Wenn ein Fachbuch beginnt mit Aussagen wie ,Der Katalog wurde erst auf den letzten Drücker fertig, weil wir die Bildrechte zu spät geklärt haben' und ,am Ende mussten wir beinahe Tag und Nacht durcharbeiten', so zeigt dies vor allem eines: Die Autorin weiß um das oft als mühevoll erlebte Geschehen, das Ringen um die gute Pressearbeit, um Fallen und (motivationsbedingte) Hindernisse und der Leser/die Leserin ist zugleich unmittelbar eingefangen, denn wer kennt sie nicht, diese Momente professionellen Alltags, in den Ateliers, Galerien, auch Museen und Hochschulen des Landes, wenn es darum geht, mit Dritten ins Gespräch zu kommen.... Und verschafft das bemerkenswerte Werk einerseits einen überaus fundierten, dabei aber fast sonderbar kurzweilig präsentierten Überblick über die gängigen Instrumentarien und Funktionsweisen professioneller PR in kreativen Schaffensbereichen, so ermöglichen andererseits vielfältige Beispiele und unzählige Checklisten den Nutzern nahezu unverstellten Zugang zu den angesprochenen Themenfeldern. Ein Mitdenkbuch, wenn man so will.
Fast schon genüsslich kann man sein Verhalten bürotechnischer Ablage" reflektieren, Kenntnisse zu Medienlandschaften wie Pressematerialien auffrischen oder vervollständigen, sein Verhältnis zu Kunstkritikern überdenken oder der eigenen Vita endlich entschieden den Raum einräumen, der ihr an sich schon immer zukommen sollte. Bei aktiv engagiertem Leseprozess, der sich hier fast zwangsläufig einstellt, würde es doch sehr überraschen, wenn am Ende nicht zumindest zarte Bande erkennbar sind, das eigene Selbst als Marke erkennbar machen, stärken und ausdifferenzieren zu wollen und nunmehr auch können, dies auch angesichts kleinster Budgets, findig unterstützt am Besten durch starke Förderer und Partner.
Spätestens dann, wenn die Autorin neun Praktiker zum Traumjob Kunst-PR interviewt - vom Galeristen bis zur Künstlerin, von der Sammlerin bis zur Sprecherin eines Auktionshauses reicht hier der berufliche Background der Befragten - wird vor allem der Spaß deutlich, den Pressearbeit machen kann.
Ein umfangreicher Anhang mit wertvollen Adressen, Fortbildungsmöglichkeiten und Literaturhinweisen rundet das Praxiswerk stimmig ab. Ein Gewinn in jeder Hinsicht, Autorin wie Verlag sei Dank für dieses Engagement.