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Zweimal sei er in seinem aufregenden Leben schon pleite gewesen, gesteht er in seiner unerschrockenen Neigung zur Selbstironie: "Hausse ist Champagner, Mercedes und schöne Frauen, Baisse ist U-Bahn, ein Glas Bier und Mama." Der "Partisan des Kapitalismus" war vor allem ein Philosoph des Alltags. Aus diesem Rohstoff formt er seine Börsenweisheiten -- verlässlich wie die Meteorologie. Und sie trafen, wie er behauptete, zu 51 Prozent zu, während 49 Prozent der Tipps daneben lagen. Von den zwei Prozent hat er glänzend gelebt. Grundsätzlich meint Kostolany, dass der Einfluss der Psychologie auf die Börse nicht überschätzt werden kann, glaubt sogar, dass 90 Prozent der Börse aus Psychologie bestehen. Folgerichtig stellt er fest, "dass an der Börse alles möglich ist -- sogar das, was logisch ist", dass aber die Aktien-Kurse der Logik-AG dem Trend eher nicht folgen.
Wenig lässt sich also vorhersagen, Theorien und Dogmen müssen an der Börsenrealität scheitern. Und dies trotz all der Versuche, die Börsengeschäfte zu systematisieren, zu digitalisieren und Computerprogrammen zu überlassen -- die ja auch nur auf der Basis von Indikatoren arbeiten, die von Menschenhand festgelegt und eingegeben wurden. An seinem 93. Geburtstag antwortete der große Kosto auf die Frage, wie er seinen Mitmenschen im Gedächtnis bleiben möchte: "Mit angenehmen Gedanken. Sie sollen mich für einen netten Menschen gehalten haben. Meine Bücher werden mich überleben, und wenn sie den nächsten Generationen nützen können, wäre ich zutiefst erfreut." --Dietrich Thieden -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
58 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
amüsant und lehrreich,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst über Geld nachzudenken. (Taschenbuch)
Als Kostolany dieses Buch schrieb bzw. seinem Freund Stefan Riße in die Feder diktierte war er bereits deutlich über 90 Jahre alt. Seinem Charme, seiner Originalität, seiner geistigen Frische konnte das hohe Alter offensichtlich nichts anhaben. Kostolany bezeichnet sich selbst zu Recht als Spekulant, nicht als Investor. Tatsächlich begreift er Börse zuallererst als Psychologie und Spekulation als intellektuelle Tätigkeit, bei der es vornehmlich darum geht Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, aber eben auch massenpsychologische Phänomene richtig zu prognostizieren. Das ist weit weg von zahlenorientierten, analytischen Ansätzen à la Buffett, aber genau so weit weg vom puren Glücksspiel, welches manch sogenannter Guru oder auch manch Fondsmanager betreibt bzw. betrieben hat. Wie kein anderer Börsianer versteht es Kostolany seine Erkenntnisse mit witzigen Anekdoten, lustigen Metaphern und ironischen Lebensweisheiten zu verbinden. Wer Kostolany gelesen hat weiß nach der Lektüre zwar noch immer nicht, welche konkrete Aktie im Moment kaufenswert ist, aber er weiß eine Menge darüber wie die Börse und diejenigen, die an der Börse als Marktteilnehmer auftreten, funktionieren. Auch diese Erkenntnis ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung.Eins wußte Kostolany aber auch: wie man mit möglichst vielen Büchern möglichst viel Geld verdient. Mehr als ein oder zwei Bücher des Altmeisters braucht man nicht im Bücherschrank, da es innerhalb der verschiedenen Bücher zahlreiche Überschneidungen und Wiederholungen gibt. Als Ergänzung zu diesem hier scheint mir noch am ehesten Kostolanys Börsenseminar aus dem Jahre 1986, neu aufgelegt 2000 geeignet (Überschneidungen gibt es aber auch hier). Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
39 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
nur ein Aufguss aller erschienenen Taschenbücher,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst über Geld nachzudenken (Gebundene Ausgabe)
Im Grunde ist das Buch nur ein Aufguss der alten Bücher. Zum Teil kann man auch einige neue Sachen lesen, doch dann wirklich rund um das Thema "über Gald nachzudenken" Diese neuen Teile bieten jedoch nichts elemantar wichtiges für Spekulanten, sondern Kosto will die richtige Einstellung zum Geld vermitteln. Natürlich, wie immer, mit lustigen Geschichten.Wer bisher keinen Kostolany im Bücherregal hat, sollte sich dieses Buch kaufen, denn dann hat man einfach alle Kostolanys im Regal. Wer jedoch schon die meisten Taschenbücher besitzt, der kann getrost darauf verzichten ohne etwas zu verpassen. Wie üblich, ist das Buch mit sehr viel Witz abgefasst, kann aber nichts neues vermitteln. Am Ende werden gar die bisherigen, elemantaren Grundweisheiten, die Kosto immer nannte, nämlich Wertpapiere lange zu halten und auch mögliche Verluste auszusitzen, revidiert. Insgesamt für mich eher ein mäßiges Ergebnis, das nicht so überzeugen kann. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein absolut großartiges Buch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst über Geld nachzudenken. (Taschenbuch)
Ich habe mir das Buch aus reiner Neugier geholt und erst einmal ein paar Seiten gelesen. Dann packt es Dich und Du liest es unbitterlich in einem Zug bis zum Ende durch! Unglaublich spannend, gleichzeitig informativ und das wichtigste einfach aber punkt genau beschrieben. Hat es hier und dort den Anschein, dass man von wirtschaftlichen Zusammenhängen und Theorien erschlagen wird, kommt sofort eine dieser kleinen, unglaublich spannenden Geschichten aus dem Leben des Kostolany und es passieren zweierlei Dinge: man versteht den vorherigen Zusammenhang sofort und ist um eine Anekdote reicher, die man so schnell nicht mehr vergisst. Man liest und lacht und am Ende sieht man die Börse aus einer ganz anderen Sicht! Man spricht von "Zittrigen" und "Hartgesottenen" und beobachtet die "Dummköpfe" auf dem Parkett! Ich studiere übrigens VWL und bin hin und weg vom Buch! Wer es liest, wird meine Anmerkung über VWL ganz bald verstehen...
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