Welche Werke der bildenden Kunst gehören eigentlich zu den wichtigsten Werken? Wer sich diese Frage stellt, findet nun Antworten dazu im neuen Kunstband vom Prestel-Verlag: "Kunst, die man kennen sollte" verzichtet auf langatmige Epocheneinführungen und Kunsttheorien und setzt stattdessen sofort mit der Beschreibung der Kunstwerke ein. Auf etwa 400 Seiten wird eine Auswahl der wichtigsten Kunstwerke aller Epochen vorgestellt aus den Bereichen Gemälde, Skulpturen und Architektur. Die Anordnung ist chronologisch vom Altertum bis zur Neuzeit gegliedert und jedem Kunstwerk ist meist eine Doppelseite gewidmet, aufgeteilt in Abbildungen (insgesamt 500) und Textteil.
Beim Stöbern liest man sich schnell fest, denn neben bekannten Bauwerken, wie den Pyramiden von Gizeh, dem Parthenon in Athen oder der Pfalzkapelle in Aachen, stößt man immer auch auf Kunstwerke, von denen man schon mal gehört hat, aber doch nicht so genau wusste, was es damit eigentlich auf sich hat. Genannt seien hier nur aus dem Bereich Architektur die Verbotene Stadt in Peking oder Schloss Chambord in Frankreich (UNESCO-Welterbestätte).
An Qualität mangelt es keinem der vorgestellten Kunstwerke. Im Bereich Malerei finden sich die üblichen Verdächtigen wie die Mona Lisa, Giottos Fresken in der Arenakapelle in Padua oder Las Meninas von Velazquez neben dem Romantiker Caspar David Friedrich oder Künstlern der klassischen Moderne wie Matisse und Dalí. Skulpturen werden vorgestellt von den antiken Griechen über die Renaissance mit Donatello und Michelangelo bis zum 20. Jahrhundert mit Claes Oldenburg oder dem Tarotgarten von Niki de Saint Phalle in der Toskana.
Das Buch versammelt meist Werke der westlichen, europäisch geprägten Kunst mit einigen Ausnahmen wie z. B. Machu Picchu in Peru oder Borobudur in Indonesien. Es ist vor allem als Auswahl zu verstehen von Kunstwerken, die beispielhaft für ihre jeweilige Epoche stehen. Die Texte geben die wichtigsten Informationen zur Entstehungszeit und die Abbildungen sind von guter, zuweilen hervorragender Qualität. Als Einführung in die abendländische Kunst (mit einigen exotischen "Extras") ausgesprochen gut geeignet. Deshalb 5 Sterne.