Es ist wahr, es gibt ein Leben vor und nach dem Lesen dieses Buches.
Während der Autor mit seinem ihm fremdgewordenen Sohn und einem befreundeten Ehepaar quer durch Amerika fährt, um zu seinem Sohn und zu seiner verlorenen Vergangenheit zurück zu finden, bringt er - ganz nebenbei - dem Leser die verschiedensten pholosophischen Ansätze bei, in einer Sprache, die auch der Philosophieunkundige versteht.
Er macht sich Gedanken über die Definition der Qualität an sich. Jeder erkennt Qualität - aber woran?!
Er zeigt die Spaltung auf, an der die westliche Welt krankt: die eine Seite ist die seelisch betonte, künstlerisch orientierte, die andere ist die technisch beeinflußte, wissenschaflich dogmatisierte. Dabei schlägt er die Brücke, indem er am Beispiel der Motorradwartung und des Zen aufzeigt, daß sich beides durchaus vereinbaren läßt, ja sogar zusammengehört. Beides basiert auf Qualität.
Niemand sollte sich dadurch abschrecken lassen, daß er nichts von Motorrädern versteht (so wie ich) oder keine Ahnung von Philosophie bzw. Zen hat (so wie ich); das ist absolut nicht wichtig.
Am Ende findet Pirsig zu seiner Vergangenheit - und zu seinem Sohn. Dieser Prozeß ist spannend und aufwühlend. Die Art und Weise, wie er beides verloren hat, beschäftigt einen nachhaltig, denn es ist geradezu unglaublich.
Dieses Buch hat mein gesamtes Denken, ich will nicht sagen, verändert, aber doch erheblich erweitert.
Ein Muß für jeden, der daran interessiert ist, Einblick zu gewinnen in das, "was die Welt im Innersten zusammenhält".
Ein wunderbares Buch, das einem vor Augen führt, wie kostbar das meiste ist, was man so als selbstverständlich und gottgegeben täglich vor sich hin hinnimmt. Nachvollziehenswerte Gedanken über die Welt, sich selbst und das Leben an sich.