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Kunst und Nichtkunst: Das Theater von Christoph Schlingensief
 
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Kunst und Nichtkunst: Das Theater von Christoph Schlingensief [Broschiert]

Catherina Gilles
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 160 Seiten
  • Verlag: Königshausen & Neumann; Auflage: 1 (31. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3826039556
  • ISBN-13: 978-3826039553
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 15,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 673.868 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Kein Theaterregisseur hat das Leben der bereits in vierzig Nachkriegsjahren etablierten Bundesrepublik und ihrer dunklen Vergangenheit, die als solche gefeierte Wiedervereinigung, den immer noch tief sitzenden Fremdenhass und die Unbarmherzigkeit einer sich virtuellen Gewinnaussichten unterwerfenden Gesellschaft in seinen Inszenierungen und Aktionen so konsequent auf den wunden Punkt gebracht, wie Christoph Schlingensief. Er tat dies mit vollem Einsatz und einer unerschütterlichen Moral als Richtschnur. Das hat ihm viel Medienpräsenz und das Image eines Provokateurs eingebracht, das er mit seiner ersten großen Operninszenierung in der Arena des Bayreuther Weihehügels, Richard Wagners Parsifal, zumindest im Urteil des Hochfeuilletons abzulegen begann. Inzwischen werden seine Bilder und Kunstobjekte in internationalen Galerien gehandelt und Christoph Schlingensief hat sich, wie mehrfach öffentlich betont, künstlerisch ganz auf die Oper, den Film und die bildende Kunst verlegt. Das Theater sollen jetzt andere machen. Wofür aber stehen die Schlingensiefschen Aktionen, in die er sich in den meisten Fällen mit Haut und Haar selbst ganz hineinbegab? Das Buch Kunst und Nichtkunst folgt den Spuren dieses Theaters in die Zeit zurück, als Christoph Schlingensief noch in seinem Ausgangsmedium, dem des Films, inszenierte und begleitet seinen weiteren Werdegang auf und jenseits der Bühnen. Angelegt ist dies als Erfahrungsbericht. Der Bericht einer Reise zu den Schlingensiefschen Inszenierungen selbst erlebten und filmisch dokumentierten , mit denen er den Rahmen des Theaters oft genug sprengte.

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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Fünf Sterne-Nicht-Sterne für diesen, wie es im Klappentext heißt, "subjektiven Erfahrungsbericht" auf den Spuren des Theaterpilgerwegs Christoph Schlingensiefs - von seinen filmischen Anfängen bis zu seiner Hinwendung zur Oper.
Der erste dafür, dass Catherina Gilles den Mut hat, ihr Publikum, ebenso wie den Gegenstand, über den sie schreibt, emotional herauszufordern. Und im besten Fall dazu provoziert, sich öffentlich in gänzlich unangemessene Reaktionen (respektive Rezensionen) hineinzusteigern.
Der zweite dafür, dass die Autorin sich aufmacht, nicht nur dem "Sog der Schlingensief'schen Inszenierungen" schonungslos nachzugeben, sondern ebenso schonungslos unnachgiebig das zu ergründen, was diesen Sog ausmacht, und was er wie und wozu lostritt.
Der dritte Stern-Nicht-Stern für das Kapitel zu Schlingensiefs Züricher Hamlet-Inszenierung. Der sich wahnsinnige stellende Thronfolger, der seine Theatertruppe, die Realität nachspielen lässt, um die Denunzianten dazu zu verführen, sich durch ihre Reaktionen selbst zu denunzieren, wird zur Metapher für das Schlingensief'sche Theater insgesamt. Das Durchspielen der Realität zum Durchspülen der Realität, die ursprüngliche, kindliche Form der Realitätsaneignung und -befragung zu der für den Theaterkünstler letztlich einzig möglichen. Vielleicht auch nur noch zur medienwirksamen Geste? Kunst und Nicht-Kunst sind keine Alternativen, so wenig wie das richtige Leben und das falsche. Das Theater kann nur noch dort Fuß fassen, wo der Verstand aussetzt, und die Zeichentheorie kapituliert.
Der vierte Stern-Nicht-Stern für das offene Bekenntnis der Autorin zu ihrem unruhigen Theaterherz, das auf der Suche nach den wenigen Momenten, in denen die unerwartete Berührung die Erwartung einer solchen ein ums andere Mal überrumpelt: "Da hat sich ein Erwartungsdruck aufgestaut, der zwar im Einzelnen schwach, aber hochgerechnet auf alle, die [...]die Marke Schlingensief sehen oder sehen wollen, ziemlich massiv ist."
Der fünfte Stern-Nicht-Stern dafür dass die Autorin bei all dem Schlingensief und seine Mitakteure erstaunlich unbehelligt lässt: "Es ist allerdings nicht meine Aufgabe, mich in irgendwen hineinzudenken. Sondern weiter ungeschützt von diesem Platz aus zu schreiben." Keine biographischen Rundschläge, kein Gestocher in Kritikerstimmen, keine Fußnotenhuberei, keine erhellenden Interviews, keine Verstellung.
Fünf Sterne-Nicht-Sterne für ein Buch, von dem ich allen abraten möchte, denen meine Rezension bis hierher eher nicht gefallen hat. Dem Rest sei es wärmstens ans offene Theaterherz gelegt.
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9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich habe mir dieses Buch mit vielleicht zu hohen Erwartungen gekauft, denn immer noch fehlt ein Buch, das Schlingensiefs Arbeiten gesammelt behandelt. Der Klappentext von "Kunst und Nichtkunst" kam diesen Erwartungen noch nach und war anregend formuliert. Aber was bitte folgt dann von der ersten bis zur letzten Seite? Das Buch ist eine einzige Katastrophe! Mal liest es sich wie die Tagebucheinträge eines verliebten Teenagers (dies im übrigen sind noch die besseren Passagen), mal wie die Aufzeichnungen eines zumindest leicht verirrten Stalkers, der dem "Meister des Untergründigen" hinterherreist und seine Botschaft als persönliches Heilsangebot zu deuten gewillt ist. Nicht nur eine große Irreführung, sondern ein Irrwitz, solch ein Buch unter dem Deckmantel der (Theater-)Retrospektive anzukündigen. Für die "Bravo" reicht es, mehr aber auch nicht. Das teilweise pubertäre, teilweise unerträglich pseudoanalytische Gequatschte gehört in kein Bücherregal, sondern ins Lager der dümmsten Bücher aller Zeiten. Ein amazon-Stern ist dafür fast noch zu viel.
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