Wer sich ernsthaft mit chinesischer Malerei befasst, ist mit dem "Senfkorngarten" besser bedient. Dort gibt es jedoch keine Tiere und keine Farben und so ist "Die Kunst der chinesischen Tuschmalerei" in Teilen eine Ergänzung, z.B. durch die sehr guten Abbildungen alter Meisterwerke. Die Gegenüberstellung von Gelehrtenmalstil und Filigranstil sind durchaus für eigene Studien geeignet. Insbesondere der vorsichtige Einsatz der Farbe wird dort ersichtlich.
Aber dann geht es um Bemalen von Wandschirm, Fächer oder Teller oder gar um ein Mobile, und da sollte man doch den zweiten Teil des Titels stärker beachten. Wer also z.B. geistige Hintergründe der chinesischen Malerei sucht, ist bei einem leibhaftigen chinesischen Maler besser aufgehoben. Der chinesische Name des Verfassers hätte mich da beinahe mehr vermuten lassen.