Aus der Amazon.de-Redaktion
Nach Shrek und Madagascar präsentiert Dreamworks ein Martial-Arts-Spektakel der besonderen Art: Ein Außenseiter, über den sich alle lustig machen, muss zeigen, was wirklich in ihm steckt und wächst dabei über sich selbst hinaus. Der liebenswerte Po, der alles andere als perfekt ist und ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen hat, tritt an, um zu zeigen, dass man alles erreichen kann, wenn man nur an sich glaubt. Vor allem – aber nicht nur – Kinder werden mitfiebern und mit dem dicken Pandabären bangen, wenn er Tai Lung gegenübertreten muss. Dabei kommt weder der Humor zu kurz, noch fehlt es an rasanten Actionszenen, die auch jedem Realfilm zu Ehre gereicht hätten. Denn Kung Fu Panda ist in erste Linie ein richtiger Kung-Fu-Film und erst in zweiter Linie ein Animationsfilm, der auch Kindern gefällt. Insbesondere die Liebe zum Detail, etwa ein wahrer Blütenregen, der Meister Oogway mit sich fort trägt, sowie die Dynamik der Kampfszenen überzeugen voll und ganz. Die Sprecher leisten – sowohl im Original als auch in der deutschen Fassung – ein Übriges, um ihre Figuren glaubhaft zum Leben zu erwecken. Ob Jack Black oder Hape Kerkeling, Dustin Hoffman oder Gottfried John, Angelina Jolie oder Bettina Zimmermann oder Jackie Chan und Lucy Liu - die Rollen sind wahrlich meisterlich besetzt.
Der Film ist freigegeben ab sechs, richtet sich aber eher an Kinder ab acht Jahren. Das rasante Tempo könnte jüngere Kinder überfordern und vor allem die Szenen mit Tai Lung sind stellenweise recht beängstigend. -- Birgit Schwenger
Geheime Zutaten
Mr. Pings Nudelsuppenrestaurant
Kung FU Fighting Musikvideo
Wie man Esstäbchen benutzt
Hilf, wilde Pandas zu retten
Viele Blicke hinter die Kulissen
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild lässt keine Fehler zu. Farblich wird keine Nuance ausgelassen und Kompression und Kontraste gestalten sich tadellos. Akustisch verhält sich die Blu-ray ähnlich und lebt ganz von ihren Effekten. Auch wenn die Sprachanteile, genau wie die Effekte, recht ausgestellt klingen, wirken sie doch ausgeklügelt und zeigen einen riesigen Facettenreichtum. Musik untermalt nie zu aufdringlich, sondern unterstützt die reichhaltigen Soundeffekte dezent aber stimmungsgebend. Das Aufgebot an Extras ist riesig, dabei steht neben Dokumentationen aber vor allem der Unterhaltungswert im Vordergrund.
Bild: Man kann sich schon denken, dass der aktuellste Dreamworks-Animationsfilm auf Blu-ray astrein aussehen muss, denn gerade darum geht es Machern und Medium schließlich. Und tatsächlich, der Zuschauer wird in keiner Hinsicht enttäuscht. Das Spektrum an Farben ist ausnehmend breit und erstreckt sich von zahllosen naturgerechten Pastellfacetten (Holz, 00:26:18) über enorm leuchtende Rot- und Gelbtöne bis hin zu schrillen Neonfarben in Pink oder Grün. Jede nur erdenkliche Farbe findet Verwendung, als wolle man zeigen, was alles möglich ist, und es scheint so, als wäre alles möglich. Genauso sieht es mit der Schärfe aus (Augenbrauen, 00:22:15), die wie immer außergewöhnliche Details offenlegt und auch auf Distanz nicht verliert, wenngleich sie in Totalen eher zu bewusst weichen Hintergründen tendiert (Wolken und Berge, 00:30:08). Kontrasttechnisch bleiben keine Wünsche offen und, um Rauschen oder Kompressionsprobleme finden zu können, muss man sich die Augen aus dem Kopf starren. Das Bild ist von vorne bis hinten einfach nur astrein!
Ton: Schön, dass alle Sprachfassungen den Dialogen viel Platz zur Eigenwirkung lassen. Dabei fallen alle Fassungen sehr deutlich und klar voluminiert aus. So werden die Charakteristiken der jeweiligen Sprache in den Vordergrund gerückt, ohne von Effekten oder Musik verdrängende Überlagerungen zu erfahren. Allerdings dauert das Umschalten zwischen den Tonspuren recht lange, zumal es mit einem Fade versehen ist, so dass ein direkter Vergleich nicht allzu leicht fällt. Was die sonstigen Soundsignale angeht, wurde mit viel Fingerspitzengefühl gearbeitet. Die Effektarbeit gestaltet sich umfangreich und mit zahlreichen, feinen Nuancen versehen (00:53:11, Knuspern und Knarzen), die vor allem in den leiseren Szenen schön zur Geltung kommen. Dabei fällt aber auch auf, dass der Animationsfilm nur wenig natürliche Hintergrundkulisse verwendet, so dass jedes Geräusch recht ausgestellt und vereinzelt klingt - ein Phänomen, was dem Genre eigen ist. Immerhin mischt sich Musik immer wieder spannungsgeladen oder untermalend ein, ohne dass sie jemals zu dominant ausfällt. Was die Effekte in Actionszenen angeht, die lebhaft von Musik begleitet werden, zeigt sich, wie auch in anderen Szenen eine sehr vielfältige Raumauslastung. Die hinteren Boxen sind praktisch permanent im Einsatz. Das Detail steht aber auch hier im Vordergrund. Wirklich bombastische Effekte, die den Subwoofer mehr als üblich verwenden, bleiben eher seltenm meist klappert, knackt und quietscht es ordentlich (z.B. Kampf bei 01:15:06), aber tiefes Dröhnen findet sich selten. Schön, dass auch Sprachanteile reichlich mit Richtungswechseln versehen werden (Stimme von rechts, 00:26:35).
