Kurzbeschreibung
In der Kunstgeschichtsschreibung wird der Begriff des Fortschritts gerne vermieden. Gombrich stellte zu Beginn der siebziger Jahre die Krise des Fortschrittsglaubens ins Zentrum seiner Betrachtung, mit dem Ziel, die verschiedenen Auffassungen des Fortschrittsbegriffs zu entwirren. Er beschreibt hierbei zwei Pole: den "Primitivismus", der nach allgemeingültiger Wahrheit sucht, und den "Modernismus", der in fortschreitender Bewegung nur das jeweils Neueste gelten lassen will. In Kunst und Fortschritt spricht sich Gombrich gegen einen unkritischen Fortschrittsglauben aus und fordert die Prüfung des jeweils gültigen Fortschrittsbegriffs immer wieder aufs Neue - eine Forderung, die seit dem 11. September 2001 aktueller ist als je zuvor.
Über den Autor
Professor Sir Ernst H. Gombrich, O.M., C.B.E., F.B.A., verstorben im November 2001, zählt zu den größten und einflussreichsten Kunsthistorikern überhaupt. 1909 in Wien geboren, schloss er sich 1936 dem Warburg-Institut in London an, dessen Leiter er wurde. Von 1959 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1976 war er Professor für Kunstgeschichte an der University of London. 1988 wurde er zum Mitglied des Order of Merit ernannt. Gombrich erhielt weltweit zahlreiche Preise.