse haben die Eigenschaft einer Endlosschleife und wiederholen sich immer wieder. Ob das nun in der Liebe ist, dass wir immer wieder an den gleichen Punkten scheitern oder finanziell irgendwie nicht auf die Beine kommen, rastlos im Beruf sind und nie das Gefühl haben endlich mal angekommen zu sein.
Hier kann der Blick auf systemische Zusammenhänge Licht ins Dunkel bringen. Victor Chu beschreibt in seinem Buch auf eine sehr liebevolle Art, wie sich mit diesen familiären Verstrickungen umgehen lässt. Er erläutert die Arbeit des Familienstellens und stellt Lösungsmöglichkeiten vor, die uns Optionen geben, unser Leben ohne Hindernisse anzugehen. Auch wer bereits Familie mit eigenen Kindern hat, wird viele wichtige Hinweise finden, die verhindern können, Kinder mit etwas zu belasten, was ihnen "gar nicht gehört".
Wie z. B. durch subtile Veränderungen an Texten von Kinderliedern ein schwächendes Eltern/Kind-Verhältnis gefördert wird, wird am Lied Hänschen klein eindrucksvoll beschrieben. Oder wussten Sie, dass es eine ursprüngliche Version des Liedes gibt mit einem vom Verständnis her vollkommen anderen Inhalt? In der uns bekannten Version weint die Mutter, weil das Hänschen weggeht und daraufhin kehrt das Kind geschwind zurück. Der Effekt der hier gefördert wird ist klar, das Kind folgt den Bedürfnissen der Mutter und nicht seinen eigenen. Es fühlt sich dafür verantwortlich, dass die Mutter traurig ist.
In der ursprünglichen, längeren Fassung ist die Mutter zwar auch traurig über das Weggehen Ihres Hänschens, wünscht ihm jedoch Glück und damit ist das Kind frei seinen eigenen Bedürfnissen zu folgen. Die Geschichte geht noch ein Stück weiter und ist hochinteressant und Sie können sie mit vielen weiteren Erläuterungen dazu im Buch nachlesen.