Gopi Krishnas kompromißlose Offenheit über seine jahrelangen, existentiellen Erfahrungen mit dem Kundaliniprozeß fordern dem Leser Respekt und Bewunderung ab. Sein Buch hat im Grunde (Erstausgabe im Jahr 1968!) historischen Charakter und ist von daher für Interessierte ein Muß.
Als Nachschlagewerk und praktische Hilfe im Alltag für den modernen "kundaliniüberrumpelten" Menschen im Westen kann es allerdings nicht so sehr dienen. Es kann Trost spenden, aber es liefert wenig Sachinformationen (mögliche Alternativen unter "Alle meine Rezensionen"). Einige seiner Ansichten sind mittlerweile durch die ins Land gegangenen Entwicklungen leider veraltet. So z.B. die Sache mit dem angeblich unabdingbaren "Meister"... Es kann bei Betroffenen der Eindruck entstehen, der Untergang sei vorprogrammiert, falls man sich kein Ticket nach Indien, hin zum allwissenden "Kundaliniyogi" (wo ist der?!), leisten kann.
Dazu ist nur zu sagen: Kundalini ist nur ein WORT und keine indische Spezialität, es geht um unsere gute, alte und universale Lebenskraft. Also gibt es für einfache "Gegenwartseuropäer" natürlich auch Möglichkeiten, damit umzugehen. Dieses Vertrauen ist zunächst mal die Basis.
Daß Unterstützung, Wissen, Umsicht, evtl. bestimmte Maßnahmen und die Integration in einen spirituellen Bezugsrahmen notwendig sind, ist eine andere Sache.