Extras: Die Extras scheinen schier unendlich, denn man hat sich aus ein kleines Labyrinth aus Dokumentationen und Spielen zu navigieren. Darunter finden sich neben einem Audiokommentar der Filmemacher ein Wissenstrack, eine Animationsecke, die Original Sprecher, die Schauspieler persönlich kennen zu lernen (in "Triff die Schauspieler") oder die Featurettes "Über Grenzen gehen" und „Conversation International: Hilf, wilde Pandas zu retten". Im weiteren Verlauf folgen unter "Po's Kraftspiel" Spiele, in denen man selbst kämpfen kann: "Drachenkrieger Trainingsakademie", "Kloss-Schieben" oder "Lerne zu zeichnen". In der Abteilung "Geräusche und Bewegungen des Kung Fu" lernt der Zuschauer Wissenswertes die Panda-Art der alten Kampfkunst. Der Themenbereich unterteilt sich in "Sound-Design", das Musikvideo "Kung Fu Fighting" von Cee-Lo, "Lerne den Panda-Tanz" und "Kannst Du Kung Fu?". Das Kapitel "Das Land des Pandas" beinhaltet Wissenswertes über China, da in unterhaltsamen Featurettes vermittelt wird. Diese heißen "Mr. Pings Nudelsuppenrestaurant", "Wie man Essstäbchen benutzt", "Die chinesischen Tierkreiszeichen", "Die Tiere von Kung Fu Panda" und "Welcher ist Dein Kampfstil?". Außerdem folgen Trailer zu anderen Dreamworks-Animationsfilmen. Wer hier nicht das Richtige findet, dem ist wohl schwer zu helfen, denn die Extras sind für Groß und Klein gemacht und enthalten neben Spielen auch informative Dokumentationen. Im Vordergrund steht allerdings der Unterhaltungsaspekt. --movieman.de
MovieGod.de
Als bekannt wurde, dass Mark Osborne neben John Stevenson die Regie von DreamWorks neuem Animationsfilm übernehmen würde, schwebte der Begriff "Ausverkauf" über dem gesamten Projekt. War Osborne, der mit seinem umwerfenden Kurzfilm More eine eindringliche Mahnung über den hohen Preis des Erfolgs gedreht hatte, nun selbst dem Ruf des Goldes erlegen? Würde DreamWorks ein weiteres seelenloses CGI-Spektakel abfackeln, das mit altbackenen Popkultur-Referenzen versucht, Superhero Movie und Co. die Besucher abzujagen? Würde "Kung Fu Fighting" den Soundtrack anführen?
Nein, nein und nein.
Mit Kung Fu Panda ist Osborne und Stevenson ein Animationsknaller gelungen, der seine kleinen Schwächen mit einer flotten Inszenierung und treffsicherem Humor übertüncht.
Die Bildgewalt von Happy Feet bleibt nach wie vor die Messlatte für computeranimierte Filme, denn hier geht Kung Fu Panda gelegentlich die Luft aus. Vor allem in den wenigen Massenszenen wird das limitierte Budget deutlich, denn außer den Hauptfiguren wird diese Welt nur von Gänsen, Schweinen und Hasen bevölkert, und diese sind nicht gerade umwerfend gelungen. Dennoch gibt es einige visuelle Höhepunkte, sei es das imposante Gefängnis, der Palast auf dem Berg oder auch die herrlich übertriebene Intro-Sequenz.
Die grundlegende Geschichte ist an Banalität kaum zu übertreffen und läuft wenig überraschend auf die übliche Glückskeks-Weisheit hinaus, zudem könnte man auch so mancher Situationskomik mangelnde Originalität unterstellen. Beides völlig egal, denn die urwitzige Animation und das perfekte Timing lassen dem Zuschauer kaum Zeit zum Atmen, geschweige denn zum Nachdenken. Kung Fu Panda beschwört Erinnerungen die die Filme von Edgar Wright und Simon Pegg herauf, denn während er sich über das Wuxia-Gehabe lustig macht, bietet er auch eine liebevolle Hommage, die sich mit ihrer einfallsreichen Choreographie vor anderen Genrevertretern keineswegs verstecken muss.
Ein Film für Kinder jeden Alters. Kung Fu, Spaß und ein Geheimrezept für Nudelsuppe - was will man mehr?
Filmkritik von Felix "Flex" Dencker