Reynolds' Buch vermittelt sehr überzeugend eine einfache Idee, die doch fast revolutionär ist: Bildschirm-Präsentationen dürfen reduziert, grafisch ansprechend, emotional und schön sein. Textwüsten mit Aufzählungspunkten lähmen das Publikum und lenken vom Wesentlichen ab, auch wenn sie für die Zuschauer gewohnt und für den Präsentator arbeitssparend sind. Das ist es eigentlich schon - genaue Kochrezepte gibt's nicht, aber doch eine Menge allgemeine Tips, viele Beispiele und Appelle, kreativ zu sein. Das ist schön zu lesen und macht Lust aufs Selberprobieren.
Was fehlt? Fast alle Beispiele betreffen die Unterstützung von "Reden für die Allgemeinheit" - also relativ allgemeine Themen für ein breites Publikum. Viel öfter aber muss ich komplizierte technische Präsentationen halten oder z.B. Projektberichte an die Geschäftsführung geben. Hier wären konkrete Beispiele interessant, wie man mit solchen Situationen umgehen kann.
Was mir zuviel ist: die Selbstdarstellung des Autors. Wie viele amerikanische Sachbuch-Autoren hat auch Reynolds den Drang, ausgiebig über sich und sein Leben zu erzählen. Das ist nicht falsch, aber ein bisschen zuviel des Guten - genauso wie man es spätestens nach der dritten Wiederholung dann doch begriffen hat, dass er Apple, Steve Jobs und Guy Kawasaki wirklich super findet. Hier wäre jene Reduktion gefragt, die der Autor ständig fordert...